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Ein bisschen Frieden zum Fest

Starzacher wollen wieder Ruhe im Ort

Am Anfang soll eine Art Mahnwache im Kehlhof in Bierlingen stehen: Eine Gruppe Starzacher Bürger will darauf hinwirken, dass im Ort wieder Ruhe einkehrt und Gemeinderat, Verwaltungsangestellte und Bürgermeister Thomas Noé Frieden schließen.

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Hete Henning

Am Samstagvormittag um 10.30 Uhr, zwei Tage vor Heiligabend, sollen – wenn alles gut geht – 70 bis 100 Starzacher und Starzacherinnen zu einer stillen Demonstration im Kehlhof zusammen kommen. Keine Reden, lediglich Plakate sollen klarmachen, worum es dabei geht: „Wir Bürger wollen vertreten werden“, wird auf diesen Schildern zu lesen sein, „Dialog ja“, „Respekt – gegenseitige Anerkennung“ und „Gemeinsam für Starzach in die gleiche Richtung“.

Gemünzt sind diese Parolen vor allem auf die Mitglieder des Gemeinderats, auf Bürgermeister Thomas Noé und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, die seit Herbst vergangenen Jahres höchst öffentlichkeitswirksam in einem teilweise sehr unappetitlichen Clinch liegen. „Wir müssen denen zeigen, dass es so nicht weitergeht“, sagt Horst Kessler. Der Wachendorfer gehört zu einer Gruppe von über zehn Starzachern, die „am Stammtisch“ nicht nur feststellten, „dass keine Ruhe einkehrt im Ort“ und „dass es so nicht weitergehen kann“, sondern auch überlegten, wie sich der unerquickliche Zustand beenden lässt. „Wir wollen“, sagt Kessler, „Bürger ansprechen, die die Unruhe auch nicht brauchen.“

Kessler, Vorstand der Narrenzunft Wachendorf und Betriebsratsvorsitzender eines Metall-Betriebes in Horb, hat bei der Bürgermeisterwahl vor elf Monaten zwar für Noé gestimmt. Er gehört nach eigenem Bekunden aber nicht zu den so genannten Pro-Noé-Anhängern und ist auch kein Gegner des Gemeinderates. „Ich war bisher neutral, ich habe in Starzach überall Freunde und Bekannte, auch in der Gemeindeverwaltung“, charakterisiert Kessler seine Position. Landauf, landab, überall, wo er hinkomme, werde er immer auf die eine Frage angesprochen: „Was ist da eigentlich los bei Euch in Starzach?“ Das müsse aufhören.

Ein anderer Mann, der zu der Stammtischgruppe gehört, ist Egon Lohmiller, der frühere Zunftmeister der Narrenzunft Bierlingen, der sich selbst als „persönlicher Freund Noés“ bezeichnet, mit dem Bürgermeister aber „durchaus nicht immer einer Meinung“ ist. Der anhaltende Schlagabtausch zwischen den verfeindeten Lagern tue der Gemeinde nicht gut, weder innerlich, noch in der Außenwirkung. Nachdem der Bürgermeister mit 68 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde, sei das Thema Noé „eigentlich durch“, findet Lohmiller, der Wert auf die Feststellung legt, dass es nicht darum gehe, ein neues Fass aufzumachen. „Wir wollen, dass der Bürgermeister seinen Job macht und dass der Gemeinderat sich wieder um die Sachthemen kümmert.“ Um das zu erreichen, müsse man „die Jungs wachrütteln – wir müssen jetzt versuchen, den Kreis zu durchbrechen“.

Das große Bündnis, das den Friedensprozess in Starzach ins Rollen bringen soll, muss sich allerdings erst noch bilden. Lohmiller sieht sich dabei „nicht ganz vorne“, sondern eher in der Rolle eines Anschiebers. Er, Kessler und Konsorten gehen davon aus, dass sie gemeinsam 70 bis 100 Leute dazu bewegen können, am kommenden Samstag mit ihnen auf die Straße zu gehen, je mehr, desto besser, „wir freuen uns auf jeden, der kommt“. Daraus soll sich dann eine Gruppe bilden, die die streitenden Parteien dazu bringt, wieder verständnisvoller miteinander umzugehen und, so Kessler, „Starzach und seine Bürger wieder in den Vordergrund zu stellen“.

Wenn sich auf diese Weise wiederum Leute fänden, die bereit wären, sich auf kommunalpolitischer Ebene zu engagieren, meint Lohmiller, wäre das ganz große Ziel erreicht.

20.12.2012 - 07:30 Uhr | geändert: 20.12.2012 - 07:34 Uhr

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