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Arbeit leichter, Zeiten härter

Felldorfer Baufirma Hertkorn feiert Jubiläum

50-jähriges Bestehen feiert das Baugeschäft Hertkorn morgen. Mit Hochbau und Renovierung allein kann solch ein kleiner Betrieb heute nicht mehr existieren.

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Lena Riester
Firmenchef Otto Hertkorn baggert manchmal noch selber. Links seine Mitarbeiter Norbert Koch (vorn) ... Firmenchef Otto Hertkorn baggert manchmal noch selber. Links seine Mitarbeiter Norbert Koch (vorn) und Maurermeister Volker Schlichter (rote Jacke). Bild: Mozer

Felldorf. „In den 50 Jahren hat sich viel verändert im Baugeschäft“, sagt Seniorchef Otto Hertkorn. Am 14. März 1960, nach seiner Meisterprüfung, gründete er zusammen mit seiner Frau Anneliese den Betrieb. „Sie war für das kaufmännische zuständig“, sagt Hertkorn, „ohne sie hätte ich den Betrieb nicht aufbauen können.“ Zwei seiner Brüder, Rupert und Valentin, arbeiteten mit. Innerhalb weniger Monate wuchs der Betrieb, Hertkorn stellte drei Maurer und zwei Bauhelfer ein. Es war eine harte Zeit. Hertkorn: „Man musste damals noch richtig schuften.“ Meist mit der Hand.

Anfang 1998 übernahm sein Sohn Otto Hertkorn junior, Maurermeister und Betriebswirt des Handwerks, das Unternehmen. „Mit Pickel, Schaufel und Schubkarre hat mein Vater angefangen. Heute sind wir modern ausgerüstet“, sagt Hertkorn junior und zählt Maschinen, Kräne, Maurer-Arbeitsbühnen und moderne Lasertechnik auf. Durch die Technisierung fallen Arbeitsplätze weg, erzählt Hertkorn. „Früher haben alle Studenten im Ort in den Ferien hier gejobbt“, man habe viele Hilfskräfte brauchen können.

Heute sei das anders. Der klassische, ungelernte Bauhelfer sei fast ausgestorben. Alles gehe schneller. „Früher hat mein Vater drei bis vier Häuser pro Jahr gebaut. In Spitzenzeiten haben wir dagegen schon 25 Häuser pro Jahr gebaut, mit nur zehn Leuten.“

Seit 1960 bildeten die Hertkorns 20 Maurer aus. „Vier davon haben den Meister gemacht, zwei waren Kammersieger“, sagt Hertkorn junior. Der Betrieb sei in all den Jahren etwa gleich groß geblieben; stets waren sieben bis zehn Leute beschäftigt.

Neben klassischen Tätigkeiten bei Hochbau, Renovierung und Außenanlagen versucht Otto Hertkorn bei Neuerungen „so schnell wie möglich dabei zu sein“. Das reine Baugeschäft könne nicht mehr überleben, sagt Hertkorn. „Die Häuser aus den 60er Jahren sind noch in Top-Zustand. Alternative Aufgaben fand Hertkorn in der Geothermie. Er baut Erdwärmekörbe mit geringem Platzbedarf in Wasserschutzgebieten ein, wo die herkömmliche Bohrung nicht möglich ist. Zudem saniert er Kamine und baut Rückstausicherungen in der Abwassertechnik ein.

Fortbildung und mehrere kleine Standbeine zu haben, das sei ihm sehr wichtig. Seit etwa zehn Jahren lasse die Nachfrage in der Baubranche nach, deshalb will Hertkorn, wie sein Vater, Qualität bieten.

13.03.2010 - 08:30 Uhr
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