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Kampfmittelbeseitigungsdienst

120.000 Waffen im Südwesten entsorgt

Auch wenn die Bereitschaft zum Abliefern von Waffen in Privatbesitz inzwischen wieder abnimmt: Seit dem Amoklauf von Winnenden 2009 sind im Südwesten so viele Waffen wie noch nie entsorgt worden.

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SWP
Artikelbild: 120.000 Waffen im Südwesten entsorgt Zuerst landen die eingesammelten Waffen zum Ausglühen im Ofen, die Reste werden eingeschmolzen und zu Baustahl verarbeitet. Foto: dpa

Stuttgart Seit dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen im März 2009 haben die Baden-Württemberger rund 120 000 Waffen zurückgegeben und vernichten lassen. Diese Zahl entspreche mehr als zehn Prozent der offiziell registrierten Waffen, sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl. 2009 waren bei den Behörden insgesamt noch rund 900 000 Waffen registriert. Der Aufruf zur freiwilligen Rückgabe von Waffen sei immer noch aktuell, sagte Schmalzl, gerade auch vor dem Hintergrund der bei Kontrollen immer wieder festgestellten Verstöße gegen die Aufbewahrungspflichten. "Auch nach über zwei Jahren bleibt der Amoklauf eine Verpflichtung, der wir uns zu stellen haben, nicht nur wegen der jüngsten Ereignisse von Oslo", sagte Schmalzl.

Das Regierungspräsidium hatte 2009 durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst 92 Tonnen landesweit zurückgegebener Waffen vernichtet. Während es in den zweieinhalb Monaten bis zum Amoklauf nur zwei Tonnen waren, wurden dann beispielsweise allein im Oktober 2009 rund 19 Tonnen vernichtet. 2008 waren es 18 Tonnen, 2007 rund elf Tonnen Waffen, in früheren Jahren weniger. Eine Tonne entspricht ungefähr 600 Waffen.

Insgesamt wurden 2009 rund 55 000 Waffen aus dem Verkehr gezogen, auch viel Munition sei abgegeben worden. Aufgrund der regen Beteiligung mussten die Kampfmittelbeseitiger im Regierungspräsidium Stuttgart ihre Arbeit umstellen: Die Waffen werden seither bei dem Dienst ausgeglüht und dadurch unbrauchbar gemacht. Dann werden die Reste zu einem Hochofen im Land gebracht und eingeschmolzen. Das gewonnene Metall wird als Baustahl verwendet.

Insgesamt wurden vergangenes Jahr knapp 90 Tonnen (umgerechnet 54 000 Waffen) vernichtet. 2011 sind es in der ersten Jahreshälfte bereits 21 Tonnen, 13 000 Waffen. Das deutet auf einen spürbaren Rückgang im Vergleich zu 2010 und 2009 hin. Allerdings wird die Zahl immer noch hoch sein. "Die Zahl der Waffenbesitzer hat sich deutlich reduziert", betonte Schmalzl.

Seit Sommer 2009 sind die Behörden zu verdachtsunabhängigen Kontrollen von Waffenbesitzern verpflichtet. Innenminister Reinhold Gall (SPD) will das Waffenrecht verschärfen. Er prüft, ob großkalibrige Waffen in Privatbesitz verboten werden. Die Waffenbehörden sollen zudem zeitnah informiert werden, wenn ein Schütze seinen Schießsport aufgibt. lsw

10.08.2011 - 08:30 Uhr

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