Nehren müsste Kindergarten, Schule und Feuerwehrhaus sanieren
Der Kindergarten Reisser könnte eine energetische Sanierung vertragen, ebenso das Feuerwehrhaus und die Schule: Der Gomaringer Architekt Rainer Graf hat sich alle drei kommunalen Gebäude genau angeschaut. Allerdings: Für große Investitionen reicht gerade das Geld nicht.
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Gabi Schweizer
Ein kleines, einfaches Flachdachgebäude ist der Kindergarten Reisser in Nehren – vor allem die Fenster bedürften einer Erneuerung. Bild: Rippmann
Nehren. Mit strombetriebenen Nachtspeicher-Öfen wird der Kindergarten Reisser in Nehren beheizt – aus Klimaschutz-Sicht so ziemlich das Schlimmste überhaupt, sagte Architekt Rainer Graf kürzlich im Gemeinderat. Zumal durch die ungedämmten Fenster mit Aluminiumrahmen und die Türen viel Wärme entweicht. Nur weil die Kindergartenleitung darauf achtet, keine Energie zu verschwenden, seien die Werte nicht ganz so hoch wie erwartet, lobte der Fachmann.
Er hat keine Energieberatung im Sinne der neuen Energieeinsparverordnung gemacht, sondern ganz pragmatisch festgehalten, wo eine Sanierung zuerst ansetzen müsste. Und beim 1974 errichteten Kindergarten sind das ganz klar die Fenster, die er nun dreifach verglasen würde, und die Türen. Das mache aber nur Sinn, würde gleichzeitig die Fassade gedämmt.
Zudem sei der Boden sehr „fußkalt“. Eine Dämmung und eine Fußbodenheizung empfiehlt Graf hier, als neue Heizung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Wärme aus der Luft gewinnt: Das geht aber nur, wenn das Gebäude besonders gut gedämmt ist. Alternativ kämen Holzpellets in Betracht – energetisch die bessere Lösung, aber auch teurer. Denn für die Anlage müsste ein Container aufgestellt werden. Je nach Heizung kämen diese Sanierungsarbeiten insgesamt auf 195 000 bis 210 000 Euro – mit Pellets könnte die Gemeinde allerdings jährlich fast 3000 Euro an Heizkosten sparen. Zugleich würden 34 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen.
Nur das Dach beurteilte Graf halbwegs positiv – dort würde er erst dämmen, wenn ohnehin eine Sanierung ins Haus steht. Sein Fazit: „Beim Kindergarten muss man dringend was machen, so kann er nicht bleiben.“ Doch das gibt der krisengebeutelte Haushalt heuer nicht her, sagte Bürgermeister Werner Landenberger. Die Mittel, die aus dem Konjunkturprogramm zur Verfügung stehen, reichten nicht aus. Und nur einen Teil zu machen ist gefährlich: Bestandsschutz genießt nur, was zu weniger als 20 Prozent verändert wird.
Kirschenfeldschule: Glasdach als Problem
Auch bei der Kirschenfeldschule sah Graf Renovierungsbedarf – vor allem, weil über das große Glasdach Wärme nach draußen entfleucht, während es darunter im Sommer ziemlich heiß wird. Auch über die im zweiten Bauabschnitt 1985 eingesetzten Fenster entstünden Wärmeverluste, so Graf. Er würde allerdings nur die Verglasung austauschen, da die Technik noch in Ordnung sei. Ein Teil der Schulfenster wurde im vergangenen Sommer bereits ausgewechselt – nicht zur Zufriedenheit des Architekten: „Da hätte ich was Besseres empfohlen, aber das ist nun vorbei.“ Eine Außendämmung findet Graf dann sinnvoll, „wenn man eh an die Fassade ran muss“ – dann solle man nicht nur streichen. Die Kosten für Glasdach und Wärmedämmung bezifferte er mit rund 250 000 Euro – davon 140 000 bis 150 000 fürs Glasdach.
Als Problem sieht er auch die Heizung an: Schulhaus und Schwimmbad sind miteinander verbunden – eine Anlage für verschiedene Bedürfnisse sei nicht ideal, zumal die Steuerung nicht richtig funktioniere und der Hausmeister diese manuell regeln muss. Nun soll auch noch der Anbau an dieses System angeschlossen werden. Grafs Rat: Erstmal ein Jahr abwarten, wie das funktioniert. Prinzipiell könne man aber versuchen, die Pumpe auszutauschen. Das Schuldach hingegen sei „nicht ganz schlecht“, die Kellerbodenplatte „in Ordnung“.
Beim Feuerwehrhaus sind die energetischen Anforderungen nicht so streng wie bei einem Wohnhaus. Gleichwohl: Nach Grafs Untersuchung müssten hier vor allem die sieben Tore und die Steuerungsanlage der Ölheizung erneuert werden. Die Deckenstrahler seien „für den Zweck nicht geeignet“. Stattdessen schlägt Graf eine Warmluftheizung vor. Kosten: Zusammen rund 45 000 Euro. Auch eine Lüftungsanlage macht, da schlecht platziert, keinen Sinn.
Für eine Hackschnitzelanlage, die auch den Reisser- und den neuen Kindergarten bedienen würde, sind die Gebäude ungeschickt gelegen, sagt Graf. Und auch ein Blockheizkraftwerk – ein Vorschlag von AL-Rat Gerhard Ziersch – lohne sich nicht, da ja kaum warmes Wasser benötigt würde. Zum Händewaschen reiche auch ein kleiner Boiler – dann könne im Sommer endlich auch die Heizung abgeschaltet werden: „Die läuft gerade voll durch.“