Mc Donald‘s kommt noch vor Weihnachten nach Ofterdingen. Die Gemeinde sieht dem zusätzlichen Verkehr gelassen entgegen.
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Angelika Brieschke
Ofterdingen. An der Baustelle am Ofterdinger Ortsausgang herrscht das geordnete Chaos: Ständig fahren Lastwagen mit Material an und leer wieder ab, Baustellengeräte sind überall im Einsatz und dazwischen Handwerker, Handwerker, Handwerker. Für Außenstehende ist es unvorstellbar, dass die McDonald’s-Filiale in gut einer Woche fertig sein soll. Für die Handwerker steht das außer Frage: „Es muss“, lautet die knappe Antwort. Markus Siegel, ein gestern heftig beschäftigter Fliesenleger, zweifelt nicht daran, dass die Filiale am nächsten Samstag eröffnen kann. „So sieht es immer aus. Aber wenn der Boden fertig ist, arbeiten hier mehrere Gewerke nebeneinander.“ Das heißt: Küche, Kühlraum, Sozialräume und Restaurant werden gleichzeitig fertiggestellt. Die Vorgabe ist klar: „Wir müssen das schaffen“, sagt Siegel.
Kaum zu glauben, wenn man an der Baustelle steht: Noch vor Weihnachten will die Imbisskette aufmachen.Bild: Bauer
Auch der Geschäftsführer der (dann) drei McDonald’s-Filialen im Kreis Tübingen, Michael Stephan, ist davon überzeugt, dass am 22. Dezember eröffnet werden kann. Er ist regelmäßig auf der Baustelle und weiß, dass die Bauarbeiter in drei Schichten arbeiten, also auch die Nächte durch. Zudem hat Stephan die Zusage der Baufirma: „Der Generalunternehmer hat uns versichert, dass wir am 21. Dezember um 6 Uhr früh in die Filiale können.“ Und mehr als einen Tag brauchen die McDonald’s Mitarbeiter nicht, um mit dem Imbiss-Betrieb anfangen zu können. „Alles wird einmal durchgespült und einmal desinfiziert“, erzählt Michael Stephan. Die Lebensmittel werden angeliefert, und dann kann’s losgehen.
Vor zwei Jahren hatte sich die Fast-Food-Kette McDonald’s nach einem Suchlauf im Steinlachtal für Ofterdingen entschieden, weil sie die Lage wegen der Nähe zur B 27 als günstig einschätzt. Ob die Lage allerdings auch für die Gemeinden Ofterdingen und Mössingen so günstig ist, wird sich weisen. Vor allem, bevor es die neue B-27-Trasse gibt.
Der neu geplante B-27-Streckenabschnitt zwischen Nehren und Bodelshausen wird nämlich fast direkt an der Ofterdinger McDonald’s Filiale vorbei führen. Allerdings erst in ein paar Jahren, denn dieser Bundesstraßenabschnitt, die Endelbergtrasse, ist noch nicht planfestgestellt. Das behördliche Verfahren dazu dauert vier Jahre – mindestens. Danach könnte man sofort bauen. „Sobald das Geld da ist“, meint der Ofterdinger Hauptamtsleiter Alexander Schwarz dazu. Doch auch das kann dauern. Der neue B-27-Streckenabschnitt ist also noch in weiter Ferne.
Dennoch macht sich Schwarz keine Sorgen über ein mögliches Verkehrschaos, das die neue Fast-Food-Filiale in Ofterdingen verursachen könnte. Im Gegenteil, der Amtsleiter sieht das sogar ziemlich gelassen. Zum einen sei der Bebauungsplan der Gemeinde, der die Ansiedlung von McDonald‘s zulässt, ja vom Landratsamt ohne Einwände genehmigt worden. Zum anderen sieht Schwarz nicht, wo es Probleme geben sollte. „Die Leute, die von der B 27 kommen, fahren von der Bundesstraße ab und nachher wieder rauf.“ Allenfalls für die Mössinger, die den Schnellimbiss besuchen, könnte es schwierig werden – bei der Rückfahrt. Sie müssen dann links in die Ofterdinger Straße (L 385) einbiegen. Was schon jetzt manchmal schwierig ist. Aber auch da bleibt Schwarz gelassen. Man könne dann „reagieren, wenn‘s notwendig ist“, meint er und ist zuversichtlich, „dass wir das bewältigen“.
Dass der neue McDonald‘s eine Magnetwirkung haben wird, ist für den Hauptamtsleiter klar. Für Kunden ist das auch gewollt, aber nicht für weiteres Gewerbe. Denn das sieht der genehmigte Flächennutzungsplan nicht vor: Die Fläche ist als Grün-Zäsur gedacht. Falls man dort also irgendwann zusätzliches Gewerbe ansiedeln wollte, müsste vorher der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden.
Wie McDonald‘s baut
McDonald’s lässt seine Filialen durch einen Generalunternehmer schlüsselfertig bauen – und zwar im Schnellverfahren. Eine Filiale wird in der Regel in einem Zeitraum von sieben bis acht Wochen hochgezogen. Dabei vergibt der Generalunternehmer sämtliche Gewerke an Handwerksbetriebe, mit denen er üblicherweise zusammenarbeitet. Deswegen kommen auch in der Regel keine lokalen Unternehmen zum Zug. Der Generalunternehmer der Ofterdinger Filiale ist der Bauunternehmer Leonhard Weiss. Die über 100 Jahre alte Baufirma Weiss aus Göppingen hat über 3000 Mitarbeiter und baut seit fast 20 Jahren für die Fast-Food-Kette McDonald‘s.
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