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Zum Zwanzigsten Tag und Nacht gefeiert

Narrenverein Remmingsheim zelebrierte die Fasnet mit zwei Umzügen

Beim großen Umzug am Samstag hüpften, musizierten und fuhren 2000 Hästräger mit. Der Narrenverein feierte sein 20-jähriges Bestehen mit Vereinen aus dem Umkreis.

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Katharina Tomaszewski

20 Jahre Narrenfreunde Remmingsheim

Remmingsheim. 45 Vereine waren gekommen, darunter auch einer aus Stuttgart. Der farbenfrohe Zug lief die Rottenburger Straße entlang, dann die Schwarzwaldstraße hoch bis zur Stäblehalle, allen voran als Gastgeber die Narrenfreunde Remmingsheim. Die Feuerteufel, mit denen die Fasnets-Tradition vor 20 Jahren begann, kamen zum ersten Mal mit einem Umzugswagen, der zu brennen schien. Das mit roten, gelben und schwarzen Flammen bemalte Holzhäuschen fährt künftig bei Umzügen immer mit.

Mit 20 im besten Alter: Die Remmingsheimer Feuerteufel hatten sich für ihren Umzug frisches Rouge ... Mit 20 im besten Alter: Die Remmingsheimer Feuerteufel hatten sich für ihren Umzug frisches Rouge aufgelegt. Bild: Faden

Das Geistervolk aus dem Nachbar-Ort Nellingsheim mischte sich unter das lebende Volk am Straßenrand und jagte einige Zuschauer meterweit ins Dorfinnere. Spezielle für diesen Zweck hatten die Elbenlocher Hexen aus Schwalldorf einen Metallbottich auf Rädern dabei. Da wurde unter anderem die 17-jährige Lisa Langer aus Bondorf hineingesetzt, mehrmals im Kreis gedreht und anschließend mit Stroh bestreut. Die Kreuzerfeld-Realschülerin war froh, als die Fahrt vor der Kirche endete.

Vor der Kirche war der beste Platz, weil sich die Treppenstufen am Haupteingang bestens als Tribüne eigneten. Fast 2000 Mexikaner, Punker, Cowboys und unverkleidete Fasnetsfans säumten den Straßenrand. Mehrere Glühwein- und Bratwurststände boten Gelegenheit, sich aufwärmen.

Die vielen Zuschauer vor der Kirche animierten einige Zünfte zu Akrobatik-Einlagen. So wie die Rammertwölfe aus Nehren, die sich gemeinsam mit den Naihremer Nodle und Weiherburg-Hexen zu einer vierstöckigen Pyramide auftürmten.

Bei den Bodelshauser Butzis konnten die Besucher ein Schinken- und Schwarzwurst Vesper ergattern. Dazu spielten einige Butzen Akkordeon. Wer dagegen den Hochdorfer Hexen nichts auf den Ruf „Narri“ antwortete, wurde mit Konfetti eingerieben. Aus ihrem Hexenwagen schallte laut das Lied „Party, Palmen, Weiber und ein Bier“; einige Besucher/innen versuchten sich bei der Kälte warm zu tanzen.

Die Narrenzunft Rangendingen hatte ihren mit Tannenzweigen verschönerten Hexenwagen mit einer Packmaschine für Tannenbäume aufgemotzt. Jessica Hermann aus Rottenburg wurde auf den Wagen verschleppt: „Die haben mich durch das Rohr geschoben und unten kam ich, eingepackt in einem Plastiknetz, wieder raus“, berichtete die 15-jährige Realschülerin von St. Klara.

„Budda... voll“ schallte es aus den Hälsen der Unterjesinger Wengerter. Auf den Masken der Weingärtner waren alte Männergesichter eingeschnitzt und ringsherum nur graue Haare zu sehen. Diese angeblichen Senioren trugen eine riesige, an einem Stock befestigte, Weintraube. Statt einer Weinprobe bekamen die Zuschauer/innen aber nur Bonbons. Wesentlich energischer bewegten sich die Degerschlachter Eulen und zielten mit einem Konfetti-Revolver in die Menge. Die Grosselfinger Dalbach-Hexa, entstanden 2008, waren die jüngste Gruppe. Sie machten gleich mal mit drei großen Hexenpyramiden auf sich aufmerksam.

Die weiteste Anfahrt hatten die Rohrer Waldhexen aus Stuttgart. Ihre knallroten Kopftücher und Masken mit riesigen Nasen stachen aus der Menge heraus. Eine dieser Masken trug auch die 18-jährige Realschul-Absolventin Bianca Schmitt. „Die Remmingsheimer sind schon zwei Mal bei uns in Stuttgart mitgelaufen“, sagte sie. Der Gegenbesuch habe ihren Hexen Spaß gemacht.

Nach dem Umzug ging es in die Stäblehalle. Dort wärmten sich die durchgefrorenen Narren mit Getränken und Guggenmusik wieder auf. Bereits am Freitagabend hatte die Halle eine große Narrenparty mit mehr als 1000 Besuchern überlebt. Ein Herrenberger Gruppe spielte fetzige Guggenmusik, und die Jungs und Mädels der Showtanzgruppen Wolfenhausen und Seebronn begeisterten mit Choreografien zu aktuellen Chart-Hits und menschlichen Pyramiden. Bis zwei Uhr wurde hier gefeiert und getanzt.

Der 14-jährige Daniel Maier und und der 13-jährige Robert König beobachteten beide Remmingsheimer Umzüge: den am Samstag und auch den Nachtumzug am Freitagabend zuvor. Dieser war um Punkt 19 Uhr mit zwei Raketen gestartet. Viele der 39 Zünfte trugen Fackeln und Leucht-Ringe an ihren Masken. „Die Hexen aus Bondorf haben besondern gruselig und cool ausgesehen“, fand Robert König.

31.01.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 01.02.2010 - 12:03 Uhr
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