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Sommerparty, bis es wieder hell wurde

Mehr als tausend junge Menschen trafen sich beim Stoppelackerfest

Glück mit dem Wetter hatten die Veranstalter des 14. Stoppelackerfests in Nellingsheim am Wochenende. Weit über tausend Besucher drängten allein am Samstagabend auf das vom Jugendraum Nellingsheim wieder bestens hergerichtete Festgelände in der Pampa zwischen Nellingsheim und Wolfenhausen.

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Werner bauknecht

Nellingsheim. Ein Fesselballon schwebte am späten Samstagnachmittag über dem Stoppelfestareal, als wollte er den aus der ganzen Region anreisenden Gästen den Weg weisen. Denn einfach ist es nicht, die rechte Abzweigung hinter Nellingsheim zum Gelände zu finden. Markus Scheurenbrand hat keine Probleme und kommt mit sieben Leuten hin. „Mir Deckenpfronner fendet älles“, sagt er lachend. Der Endzwanziger trinkt Spezi – er ist heute Chauffeur für die anderen.

Das Problem mit dem Alkohol-Ausschank haben die Veranstalter in bewährter Manier gelöst. Unter 16-Jährige erhalten weiße Armbänder, die zwischen 16 und 18 Jahren grüne. Gegen Vorlage des Ausweises, versteht sich. Auch in diesem verzichteten die Nellingsheimer auf eine Security-Truppe. Die guten Erfahrungen der vergangenen Jahre machten es möglich.

Das Stoppelackerfest in Neustetten, seit Jahren organisiert vom Jugendraum Nellingsheim. Links ... Das Stoppelackerfest in Neustetten, seit Jahren organisiert vom Jugendraum Nellingsheim. Links spielt SetUp zum Schwof, rechts das große Lagerfeuer des Jugendraum Nellingsheim, Lagerfeuer am Festzelt. Bilder: Ulmer

Aufgestockt haben sie, was das Zeltvolumen betrifft. Ein 50 mal 16 Meter großes Zelt ist es geworden, 800 Quadratmeter Fläche – sehr viel mehr geht nicht. „Mit zehn Helfern, die ständig vor Ort waren, haben wir das alles in zwei Tagen aufgebaut“, sagt der Vorsitzende des Vereins Jugendraum Axel Vetter. Abends, nach Feierabend, erhielten sie Unterstützung. Die Bars bestehen wieder aus aufgeschichteten Strohballen mit einem zusammengeklappten Biertisch darauf, ebenso die Stehtresen. Biergarnituren stehen vor dem Zelt, dahinter ist Feuerstelle für die Stunden, wenn‘s kälter wird und kuscheliger.

Das Stoppelackerfest in Neustetten, seit Jahren organisiert vom Jugendraum Nellingsheim. Links ... Das Stoppelackerfest in Neustetten, seit Jahren organisiert vom Jugendraum Nellingsheim.

Noch ist es hell. Vier Teenager aus Rottenburg haben sich schon an die Feuerstelle gehockt, die noch gar nicht entfacht ist. 16 Jahre alt sind sie, von der großen Schwester werden Svenja und ihre Freundin später wieder abgeholt. Die beiden anderen wollen durchs Rommelstal zu Fuß nach Hause gehen.

Axel Vetter ist jedes Jahr aufs Neue „überwältigt, wie die Vereinsmitglieder beim Fest mitziehen.“ Auch das Rote Kreuz und die Feuerwehr sind da, helfen auch mal beim Einparken. „Wir haben heute 110 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen im Einsatz, das ist sagenhaft“, sagt Vetter. Das Gelände stellen ihnen die Grundstücksbesitzer jedes Jahr umsonst zur Verfügung.

Es wird langsam dunkel, die Besucher stehen Schlange an den Kartenhäuschen. Aus einem Sammeltaxi steigen acht Leute aus, alle Mitte dreißig. „Wir kommen aus Mötzingen, die ganze Clique“, sagt Thomas Knallzig. Er ist Stammgast beim Stoppelackerfest.

Die Holzgerlinger Band Ezzo lockt mit ihrem Ska-Punk nur wenige hinters Zelt vor die Bühne. Die Reutlinger Cover-Band SetUp, die dann kommt, fetzt mit klassischen Rocksongs von Bon Jovi, Oasis oder Guns ’n’ Roses los. Es ist kühl geworden draußen. Manche tanzen, um sich warm zu halten.

Marc Hartmann und Andreas Kohler aus Oberndorf, beide 30, stehen im Zelt. „Da ist es gemütlich“, sagt Hartmann. Seit drei Jahren kommen sie zur Party auf den Stoppelacker. „Ganz besonders schätzen wir das Bier.“ Die meisten Gäste kommen in Gruppenstärke. Einem Kleinbus entsteigen acht junge Männer, die im Stil der 1920er Jahre gekleidet sind, inklusive Zylinder und Binder. Aus der Gegend um Bondorf und Gültstein kommen sie. „Wir haben Kleiderschränke entrümpelt, und die Sachen gleich angezogen. Und jetzt ist uns nach einem Hopfengetränk.“

Die Funken stieben aus den meterhohen Flammen des Lagerfeuers. Viele legen schützend die Arme übers Gesicht. Viele zücken ihr Handy und fotografieren. „Das schick’ ich meiner Freundin“, sagt die 19-jährige Jasmin Dohm aus Horb. „Die wollte nicht mit, und jetzt ärgere ich sie.“

Der Sonntag ist nach langer Nacht etwas katerig
Der Sonntag ist beim „Stoppelackerfescht“ traditionell Familien- und Spieltag. Die Helfer sind übermüdet. „Um sechs bin ich heim, um acht war ich wieder da“, sagt Axel Vetter. In Familienstärke kommen die Gäste aus „Nellingse“ oder „Remmingse“ zum Mittagessen. „Wir haben die Musik heut Nacht schon gehört, aber da gewöhnt man sich dran“, heißt es. Man kennt sich untereinander. Am Nachmittag lädt der Jugendraum zum Fußballklamauk im Zelt. Leertrinken ist angesagt. Die Getränke kann man nicht aufbewahren. Die Helden sind müde. Manche denken mit Grausen daran, dass sie ab Montag das Gelände räumen müssen. Gemeinsam.


13.08.2012 - 08:30 Uhr

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