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Was hinten rauskommt, zählt

Ofterdingen erhöht Hundesteuer

Ofterdingen ist kein Steuerparadies, aber für Hundehalter bislang recht günstig. Das fand zumindest die Verwaltung. Und der Gemeinderat stimmte mehrheitlich zu. Deshalb wird die Hundesteuer auf 96 Euro erhöht.

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Susanne Wiedmann

Ofterdingen. Das schmutzige Geschäft bringt immer wieder Ärger. Weil es Spuren hinterlässt, um die sich nicht alle Hundehalter kümmern. Die Gemeindeverwaltung appelliert zwar ständig an Herrchen und Frauchen. Aber was passiert: Wer sich ohnehin um die Hinterlassenschaften sorgt, fühle sich zu Unrecht beschuldigt. „Und diejenigen, die es lesen sollten, tun es nicht“, beklagte Bürgermeister Joseph Reichert resigniert in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

DER TUT NIX, aber er macht was ...Zeichnung: Buchegger DER TUT NIX, aber er macht was ...Zeichnung: Buchegger

So wird mit den Mitteln aus der Hundesteuer das braune Desaster auf Gehwegen, Kinderspielplätzen, Grünanlagen beseitigt. Zudem hat Ofterdingen im vergangenen Mai eine erste Hundetoilette angeschafft. Das TAGBLATT hatte über die fehlende Spurensicherung in Ofterdingen berichtet. Daraufhin wurde ein Tütenspender samt Mülleimer an der „Insel“ aufgebaut, an einer beliebten Gassi-Strecke der Ofterdinger und ihrer Vierbeiner.

Dennoch ist es nicht so, dass seither das Wildkoten ein Ende hat. „Teilweise ist es nicht schön, was man da sieht“, deutete FWV-Rat Jürgen Adam an. Dennoch dürfe man nicht pauschal über die Hundehalter urteilen. „Es gibt sehr unterschiedliche Verhaltensweisen.“ Hin und wieder die Hundesteuer zu erhöhen, sei richtig, findet Adam. Auch deshalb, weil so versucht wird, die Zahl der Hunde im Ort zu begrenzen.

Rund 200 Hunde leben in Ofterdingen. „Und der Trend zum Dritthund ist bei uns ungebrochen“, betonte Adam. CDU-Rätin Birgit Walter war anderer Meinung. Ein Großteil der Hundebesitzer sei doch älter und alleinstehend. Und der Vierbeiner sei ihr Weggefährte. Deshalb war Walter dagegen, die Steuer um zwölf Euro anzuheben. Im Jahr 2002 wurde sie letztmals erhöht.

Zita Pflüger (SPD) schlug vor, mit dem Geld eine zweite Hundetoilette anzuschaffen. Denn Mehreinnahmen von rund 2500 Euro jährlich werden künftig erwartet. Martin Schmid (FWV) stimmte der Anhebung nicht zu. Genauso wenig gefiel ihm der Vorschlag, ein weiteres Hundeklo zu errichten. Stattdessen könnte die Gemeinde, um sich familienfreundlich zu präsentieren, beim Bauhof doch einen Container aufstellen, damit Familien dort gebrauchte Windeln entsorgen könnten.

Apropos Nachwuchs: Die Hundesteuer sei übrigens zu umgehen, wenn der Vierbeiner eine Prüfung als Rettungshund ablegt, erklärte FWV-Rat Udo Dietter. Denn ein Hund im Ehrenamt werde von der Steuer befreit. Als Hundehalter kennt sich Dietter bestens aus. Und doch bringt ihm das Wissen keine Ersparnis. „Meine Hündin ist zwei Mal im Jahr läufig“, erzählte Dietter. So schafft sie die Prüfung nie.

Hundesteuer im Vergleich
So viel kostet ein Hund in den
Gemeinden des Steinlachtals:

Bodelshausen 78 Euro
Dußlingen 90 Euro
Gomaringen108 Euro
Mössingen 96 Euro
Nehren 96 Euro
Ofterdingen 84 Euro

Der Betrag für den zweiten und jeden weiteren Hund entspricht dem doppelten Steuersatz für Ersthunde.


04.03.2013 - 08:00 Uhr | geändert: 04.03.2013 - 20:39 Uhr

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