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Mit Risiko und Erfahrung

Die Firma Neusser hat einige Vorzeigeprojekte

Mit Risikobereitschaft bei der Ausschreibung und mit etlichen Vorzeigeprojekten hat sich die Dettenhauser Metallbaufirma Neusser einen guten Ruf erarbeitet.

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Mario Beisswenger
Wolfgang Neusser und sein Team in Aktion: Im Mössinger Pausagebäude werden neue Fenster eingebaut ... Wolfgang Neusser und sein Team in Aktion: Im Mössinger Pausagebäude werden neue Fenster eingebaut (von links: Eduard Busch, Wolfgang Neusser, Benjamin Schneck und Rudolf Busch). Vergangenes Jahr war die Dettenhäuser Firma auf dem Stuttgarter Kunstgebäude im Einsatz. Bild: Franke

Dettenhausen. Die Referenzliste, die Wolfgang Neusser für seinen Betrieb vorlegen kann, ist stattlich. Die maurischen Landhäuser im Magnoliengarten der Stuttgarter Wilhelma wurden unter seiner Regie restauriert. Die Tübinger Kunsthalle bekam ihre Lichtdächer aus Dettenhausen. Vergangenes Jahr sanierten die Metallbauer die Oberlichter des Ausstellungsgebäudes des Stuttgarter Kunstvereins (das „Kunstgebäude“ mit dem goldenen Hirsch auf der grünen Dachkuppel). Und zur Zeit arbeiten die 14 Beschäftigten des Betriebs an den Dachöffnungen der Mössinger Pausa.

Der 51-jährige Chef könnte noch einige Projekte mehr aufzählen: vom Stuttgarter Haus der Geschichte übers Daimler-Stadion bis hin zum Treppenhaus in der Tübinger Crona-Klinik. Aber wie kommt er an die Aufträge ran? Es passe da wohl die Betriebsgröße, meint er. Kleine Schlossereien könnten so etwas kaum stemmen – für die großen Anbieter sind sie nicht standardisiert genug. Wolfgang Neusser schätzt, dass es in seiner Firmengröße mit der passenden Qualifikation in der Gegend ringsum nur eine Handvoll Konkurrenten gibt.

Zudem komme es auf die richtige Strategie an bei den Ausschreibungen der öffentlichen Auftraggeber. Um da als „günstigster Bieter“ genommen zu werden, muss man auch meist die niedrigsten Preise kalkulieren. Das sind dann Festpreise. Wenn da bei einem Auftragsvolumen von 1,5 Millionen Euro etwas schief läuft, bekäme die Firma ein Problem. „Bei der Kalkulation muss man Risikobereitschaft mitbringen“, sagt Neusser. „Außerdem braucht man Erfahrung, sonst kann man keinen Treffer landen.“ In guten Zeiten kommen auf zehn Ausschreibungen etwa vier Treffer, in schlechten auch mal nur einer.

Die Kenntnis aller einschlägigen Baunormen, der sichere Umgang mit den Materialien Stahl, Edelstahl, Aluminium, Spezial-Glas und manchmal auch Holz gehöre dazu. Das Wissen des Dettenhäuser Metallbauers ist im Moment zum Beispiel auf dem Dach des Mössinger Pausa-Gebäudes gefragt. Äußerlich sollen die alten Drahtglas-Scheiben das alte Aussehen erhalten, nach innen soll ein Sonnenschutzglas nicht zu viel Hitze einlassen und isolieren. Tragen sollen das alles die historischen Metallprofile. Um solche komplexen Aufgaben zu lösen, kann sich die Firma auf das Wissen von vier Meistern verlassen.

Inzwischen haben sich die Metallbauer aus Dettenhausen einen guten Ruf erarbeitet. Der Betrieb am Schwarzen-Hau-Weg steht auf der Liste der so genannten präqualifizierten Betriebe. Öffentliche Stellen, die zur Zeit auch nur für einen beschränkten Bieterkreis ausschreiben können, finden dort nur anerkannte Betriebe. Die großen Aufträge von der öffentlichen Hand werden wegen der immer klammer werdenden Kassenlage in Zukunft aber weniger.

Vom Großprojekt zum Wintergarten

„Für die nächsten Jahre mache ich mir Gedanken, wie wir gegenleiten können“, sagt Neusser. Bislang ist sein Konzept: „Ein großer Auftrag und mehrere kleine drum-herum.“ Schließlich ist er ja auch ganz normaler Metallbauer, der auch einen Wintergarten erstellt, Türen bis hin zu zertifizierten Brandschutztüren einbaut oder ein Gartentor fertigt. Mit einer Werbeoffensive will sich Neusser nun auch wieder stärker bei Architekten ins Bewußtsein bringen, die im Industriebau tätig sind – oder auch bei Bauherrn hochwertiger Einfamilienhäuser.

Metallbau seit fast 50 Jahren

Die Firma Neusser wurde 1965 von Reinhard Neusser gegründet. Sein Sohn Wolfgang stieg 1989 in den Betrieb ein, inzwischen arbeitet mit Patrick Neusser bereits die dritte Generation mit. Unter den 14 Beschäftigten sind vier Meister und zwei Azubis. Mit Markus Streit hat die Firma ihr eigenes Planungsbüro besetzt, Jürgen Kugler wickelt die Projekte ab. Der Jahresumsatz ist sehr stark von den verarbeiteten Materialien abhängig, 2009 betrug er 1,9 Million Euro.

17.02.2010 - 08:30 Uhr
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