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Uhr tickt für die Werkrealschule

DuGoNe am Überlegen, wie man auf Ablehnung reagieren soll

Dußlingen will weiterhin eine gemeinsame Werkrealschule mit Gomaringen und Nehren einrichten. Aber ob das noch im kommenden Schuljahr klappt, wird immer fraglicher.

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Ulrich Eisele

Dußlingen. Eigentlich wollte der Dußlinger Gemeinderat am Donnerstagabend das „weitere Vorgehen“ nach Ablehnung des Werkrealschulantrags besprechen. Doch dafür fehlte die Informationsgrundlage. Denn kurz zuvor, am 2. März, hatte ein Gespräch zwischen den drei Bürgermeistern des Gemeindeverwaltungsverbandes und einem Vertreter des Stuttgarter Kultusministeriums stattgefunden. Was dabei heraus kam, war dem Gemeinderat nicht bekannt. Bürgermeister Thomas Hölsch war bei der Sitzung verhindert, seine Stellvertreterin Renate Schelling wusste nur, dass ein Entschluss des Gremiums ohne die Informationen aus dem Kultusministerium schon bald Makulatur sein könnte.

Gestern nun fasste Bürgermeister Hölsch das Gespräch mit dem Kumi auf Nachfrage so zusammen: Der zuständige Staatssekretär habe den DuGoNe-Bürgermeistern nur noch einmal die Ablehnungsgründe für den Werkrealschulantrag ausführlich dargelegt. Haupteinwand sei, dass eine Werkrealschule nach Ansicht des Kultusministeriums in den Klassenstufen 8 bis 10 mindestens zweizügig geführt werden soll, um den Schülern genügend Wahlmöglichkeiten bei den drei Wahlpflichtfächern zu garantieren. Dafür sei eine gewisse Mindestzahl von Schülern nötig.

Der Gemeindeverwaltungsverband will hingegen die Klassen 8 und 9 auf zwei Standorte (Dußlingen und Gomaringen) verteilen. Die Wahlpflichtfächer sollen nachmittags an einem gemeinsamen Standort für alle Werkrealschüler angeboten werden. Die Ablehnungsgründe des Kultusministeriums hält Bürgermeister Hölsch für wenig stichhaltig. Er und seine beiden Kollegen Werner Landenberger und Manfred Schmiderer seien weiter davon überzeugt, dass das „Gomaringer Modell“ sowohl pädagogisch wie auch kostenmäßig besser als die Kompromissvorschläge des Kultusministeriums abschneiden würde.

Immerhin habe man von Stuttgart die Zusicherung, dass der 15. März, der bisher als letzter Termin für einen Werkrealschulantrag genannt wurde, kein absolutes Hindernis darstelle. Wenn ein genehmigungsfähiger Antrag „ein paar Tage später“ vorliege, so werde auch dieser noch bearbeitet.

Zeitlicher Druck entsteht jedoch dadurch, dass sich die Eltern demnächst entscheiden müssen, wo sie ihre Kinder anmelden. Der Anmeldetermin für die Realschulen ist landeseinheitlich am 24. und 25. März. Für die Hauptschulen und Werkrealschulen gibt es keinen verbindlichen Anmeldetermin, da die Kinder von der abgebenden Grundschule angemeldet werden. Da mit der Werkrealschule aber auch die Wohnortbindung endet, könnte schon bald ein Wettrennen auf die schon genehmigten Werkrealschulen im Kreis Tübingen einsetzen.

In einer gemeinsamen nicht-öffentlichen Sitzung am 17. März wollen die Gemeinderäte von Dußlingen, Gomaringen und Nehren nun ausloten, ob man sich doch noch politisch zu einem genehmigungsfähigen Werkrealschulmodell durchringt oder den Klage-Weg einschlägt. Wie lange es dauern würde, Recht zu bekommen, kann Thomas Hölsch nicht einschätzen. Das hänge davon ab, ob der Rechtsstreit vom Verwaltungsgericht Sigmaringen rasch entschieden wird und ob das Kumi den Richterspruch akzeptiert, oder ob man vors Bundesverwaltungsgericht gehen müsse.

Aus der Ablehnungs-Begründung des Regierungspräsidiums

„Ihrem Antrag auf Einrichtung einer Werkrealschule kann nicht entsprochen werden“, heißt es im Ablehnungsbescheid des RP, „da die Klassenstufen 8 – 10 mindestens zweizügig geführt werden sollen und nicht wie die Klassenstufen 5 – 7 auf zwei oder mehrere Standorte verteilt sein können.“ Das RP schlägt stattdessen vor, alle Schüler/innen der Klassen 8 bis 10 an der Schlossschule in Gomaringen und alle der 5. bis 7. Klasse an den „Außenstellen an der Kirschenfeldschule in Nehren und der Anne-Frank-Schule in Dußlingen“ zu unterrichten. Ein „alternierendes Modell“ hatte die Abteilungsdirektorin für Schule und Bildung beim RP Susanne Pacher vorgeschlagen: Ab der Mittelstufe solle man die Jugendlichen jahrgangsweise auf Dußlingen und Gomaringen verteilen. Bürgermeister Manfred Schmiderer kritisierte diese Lösung als „an der Praxis vorbei geplant und pädagogisch unbefriedigend“.

07.03.2010 - 08:30 Uhr
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