Die Initiative „Bürger für Bürger“ ist jetzt vertraglich abgesichert
Über 400 Menschen konnte die Initiative „Bürger für Bürger“ bereits helfen. Jetzt ist die Arbeit der knapp 60 Spezialisten vertraglich geregelt.
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Sie koordinieren für Dettenhausen die „Bürger für Bürger“-Arbeit (von links nach rechts): Jürgen Bucksch, Marga Ranger, „Bürger für Bürger“-Vorsitzender Gerhard Frech und Ideengeber Herbert Pudelko. Bild: Freese
Dettenhausen. Seit neun Jahren hilft die Initiative „Bürger für Bürger“ verzweifelten Einwohnern der Orte Dettenhausen, Weil im Schönbuch, Breitenstein und Neuweiler. Über 400 Menschen haben die Arbeit der knapp 60 Ehrenamtlichen bereits in Anspruch genommen. Ehemalige Banker engagieren sich, Rechtsanwälte, Ärzte und Handwerker. „Unser Anspruch ist es, schnell und unkonventionell zu helfen“, sagte Iris Frech von der katholischen Gemeinde Weil im Schönbuch. Das Projekt sei kirchlich gewachsen und von Beginn an ökumenisch ausgerichtet. Eine Vielzahl der „Bürger für Bürger“-Klienten ist muslimischen Glaubens. „Nationalität oder Religion sind für unsere Initiative nicht so wichtig“, sagte Frech.
Die katholische und die drei evangelischen Gemeinden loben „Bürger für Bürger“ als Erfolgsmodell. Am Samstag unterzeichneten die Verantwortlichen bei einem Festakt in der Kirche St. Johannes Baptist eine Vereinbarung, die die Finanzierung des Projekts und die Zusammenarbeit der vier Kirchen untereinander regelt. Gerhard Frech, Vorsitzender der Initiative, begrüßte den Vertrag: „Früher haben wir ganz losgelöst gearbeitet, einfach so gemacht. Jetzt sind die Aufgaben klarer verteilt und die Geldmittel für unsere Ausgaben sind gesichert.“
Die Arbeit von „Bürger für Bürger“ bleibt auch künftig vielfältig. Neben der eigentlichen Bürgerhilfe läuft seit vier Jahren das Projekt „Schüler helfen Schülern“. Kinder mit Lernproblemen dürfen bis zur zehnten Klasse die Hilfe in Anspruch nehmen – und zahlen je nach Elternhaus null bis sieben Euro. Die jungen Nachhilfelehrer bekommen fix sieben Euro die Stunde. Zudem vermittelt die Initiative Patenschaften für Hauptschüler, hilft bei der Integration von Zuwanderern, kocht für Obdachlose oder macht Ausflüge mit behinderten Menschen.
Die Helfer betonen ihre christliche Motivation. Pfarrer Michael Zips sagte in seiner Predigt am Samstag, dass Nächstenliebe und Gottesliebe untrennbar zusammengehören. „Den Dienst am Nächsten dürfen wir nicht einfach an die Kommune delegieren“, sagte Zips. „Zu helfen ist eine zentrale Aufgabe für uns als Christen.“eik
Info
„Bürger für Bürger“ ist werktags von 8 bis 19 Uhr erreichbar unter der Telefonnummer 0172 / 755 26 94. Zahlreiche Ämter und Einrichtungen der Kreise Tübingen und Böblingen kooperieren mit der Initiative.