Verwaltung, Gemeinderat und Bürgermeister in Starzach vertragen sich nicht. Jetzt wollen Bürger mit einer Demo für Frieden im Rathaus werben.
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RAIMUND WEIBLE
Starzach "Die sollen sich zusammenreißen!" Horst Kessler, Vorstand der Narrenzunft Wachendorf, kann ihn einfach nicht verstehen, diesen Streit im Rathaus von Starzach. Seit mehr als acht Jahren gibt es dort Zoff zwischen Bürgermeister Thomas Nóe (Freie Wähler), seiner Verwaltung und dem Gemeinderat. "Diesen Konflikt muss man doch lösen können", sagt Kessler, der als Betriebsratschef gewohnt ist, Konflikte friedlich auszutragen.
Trotz erfolgreicher Wiederwahl weiter unter Druck: Starzachs Bürgermeister Thomas Noé. Foto: R. Mozer
Zusammen mit anderen Starzacher Bürgern hat Kessler zu einer Demonstration für den Frieden im Rathaus aufgerufen. Am heutigen Samstag wollen sie sich auf dem Rathausvorplatz des Teilorts Bierlingen treffen und stumm die Bereitschaft aller Streithähne einfordern, ordentlich miteinander umzugehen. Kessler rechnet mit über 100 Teilnehmern.
Kessler nervt, dass seine Gemeinde (4400 Einwohner) ständig negative Schlagzeilen produziert. Alle paar Wochen füllen sich die Zeitungsspalten mit Berichten über Auseinandersetzungen im Rathaus. Auch Noés Wiederwahl am 29. September 2012 mit 68,7 Prozent bei 72 Prozent Wahlbeteiligung änderte daran nichts. Selbst der Versuch der Streitschlichtung Anfang 2010 durch einen kirchlichen Mediator blieb ohne nachhaltigen Erfolg. Der Personalrat hat die Mediationsvereinbarung einseitig aufgekündigt.
Der lange schwelende Konflikt innerhalb der Verwaltung eskalierte im August 2009, als nahezu alle Beschäftigten des Rathauses ihrem Chef per Brief Mobbing vorwarfen. Er übe Druck aus und rede ihre Leistungen in der Öffentlichkeit schlecht. Gegen diese Kritik verwahrte sich der Schultes.
Der Gemeinderat wollte den heute 45-jährigen Noé los haben und verzichtete demonstrativ bei der Ausschreibung der Bürgermeisterwahl auf den üblichen Zusatz "Der Amtsinhaber bewirbt sich wieder". Im September 2012 verboten die Räte dem Schultes, Personalentscheidungen allein zu treffen. Jetzt also ein neuer Anlauf, Frieden zu schaffen. "Das ist ein Versuch wert", sagt Kessler.
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