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Die Asche wird untergepflügt

Zündelt bei Rottenburg ein Serien-Brandstifter?

Bis Mittwochmorgen um 6 Uhr war die Feuerwehr am Brandort. Dann überließ man den Gluthaufen sich selbst. Landwirt Theo Steck machte sich an die Aufräumarbeiten.

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michael hahn

Wolfenhausen. 130 Strohballen insgesamt, immer sechs aufeinander getürmt, 4,80 Meter hoch. Das Strohlager südlich von Wolfenhausen, das am Dienstagabend angezündet wurde, war zwar nur etwa ein Zehntel so groß wie das bei Hemmendorf, aber trotzdem war es noch ein imposanter Stapel. Es stand westlich der Obstanlage und der Hochspannungsleitung im Gewann „Gäbelestal“, kurz vor dem Abhang zum Rommelstal.

Hier stand von Samstag bis Dienstag Abend ein knapp fünf Meter hoher Strohballen-Berg. Jetzt ist ... Hier stand von Samstag bis Dienstag Abend ein knapp fünf Meter hoher Strohballen-Berg. Jetzt ist nur noch ein Haufen Asche übrig. Bild: Faden

Von der Straße nach Nellingsheim waren die Strohballen nicht zu erkennen, sagte der Landwirt Theo Steck gestern. Der Brandstifter muss die Stelle also gekannt oder gezielt nach solchen Depots gesucht haben.

Das lose Stroh hatte Steck bereits an den Lohnunternehmer Simon Klink verkauft. Dieser trägt nun den größten Schaden, laut Polizei rund 5000 Euro. Klink hatte das Stroh am Samstag zu Ballen gepresst und wollte es am gestrigen Mittwoch abtransportieren.

Die Feuerwehr, die zunächst mit 60 Leuten ausgerückt war, blieb die Nacht über mit etwa einem Dutzend Männern vor Ort, um den Haufen kontrolliert abbrennen zu lassen. „Es gab fast keine Rauchentwicklung, auch wegen der großen Hitze“, sagte der Wolfenhausener Abteilungskommandant Manfred Brukner am Mittwoch am Telefon.

Noch Mittwochmittag kamen unter der Asche umversehrte Strohballen zum Vorschein, sobald Steck mit seinem Frontlader in dem Haufen herumstocherte. Und sobald dann Sauerstoff herankam, loderten die Flammen wieder auf.

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Eine Gefahr für die Umgebung bestand aber nicht mehr, sagte Steck. „Der Boden ist feucht, da kann sich nichts mehr entzünden.“ Der Landwirt lobte die Entscheidung der Feuerwehr, den lichterloh brennenden Strohhaufen nicht zu löschen. So bleibt am Ende nicht schwarzer Schlamm, sondern nur trockene Asche übrig, und die kann Steck unterpflügen. Der Boden unter der Brandstelle sei allerdings wohl für den Rest des Jahres zerstört. Steck will im Gäbelestal noch diese Woche Winterraps säen, aber: „An dieser Stelle wird wohl nichts mehr wachsen.“

Die Polizei kontrollierte am Dienstagabend in Wolfenhausen und den Nachbardörfern zahlreiche Autofahrer und Spaziergänger. Auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera war im Einsatz. Nun werden die Autokennzeichen, Personalien und etwaige Alibis überprüft – auch für den Freitagabend, an dem der Hemmendorfer Stapel angezündet worden war.

„Wir gehen davon aus, dass es der selbe Täter war“, sagte Polizeisprecher Josef Hönes. Konkrete Spuren gibt es aber noch nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Dazu gehöre auch die Möglichkeit, dass es sich nicht um einen verrückten Pyromanen handelt, sondern um jemanden, der gezielt Stroh vernichtet, um den Preis für Strohballen in die Höhe zu treiben.

Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 0 74 72/ 98 01-0. Für die Ergreifung des Täters haben der Strohverarbeiter Klink und Landwirt Keck eine Belohnung von 500 Euro ausgelobt. gsiehe Seite 17

27.08.2010 - 00:30 Uhr | geändert: 27.08.2010 - 00:32 Uhr
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