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Baby tot in Garage: Mutter unter Verdacht

Hätten Behörden Tat verhindern können?

Unter dem Verdacht, ihr Baby getötet zu haben, nahm die Polizei eine 43-jährige Frau aus Bodelshausen fest. Die Leiche des Säuglings lag in der Garage.

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ULI EISELE RAIMUND WEIBLE

Bodelshausen Ein schreckliches Familiendrama hat sich in der Gemeinde Bodelshausen (Kreis Tübingen) abgespielt. Dort fand die Polizei in einer Garage die Leiche eines weiblichen Neugeborenen. Es lag in einem Karton. Die 43-jährige Mutter wurde festgenommen. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass die Frau das Kind Ende 2009 lebend zur Welt gebracht und unmittelbar danach getötet hat.

Die Polizeiaktion war wegen eines Verdachts der illegalen Schwangerschaftsabbruchs in Gang gekommen. Bereits im November hatten sich Personen aus dem Umfeld anonym an das Kreisjugendamt gewandt mit der Bitte, nach der Frau zu schauen, die bereits sechs Kinder hat. Sie sei schwanger, verheimliche dies aber ihrer Umwelt, hieß es in der Mitteilung. Es wurde die Befürchtung geäußert, es bestehe Gefahr für das Leben des Ungeborenen. Das Kreisjugendamt schaltete sich ein. Die Frau sei mehrmals zum Gespräch aufgefordert worden. Mitarbeiter hätten versucht, sie zu Hause zu treffen. Doch sie habe sich den Versuchen stets entzogen. "Mehrere amtliche Untersuchungen hatte sie verstreichen lassen oder bewusst immer wieder erfolgreich hinausgezögert", teilte die Polizei mit.

Der Argwohn des Umfelds war gerechtfertigt. Vermutlich war die Tatsache bekannt, dass die 43-Jährige bereits im August 2004 ein Neugeborenes in der Damentoilette des Tübinger Uniklinikums abgelegt hatte. Strafermittlungen gegen die Mutter wurden damals eingestellt, weil, so hieß es, die Gesundheit des Kindes nicht gefährdet war. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, die Mutter habe die Klinik quasi als Babyklappe benutzt. Das Kreisjugendamt übernahm zwar zunächst die Vormundschaft für das Baby. Das Kind wurde aber in die Familie zurückgegeben, weil die Behörde der Ansicht war, das Wohl des Kindes sei gesichert.

Im neuen Fall vernahm die Polizei die Frau erstmals im Dezember. Sie war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr schwanger. Am Dienstag wurde die Frau erneut verhört, verstrickte sich in Widersprüche. Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Tübingen, Alexander Hauser, versicherte, bisher liege kein Hinweis vor, "dass das Kreisjugendamt etwas verschlampt hat".

06.02.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 06.02.2010 - 08:49 Uhr

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