Weil die CDU „zu sozialdemokratisch“ sei, ist Edgar Radny, der 30 Jahre für die Union im Dettenhäuser Gemeinderat saß, aus der Partei ausgetreten. Der CDU-Orstverein Dettenhausen wählte jetzt einen Vorstand ohne ihn.
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Edgar Radny
Dettenhausen. Dreißig Jahre war Edgar Radny das Gesicht der CDU im Dettenhäuser Gemeinderat. Für sein kommunalpolitisches Engagement bekam er vergangenen Sommer unter Standing Ovations der Ratskollegen von Bürgermeister Hans-Joachim Raich die Goldene Ehrennadel des Gemeindetags. Den Einschnitt der Kommunalwahl 2009 nutzte Edgar Radny, um für sich einen Schnitt zu machen: Er kandidierte nicht mehr und trat – wie öffentlich erst jetzt publik wurde – aus der CDU aus. Der Union hatte Radny in Dettenhausen seit 1978 angehört und war auch zwölf Jahre lang deren Ortsvorsitzender.
„Mit der Gemeinde hat das alles nichts zu tun“, erklärte Radny nun auf Nachfrage dem TAGBLATT. Er habe die Partei verlassen, „weil mir die Politik der CDU nicht mehr gepasst hat“. Unter Angela Merkel sei die Union in den letzten Jahren „zu sozialdemokratisch geworden“: „Immer mehr hat die CDU abgestaubt, was die SPD auf den Plan gebracht hat“, sagte Radny, der im Gemeinderat als „Mann der klaren Worte und kernigen Aussagen“ geschätzt wurde. Zusammen mit ihm hat auch seine Frau Christa Radny das CDU-Parteibuch abgegeben.
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Dettenhäuser CDU war Radnys Austritt dem Vernehmen nach kein Gesprächsthema mehr. Als Vorstands-Ersatz für ihn musste nun allerdings ein neuer Beisitzer gewählt werden. Als Ortsvorsitzender wurde für zwei Jahre Reinhold Halder gewählt, der seit der Kommunalwahl 2009 zusammen mit Wolfgang Huber die CDU im Gemeinderat vertritt. Stellvertretende Vorsitzende und Schriftführerin ist nun Sabine Janning. Kassier ist Wolfgang Huber und als Beisitzer gewählt wurden Karl Fischer und (neu) Hans Bubeck.
Bei der Versammlung befassten sich die Dettenhäuser CDU-Mitglieder in der Bahnhofs-Gaststätte mit der neuen Wahlkreis-Einteilung für die Landtagswahl 2011. Über den neuen Wahlkreis-Zuschnitt ohne Dußlingen, Gomaringen und Nehren ist der Ortsverein „nicht so erfreut“. In der Bundespolitik würden sich manche im Ortsverein ein stärkeres Auftreten der Kanzlerin wünschen, und „mixed emotions“ löste die Landesregierungs-Debatte um den Kauf der Steuersünder-CD aus.
In der Kommunalpolitik ist die von der Finanzkrise noch verschärfte Verschuldung der Gemeinde das Hauptthema. Dennoch ist man sich im Ortsverein einig: Trotz Schulden dürfe das Dettenhäuser Bädle nicht aufgegeben werden – das örtliche Freibad gehöre einfach zur kommunalen Infrastruktur.mm