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Wieder Warnstreik bei Coca Cola

60 Beschäftigte legten die Arbeit in Gomaringen nieder

Im Gomaringer Werk legten die 80 Beschäftigten am Donnerstag die Arbeit nieder, weil auch in der sechsten Tarifverhandlung keine Einigkeit mit dem Arbeitgeber zustande kam. Im Gegenteil: Coca Cola droht mit Personalabbau.

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Susanne Mutschler

Gomaringen. Rund 60 aktive Streikteilnehmer bibberten bei der Kundgebung vor der Gomaringer „Coca Cola-Erfrischungsgetränke“- Niederlassung. Peter Seddig vom Betriebsrat freute sich über die vielen Mitarbeiter, die seit sechs Uhr in der Frühe in der Kälte ausharrten und „Flagge zeigten“. Nach den stundenweisen Warnstreiks in den vergangenen Wochen „ist heute ganz Süddeutschland im Ausstand“, erklärte Markus Sonnenschein von der Gewerkschaft Nahrungs- und Genussmittel (NGG). Er war zur Unterstützung der Gomaringer Belegschaft aus Singen angereist.

Artikelbild: 60 Beschäftigte legten die Arbeit in Gomaringen nieder

Auch nach der sechsten Tarifverhandlungsrunde zeige der Arbeitgeber kein Entgegenkommen. Die bei Coca Cola Beschäftigten fordern sechs Prozent mehr Lohn und 100 Euro mehr für die Auszubildenden. Seit Jahren sei wegen der vertraglichen Beschäftigungssicherung auf Lohnforderungen verzichtet worden, erklärte Sonnenschein. Dass die Geschäftsleitung nun statt höherer Löhne den Abbau von bundesweit 450 Arbeitsplätzen ankündige, bezeichnete er als „doppelte Bestrafung“. In Gomaringen fürchten sieben Beschäftigte im Verkaufsinnendienst und im Werbemittellager um ihre Stellen. „Wer das wäre, kann man sich an den Händen abzählen“, sagte Sonnenschein aufgebracht. Die Arbeitsniederlegung bezeichnete er als „letztes Signal“, bevor die Gewerkschaft zu Urabstimmung und unbefristetem Streik aufrufen werde.

Die aktuelle Warnstreikwelle sei eine „unnötige Belastung“ für die nächste Verhandlungsrunde am 7. und 8. März, findet dagegen Geert Harzmann, Pressesprecher von Coca Cola. Die Firmenleitung habe einer Aufstockung beim Azubi-Entgelt bereits zugestimmt und biete außerdem einen höheren Arbeitgeberanteil bei der betrieblichen Altersvorsorge an. Bei den Löhnen liege die Verhandlungsgrundlage bei 2,5 Prozent Erhöhung für das erste und zwei Prozent für das zweite Jahr. Von den geplanten so genannten „Umstrukturierungen im Finanzbereich und beim regionalen Marketing“ seien deutschlandweit 450 Stellen an den 60 deutschen Coca Cola Standorten betroffen, heißt es vom Unternehmen. Weil das Geschäft mit Erfrischungsgetränken starken jahreszeitlichen Schwankungen unterliege, knüpfe Coca Cola den Abschluss eines neuen Tarifvertrags an flexiblere Arbeitszeitregelungen bei seinen Mitarbeitern.

Linke Solidaritätsadresse
„Solidarische Grüße aus Berlin“ sandte gestern die Tübinger Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel namens der Linken an die warnstreikenden Beschäftigten von Coca Cola in Gomaringen.
„Eure Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn, nach einem Tarifvertrag mit Beschäftigungssicherung und einer Begrenzung von Werkverträgen und Leiharbeit sind absolut berechtigt“, heißt es in dem Schreiben. Der Flexibilisierung, der „Lohndrückerei bei Coca Cola, aber auch in anderen Branchen“ müsse ein Riegel vorgeschoben werden.


01.03.2013 - 08:00 Uhr | geändert: 01.03.2013 - 08:19 Uhr

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