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Pause angesagt

Haushaltsplan im Ofterdinger Gemeinderat

Die Maxime des Bürgermeisters lautet: Es darf nicht zum Stillstand kommen. Der Kämmerer weist darauf hin: Es ist eine Pause angesagt. Was widersprüchlich klingt, ist es eigentlich gar nicht. Am Dienstag wurde der Haushaltsplan 2012 in den Ofterdinger Gemeinderat eingebracht.

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susanne wiedmann
Für die Ofterdinger Kinder wurde in den vergangenen Jahren viel investiert: Es gibt mehr Platz und ... Für die Ofterdinger Kinder wurde in den vergangenen Jahren viel investiert: Es gibt mehr Platz und mehr Betreuungsangebote. Die Bambini auf unserem Foto sind im Kindergarten Ursulastraße untergebracht. Archivbild: Rippmann

Ofterdingen. In den nächsten Jahren wird die Gemeinde sparsam wirtschaften. Wie viel sie allein in den vergangenen Jahren investiert hat! Die Burghofschule wurde saniert und umgebaut, genauso der Kindergarten Ursulastraße und teilweise die Zehntscheune. Straßen im Ortskern sind neu gestaltet. „Ohne Mut hätten wir die Sanierungen nicht gemacht“, betonte Bürgermeister Joseph Reichert am Dienstagabend im Gemeinderat. Jetzt stelle sich die Frage: was sich die Gemeinde an weiteren Infrastrukturmaßnahmen leisten kann. Doch Stillstand bedeutet für den Bürgermeister Rückstand. Deshalb dürfe es dazu nicht kommen. Kleinere Vorhaben werden dennoch umgesetzt.

Für die Sanierung der Schule samt Brandschutz im Fachwerkgebäude müssen Reste finanziert werden. Zudem wurde für 450 000 Euro ein neues Löschfahrzeug für die Ofterdinger Feuerwehr angeschafft. Das Bürgerbüro im Rathaus ist noch nicht komplett finanziert. Für den Rad- und Fußweg an der Dettinger Straße fallen 119 000 Euro an. Insgesamt waren es Kosten von 263 000 Euro, doch es gab Zuschüsse.

In der Burghofhalle ist die Beleuchtung sanierungsbedürftig. Und die eingebauten Deckenlampen können nicht mehr ersetzt werden. Ohnehin verbrauchen die Beleuchtungskörper sehr viel Energie. Wenn sie ausgetauscht werden, entstehen Kosten von bis zu 35 000 Euro. Des Weiteren wird der Hallenboden untersucht. Der Schwingboden ist an manchen Stellen defekt, der Belag löst sich ab.

Außerdem sind Mittel für den Hochwasserschutz eingeplant – insbesondere der Bereich Friedrichstraße/Roosäckerstraße soll untersucht werden. Weitere Gelder sind für die Erschließung des Gebietes „Rohr“ vorgesehen. Nicht nur dort kann die Gemeinde Grundstücke verkaufen. Insgesamt wird mit Erlösen von 700 000 Euro gerechnet.

Die Verwaltung hat beim Land einen Zuschussantrag gestellt und wartet ab, ob im Briefkasten des Rathauses bald ein Bescheid ankommt. Dann könnte die Ortsmitte weiter saniert werden. Ohne Zuschüsse wird auch die Renovierung der Zehntscheune nicht fortgesetzt. „Es ist dringend eine Pause angesagt, um Luft zu holen“, bevor in den nächsten Jahren in neue Projekt investiert werde, betonte Kämmerer Ulrich Gänßle.

Obwohl im Kindergarten Ursulastraße neue Räume für Kleinkinder entstanden sind, wird es wieder eng. Nachdem die Zahl der Bambini stetig steigt, soll ein Container gemietet oder gekauft werden. Der Gemeinderat muss darüber noch entscheiden.

Ohne Kredite von 317 000 Euro kommt die Gemeinde nicht aus. „Aber wir stellen diesen reale Vermögenswerte entgegen“, sagte Reichert. Der Schuldenstand beträgt zum Jahresbeginn 2012 rund 1,8 Millionen Euro.

Der Vermögenshaushalt, aus dem die Investitionen getätigt werden, hat ein Volumen von knapp 1,49 Millionen Euro. Nur unwesentlich mehr als im vergangenen Jahr. Das gesamte Haushaltsvolumen beträgt 8,5 Millionen Euro und ist damit rund 800 000 Euro höher als 2011. Auf den Verwaltungshaushalt, aus dem die laufenden Kosten gedeckt werden, entfallen 7,04 Millionen Euro. Immerhin ist eine Zuführungsrate vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt von 288 000 Euro geplant.

Die Grund- und die Gewerbesteuer sollen nicht erhöht werden. Die Gemeinde rechnet mit Gewerbesteuereinnahmen von 1,1 Millionen Euro. 150 000 Euro über dem Planansatz von 2011. Dafür verantwortlich ist die bessere wirtschaftliche Lage. Wie andere Gemeinden profitiert Ofterdingen auch von den höheren Schlüsselzuweisungen des Landes. Gänßle hofft, dass die prognostizierten Werte im Finanzausgleich eingehalten werden. „Es ist immer schwierig“, so der Kämmerer, „wenn die Einnahmenseite wegbricht.“

Die Wirtschaftspläne für die Wasser- und Abwasserversorgung sehen im kommenden Jahr keine Erhöhungen beim Wasser- und Abwasserzins vor.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 31. Januar, wird der Haushalt beraten und voraussichtlich auch verabschiedet.

15.12.2011 - 08:30 Uhr

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