Die Neustetter Gemeindebücherei bricht einen Ausleih-Rekord nach dem anderen – und stößt an ihre räumlichen Grenzen.
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Neustetten. Am Montag berichteten die vier ehrenamtlichen Bücherei-Betreuerinnen im Neustetter Gemeinderat über ihre Arbeit: Doris Bofinger, Kirsten Freudenmann, Petra Jugl und Renate Schäfer. Bürgermeister Gunter Schmid zollte ihnen ein dickes Lob: „Das Betreuungskonzept ist sehr gut.“
Die Gemeindebücherei im Obergeschoss des Remmingsheimer Bürgerhauses ist nur einmal in der Woche geöffnet: zweieinhalb Stunden am Mittwochnachmittag. In den Schulferien bleibt sie geschlossen. So kam die Bibliothek im vergangenen Jahr gerade mal auf 93 Öffnungsstunden. Dabei sind mehrere Sonderveranstaltungen nicht mitgerechnet.
Das ist nicht viel – und trotzdem werden von Jahr zu Jahr mehr Bücher, Zeitschriften, CDs oder DVDs ausgeliehen. Genau 16 330 Mal piepste der Ausleihe-Computer im vergangenen Jahr: ein neuer Rekord – und doppelt so viel wie 2001. An Spitzentagen müssen die Bücherei-Helferinnen mehr als 700 Exemplare verbuchen. Das sei nur mit dem neuen EDV-System zu bewältigen, heißt es in dem Bericht. Aber: „Trotzdem bilden sich immer wieder lange Schlangen bei der Rückgabe und am Ausleihtisch.“
Auch das Sortiment wird von Jahr zu Jahr umfangreicher. Mit 2000 Medien (also Bücher, Zeitschriften oder CDs) ging es 1987 los, mittlerweile sind es mehr als 8200. Etwa ein Zehntel davon wird jedes Jahr aussortiert, weil es beschädigt oder veraltet ist. Dafür wurden im vergangenen Jahr 769 Bücher und andere Medien neu beschafft, viele davon zu verbilligten Konditionen. Schließlich soll die Bücherei zeitgemäß wirken. Dem dient auch das aktuelle Bestseller-Regal für Erwachsene. Die allermeisten Nutzer sind zwar Kinder und Jugendliche, aber auch für die Eltern soll etwas dabei sein.
Das Hauptproblem der Bücherei ist die geringe Fläche: 70 Quadratmeter stehen zur Verfügung; die Bücherei-Fachstelle empfiehlt für 8300 Medien eine Fläche von 250 Quadratmetern. Künftig kann die Bücherei auch den Vereinsraum nebenan benutzen (circa 30 Quadratmeter). Dazu wird die Gemeinde fahrbare Regale anschaffen, die dann jeden Mittwochmittag in den Vereinsraum gerollt werden. Außerdem erhält die Bücherei einen Lagerraum (das frühere Jugendhilfebüro).
Langfristig müsse man sich aber „Gedanken machen“ über ein besseres Raumangebot, sagte Bürgermeister Schmid. Denn im Bürgerhaus reicht der Platz hinten und vorne nicht, auch nicht für das dort untergebrachte Heimatmuseum. Im Anschluss an den Bericht verlängerte der Gemeinderat die Amtszeit des Büchereiteams. Die vier Frauen sind nun für weitere zwei Jahre „Ehrenbeamte“ der Gemeinde.mi