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Mauritiuskantorei

Frohe Botschaften aus Ofterdingen

Ofterdingen. Bis auf den letzten Platz besetzt war die evangelische Kirche in Ofterdingen am Sonntag. Unter der Gesamtleitung von Daniel Tepper führte die örtliche Mauritiuskantorei Bachs Kantate „Gelobet seist Du Jesu Christ“ und den ersten Weihnachtsteil von Händels „Messias“ auf.

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Den Orchesterpart hatte die arcademia sinfonica mit ihrem Gründer und Leiter Dietrich Schöller-Manno übernommen, ein erfrischend junger und musizierfreudig mitreißend sensibler Klangkörper an der Schnittstelle von Profis, Studenten und fortgeschrittenen Schülern. Aufgrund einer Erkrankung sprang der Leiter „last Minute“ noch in sein eigenes Ensemble ein.

Kooperation zeitigt erstaunliche Ergebnisse

Die Kooperation mit dem trotz seiner jungen Jahre bereits in verschiedenen Genres erfahrenen, ja weit gereisten und prämierten Chor- und Orchesterleiter Daniel Tepper zeitigt nach knapp zwei Jahren erstaunliche Ergebnisse: Der Chor, stimmlich frontal angeordnet, begeisterte durch seine Motivation und freudige Mitteilung. Im Bewusstsein solider stimmlicher und deklamatorischer Vorbereitung entstand ein gelöst klarer und organisch warmer Wohlklang, der dem Chor insgesamt eine richtig sympathische Ausstrahlung verlieh. Die Kooperation der beiden Leiter fand auf Augenhöhe und in gleicher Wellenlänge statt. Chor und Orchester mit Leonhard Völlm an der Orgel entfalteten unter der Hand Teppers ein differenziertes Miteinander und reagierten spontan und elastisch aufeinander. Die bühnenerfahrene Sopransolistin Ramona D’Uva, die kurzfristig eingesprungen war, vertrat ihren Part mit einem dramatisch voluminösen „Brio“. Ihre Aussagen bekamen damit auch im lyrischen Bereich eine Kraft, der man sich kaum entziehen konnte. So konnte man im Duett mit der Altistin Kora Pavelic bei Bach aber auch bei Händel zwei ziemlich kontrastreiche Auffassungen vergleichen. Pavelic gefiel durch eine unaufdringlich und natürlich fließende Deklamation auf dem Hintergrund eines mitteilenden Textverständnisses sowohl in den Koloraturen der Arien als auch in den Recitativen.

Jugendlicher Tenor mit Inbrunst

Demgegenüber verkörerte der fast jugendliche Tenor Moritz Kallenberg seinen Part mit einer verinnerlichten Inbrunst und Leidenschaft. Sein klangliches Raumempfinden und sein stilistisches Gespür führten vielfach zu einer atemlosen Stille in der Kirche. Jakob Zscheischler als Bass schlug eher kontemplative, mitunter distanzierte Töne an. In den Recitativen betrachtend, in der Arie nachdenklich, nahm er damit einen anderen, dennoch plausiblen Standpunkt ein.

Mächtiger Klangkörper: Mauritiuskantorei und arcademia sinfonica harmonierten. Bild: Rippmann Mächtiger Klangkörper: Mauritiuskantorei und arcademia sinfonica harmonierten. Bild: Rippmann

Der Beifall nach der eindrucksvoll geschlossenen Aufführung zeigte, dass die frohe Botschaft in dieser uneitlen Darstellung verstanden wurde. Eine Sternstunde. aöu

18.12.2012 - 08:30 Uhr

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