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Ein einheitliches Gesicht

Sanierung hat Realschule auch von klobigen Fassaden befreit

Die Graf-Eberhard-Realschule hat durch die energetische Sanierung auch als Bauwerk gewonnen. Am Dienstagabend sahen sich Gemeinderäte und -Verwaltung um.

DOROTHEE HERMANN
Klare Linien, lichte Transparenz: Die sanierte Graf-Eberhard-Realschule in Kirchentellinsfurt.Bild: ... Klare Linien, lichte Transparenz: Die sanierte Graf-Eberhard-Realschule in Kirchentellinsfurt.Bild: Faden

Kirchentellinsfurt. Transparent und markant schmiegt sich die frisch sanierte Graf-Eberhard-Realschule in die Wiesen bei der Kirchfeldstraße. Die angeschmuddelten, trutzburgähnlichen Betonbrüstungen aus den 1970er Jahren sind verschwunden. Stattdessen bestechen klare Linien und viel Glas. Die Farben Grau, Weiß und ein leuchtendes Orangegelb bestimmen die Fassaden.

Der fröhliche Gelbton markiert die Fensterrahmen nach außen, die sich öffnen lassen. Innen bleibt das Holz sichtbar. Die offensichtlich bereits vielgenutzte Kletterwand an einem fensterlosen Quertrakt neben dem Haupteingang strukturiert das Gebäude wie ein Kunstwerk. „Die energetische Sanierung hat die Schule auf den aktuellen Standard der Architektur gebracht“, sagte Architekt Gerhard Loew vom Reutlinger Architekturbüro Riehle und Partner. „Die Brüstungen aus Betonfertigteilen wurden abgenommen. Die Außenwände wurden mit Mineral- oder Steinwollefasern beschichtet.“

Durch den Umbau werde das Schulzentrum künftig wieder „ein einheitliches Gesicht“ zeigen, orientiert an der Formensprache der 1950er und 60er Jahre, die noch in Resten vorhanden sei, erläuterte Loew. Schon damals lag die Gestaltung in den Händen des Reutlinger Architekturbüros. Eugen Riehle, der Vater von Wolfgang Riehle aus dem aktuellen Geschäftsführerteam, plante seinerzeit die Kirchentellinsfurter Grundschule. „Wir danken der Gemeinde und dem Gemeinderat, dass wir an der Schule weiterbauen durften“, sagte Loew.

Bürgermeister Bernhard Knauss lobte „das gelungene Werk“. Als Zukunftsinvestition für Bildung zahlten sich die 1,9 Millionen Euro für die zweieinhalbjährige Sanierung aus. Rund 803 000 Euro steuerte die Gemeinde bei. Knapp 1,1 Millionen flossen über Konjunkturpakete des Bundes, davon 600 000 Euro als Kredit „zu sehr günstigen Konditionen“, so Knauss. 14 000 Euro kommen aus der Klimaschutz-Förderung.

Ein Vollwärmeverbundsystem, das frisch isolierte Dach mit Grünbepflanzung, neue Fenster und Beleuchtungsanlagen sollen im sanierten Realschulgebäude Energie sparen helfen, sagte Knauss. Die Heizungsanlage kann in jedem einzelnen Raum nach Bedarf reguliert werden. „Wenn im Winter ein Fenster offen steht, geht die Heizung aus“, erläuterte Ortsbaumeister Martin Lack. Auch die Thermostate wurden erneuert.

Die Aula ist nun

theatertauglich

Der Haupteingang wurde mit einer automatischen Schiebetür versehen, was den Zugang barrierefrei macht: „Man muss keine Kraft aufwenden, um die Tür zu öffnen“, sagte Loew. Außerdem wird so vermieden, dass der Zugang unkontrolliert offen steht.

„Wir freuen uns sehr, dass die Schule so gut renoviert ist“, sagte Schulleiterin Brunhilde Georges. In einer solchen Umgebung werde „ein ganz anderes Arbeiten, ein ganz anderer Unterricht“ möglich. Auch die Aula wurde in die Sanierung einbezogen – mit Thermofenstern, einer neuen Sound- und Mikrofon-Anlage, Bühne und Beleuchtung. „Wir haben jetzt beinahe eine komplette Theaterbühne“, sagte Georges. Zu sanieren bleiben Grundschule und Verwaltungstrakt.

29.07.2010 - 08:30 Uhr
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