per eMail empfehlen


   

Nur der Belüfter kam etwas zu früh

Neustettens Gesamtfeuerwehr übte erfolgreich

Die Feuerwehr Neustetten inszenierte für ihre Hauptübung einen Wohnungsbrand in der Kirchstraße 10 in Wolfenhausen. Der Ersthelfertrupp des Roten Kreuzes (DRK) übte mit.

Anzeige


Yvonne Arras

Wolfenhausen. Um 15.17 Uhr dröhnte die Sirene. Ein imaginärer Brand war ausgebrochen. Zwei Minuten später trafen 80 Feuerwehrmänner der Abteilungen Remmingsheim, Nellingsheim und Wolfenhausen am Einsatzort ein. Je neun Feuerwehrleute kamen in den Löschfahrzeugen, die restlichen in Privat-Autos angebraust.

Drei Personen wurden als vermisst angenommen. Auf der Straße und auf dem Hof des Hauses entwickelte sich lebhaftes Gewusel: Jeder der drei Abteilungen schickte einen Atemschutztrupp – das sind je zwei Feuerwehrleute – ins Gebäude. Die anderen Rettungskräfte rollten sechs Wasserschläuche aus (die Feuerwehr spricht von Wasserrohren) und zapften Hydranten in der Kirch- und Dorfstraße an.

Nur zur Übung: Neustetter Feuerwehrleute tragen einen verletzten Bewohner aus dem verrauchten Haus. ... Nur zur Übung: Neustetter Feuerwehrleute tragen einen verletzten Bewohner aus dem verrauchten Haus. Bild: Franke

Die Feuerwehrleute postierten sich in Riegelstellung ums Haus, um zu verhindern, dass unmittelbar angrenzende Wohnhäuser ebenfalls in Brand gesteckt werden. Als zusätzliche Wasserquelle diente der Brunnen im Lettenweg.

Rasch fanden die Einsatztrupps die Vermissten und übergaben sie am Eingang des Hauses den Rettungskräften des DRK, die sich mit Tragen und Atemmasken in Position gebracht hatten. Die Rotkreuz-Ersthelfergruppe um Leiter Markus Kupilas nahmen als Verletzungen Brandwunden, Rauchvergiftung und – häufige Verletzung in solchen Situationen – verdrehte Füße an. Noch ehe die letzte vermisste Person aus dem Haus getragen wurde, baute die Feuerwehr einen Belüfter auf, der zur Ausstattung des Wolfenhauser Löschfahrzeugs gehört. Damit soll ein verqualmtes Gebäude in wenigen Minuten rauchfrei gemacht werden.

Dass der extrem laute Belüfter vorm Bergen des letzten Vermissten eingesetzt wurde, war das einzige, was Kommandant Hans Jörg Bubeck in der anschließenden Manöverkritik rügte. „Hervorragend“ hingegen war laut Bubeck, dass die Mannschaft bereits nach zehn Minuten den Brand unter Kontrolle gehabt hätte. Im Ernstfall, der normalerweise überraschend kommt, müssten zu den zehn Minuten ein bis zwei Minuten Reaktionszeit hinzugerechnet werden, sagte Bubeck. Von den 110 einsatzfähigen Feuerwehrmännern der Gemeinde werden 80 durch die Sirene alarmiert. Lediglich 30 Feuerwehrmänner sind mit einem Funkmeldeempfänger („Piepser“) ausgerüstet.

Bürgermeister Gunter Schmid, der die Übung interessiert verfolgte, sagte am Ende: „Mir lacht das Herz, wenn ich so viele engagierte Männer und Frauen sehe.“

05.11.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 05.11.2012 - 11:48 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

Die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Kirchentellinsfurt: Markus Appenzeller

An der Uni Tübingen entsteht ein 3D-Modell des römischen Rottenburg

Kreisliga A3: Eintracht Rottenburg - SC Azurri Mössingen 0:1 Millipay Micropayment

8. Reutlinger Oldtimertag auf dem Marktplatz

Kunststücke mit dem JoJo: Europameister Carlos Braun aus Entringen

Wakeboarding auf der Ammer in Tübingen schlägt Wellen

Falscher Straßenbelag in der Tübinger Friedrichstraße

Samstag Zaz, Sonntag LaBrassBanda beim Sommer-Open-Air

Rettung am Bahnübergang: Trainieren für den Ernstfall

Berthold Schneider hat Tätowierte fotografiert

Impressionen von der Tübinger Sommerinsel

Eine erneute Blockade für die B28a in Hirschau

Umschalten auf Ferienstimmung - wie gelingt das am besten?

Altes Blechle: Parade der Oldtimer in Hailfingen

Rock'n'Punk im Jugendhaus Mössingen

Bau des Scheibengipfeltunnels an der Achalm in Reutlingen

Mini-Rock-Festival 2014 in Horb

Demo gegen Antisemitismus in Tübingen

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Neue Aula

Wissen, was war

Die Woche vom 9. bis 15. August: Gletscher-Unglück, Humboldt-Ranking, Ammer-Spritztour und Stellplatz-Not

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse
Szene um 1914, Soldaten auf dem Weg zum Bahnhof Eyach winken in Börstingen einer Frau zu, die mit ...

Mit den Kindern des Feindes geteilt

Zum Themenabend „1914 – Feld der Ehre – Ährenfelder“ lud das Börstinger Dorfmuseum Kulturtankstelle am Samstagabend ins Gasthaus Lamm. Dort gab es zu den Lesungen und einer kleinen Ausstellung auch „schmackhafte Kriegskost“.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion