Nach dem Brand in der Merian-Realschule auf dem Höhnisch finden nur Prüfungen statt
Ein Brand in der Maria-Sibylla-Merian-Realschule auf dem Höhnisch hat in der Nacht von Freitag auf Samstag den Musiksaal und die Küche zerstört. Bis Freitag, 30. April, ist kein Schulunterricht, aber die Abschlussprüfungen am Dienstag finden statt.
Dußlingen. Es war frühmorgens um kurz nach halb vier Uhr, als der Alarm ausgelöst wurde. Elf Minuten später erreichte der erste Einsatzwagen der Feuerwehr den Brandort. Die Alarmanlage, die vor Einbruch schützen soll, hatte angeschlagen. Schon von weitem habe er eine Rauchsäule und hellen Feuerschein gesehen, sagte der Einsatzleiter Günther Keinath, Kommandant der Dußlinger Wehr.
Mitten durch die Aula: Eine Holzstaubschutzwand soll den Brandort von den restlichen Gebäudeteilen trennen. Bild: Rippmann
Die Fassade auf der Rückseite der Schule stand in Flammen. Das Feuer, das vermutlich in einem Raum zwischen Musiksaal und Küche entstanden war, hatte sich rasch bis zur Decke ausgebreitet und griff auch auf die Aula über. Zwei Trupps der Feuerwehr schafften sich Zugänge über das Dach und vom Haupteingang her. „Das Ablöschen war sehr zeitaufwändig, die Arbeiten waren nur mit Atemschutz möglich“, sagte Keinath.
Insgesamt 90 Wehrleute aus Dußlingen, Nehren und Gomaringen kämpften gegen die Flammen, die Mössinger spürten mit der Wärmebildkamera verborgenen Glutstellen nach und verhinderten so, dass sich das Feuer auf weitere Gebäudeteile ausbreitete. Zwölf Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz, dazu kamen vier Fahrzeuge des Roten Kreuzes. Dessen neun Helfer kümmerten sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte.
Die ersten Ermittlungen der Polizei lassen einen technischen Defekt als Brandursache vermuten, erklärte Karl-Bernd Stocker, Leiter des Polizeipostens Gomaringen. Gutachter sind mit der Untersuchung des Brandortes beauftragt worden. Am heutigen Montag, so Stocker, „werden wir wissen, wo und warum das Feuer ausgebrochen ist“. Die Schadenshöhe ließ sich noch nicht genau beziffern. Wie die Polizei gestern mitteilte, wird der Sachschaden derzeit auf rund 100 000 Euro geschätzt.
Prüfungsräume vom
Brand nicht tangiert
Bei einer Pressekonferenz am Samstag lobte der Nehrener Bürgermeister Werner Landenberger, stellvertretend für seine Kollegen Thomas Hölsch aus Dußlingen und Manfred Schmiderer aus Gomaringen, den „effektiven Einsatz“ von Feuerwehr und DRK, der den Schaden deutlich in Grenzen gehalten habe. Besonderes Lob erhielt Hausmeister Uwe Grünenwald, der als Angehöriger der Gomaringer Wehr seine Vorortkenntnisse und sein Wissen über die technischen Gegebenheiten einbrachte.
Ein weiterer Glücksfall im Unglück: Der Baubetreuer des Schulzentrums, Sven Laichinger, ist ebenfalls Feuerwehrmann und war als Gruppenführer, den Innenangriff leitend, in der Nacht bei der Brandbekämpfung dabei. Er und seine Kollegen beauftragten bereits am frühen Samstagmorgen eine Gebäudereinigungsfirma, die Schule zu putzen. Dennoch sind weitere Reinigungsarbeiten nötig, wie der Gemeindeverwaltungsverband gestern am Spätnachmittag mitteilte.
„Unser Signal an die Eltern: Es besteht kein Risiko für die Gesundheit der Kinder“, betonte Werner Landenberger noch am Samstag. Mittlerweile beauftragte der Gemeindeverwaltungsverband jedoch vorsorglich das Institut Prof. Jäger, um alle notwendigen Messungen zu machen. Deshalb muss die Schule bis Freitag, 30. April, geschlossen bleiben. Die Prüfungsräume seien aber „in keinster Weise vom Brand tangiert“, heißt es in der Pressemitteilung. Daher finden die Prüfung am Dienstag wie geplant statt.
Sämtliche Fenster wurden geöffnet, um alle Räume „mit Frischluft zu durchspülen“. Und bereits am Samstag errichtete eine Zimmerei mitten in der Aula eine Holzstaubschutzwand, die die Brandorte komplett sichert. Auch die zerstörten Fenster wurden von außen mit Holzplatten verkleidet. Flaschner, Techniker und andere Handwerker waren am Samstag im Gebäude beschäftigt. Ein Gomaringer Elektriker stellte die Stromversorgung wieder her.
Keyboard zerstört,
Boxen unbrauchbar
Musiklehrerin Silke Knecht kam, um die Bestände zu überprüfen: Das Keyboard ist zerstört, Boxen sind unbrauchbar, das Wasser hat die Notenblätter ruiniert. Der Flügel allerdings scheint relativ glimpflich davongekommen zu sein. Bei der Nutzung von Musikinstrumenten sollen schulzentrumsintern Lösungen gefunden werden.
Fritz Gugel, Leiter des Karl-von-Frisch-Gymnasiums, sagte dem Realschul-Rektor Michael Schönfeld und seiner Stellvertreterin Ulrike Pöschl zu, dass das Gymnasium der Realschule helfen wird, die Zeit zu überbrücken, bis der übliche Weg „Schadensaufnahme, Schadensprüfung, Versicherung, Ersatzbeschaffung“ (Landenberger) für jedes zerstörte Gerät gegangen ist.
gBilder vom Brand und den Folgen gibt es auf der 3. Steinlach-Seite und unter www.tagblatt.de.