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Geballer im Wald

Jugendliche schossen mit Soft-Air-Waffen herum

Mit täuschend echt aussehenden so genannten Soft-Air-Waffen ballerten vier Jugendliche in einem Waldstück in der Tübinger Südstadt herum und lösten damit einen Polizeieinsatz aus.

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Sabine Lohr
Mit diesen Waffenattrappen schossen die vier 13- und 14-Jährigen im Wald. Die Polizei nahm sie ... Mit diesen Waffenattrappen schossen die vier 13- und 14-Jährigen im Wald. Die Polizei nahm sie ihnen ab. Bild: Polizei

Tübingen. Eine Zeugin hatte vor anderthalb Wochen die vier Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren beobachtet und die Polizei alarmiert. Die rückte mit einer Streife aus und traf die Jugendlichen im Wald nahe der Panzerstraße an. Die Jungs, teilweise in Tarnanzügen, schossen mit sieben Waffenimitaten Plastikkügelchen herum. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatten die Schüler zwei Pistolen, eine Pump-Gun, drei Maschinenpistolen und ein Gewehr mit Zielfernrohr bei sich.

Erst Ende Februar hatte es die Polizei mit einem ähnlichen Fall zu tun: Vier Zehn- und Elfjährige, ausgerüstet mit Pistolenattrappen, waren abends auf einem Schulgelände von der Rektorin angetroffen worden. Auch bei diesen Attrappen handelte es sich um so genannte Anscheinswaffen, die echten Pistolen täuschend ähnlich sehen.

Diese Soft-Air-Waffen haben eine geringe Geschoss-Energie. Die aber, so Polizeisprecher Ewald Raidt, reiche immer noch aus, um jemandem Verletzungen beizufügen. „Das kann wortwörtlich ins Auge gehen“, sagte er. Abgesehen von dieser Gefahr sieht Raidt das eigentliche Problem darin, dass diese Spielzeugwaffen von echten Waffen auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind. Auch nicht von der Polizei. Die sei, so heißt es im Polizeibericht, in der Vergangenheit immer wieder in Situationen geraten, „in denen Polizeibeamte vor der Entscheidung standen, von der Dienstwaffe Gebrauch zu machen, da es für sie unmöglich war, ein solches Imitat von einer echten Schusswaffe zu unterscheiden“. Darum dürfen solche Waffenimitate nur in einem sicheren, verschlossenen Behältnis transportiert werden. Wer sich daran nicht hält, kann mit einem saftigen Bußgeld bestraft werden. Bis zu 10.000 Euro sind dann fällig.

Polizei appelliert an Eltern

Wegen des Droheffekts der Soft-Air-Waffen dürfen sie in der Öffentlichkeit auch nicht benutzt werden – obwohl man sie ohne weitere Erlaubnis kaufen darf. „Die Gefahr, die von diesen Waffen ausgeht, ist nicht nur den Kindern, sondern auch vielen Eltern nicht bewusst“, sagte Raidt. Er appelliert deshalb an die Eltern, ihren Kindern klar zu machen, dass dieses „Spielzeug“ nicht nur verboten ist, sondern auch sehr gefährlich sein kann. Falls es denn überhaupt gekauft werden müsse, dürfe man es nur im eigenen, umzäunten Garten benutzen. Die vier Jugendlichen, die bei der Panzerstraße herumgeballert haben, sind nun waffenlos: Die Polizei hat ihnen ihr Spielzeug, das einen Wert von einigen hundert Euro hat, abgenommen und sie, bis auf den noch strafunmündigen 13-Jährigen, wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt.

Rainer Kaltenmark, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, das in diesem Fall zuständig ist, sagte, man werde auf die Eltern der Jugendlichen zugehen und „versuchen, darauf einzuwirken, dass freiwillig auf diese Waffen verzichtet wird“.

29.03.2010 - 17:28 Uhr | geändert: 30.03.2010 - 08:59 Uhr

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