Doppelt herausfordernd war die Hauptübung der Neustetter Feuerwehr am Samstag. Bei einem simulierten Scheunenbrand galt es einerseits drei Verletzte zu retten, andererseits zwei angrenzende Wohnhäuser zu schützen.
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Steffen Heritsch
Mit Kunstblut an der Stirn: Neustetter Feuerleute retten einen Verletzten und legen ihn auf eine Trage.Bild: Ulmer
Nellingsheim. Um 15.18 Uhr heulten in die Sirenen. Eine gute Minute später mussten die rund 50 Schaulustigen dem Einsatzfahrzeug der örtlichen Feuerwehr Platz machen. Weil alles nur eine Übung war, hatten die Feuerwehrleute beim Aussteigen noch Zeit für einen Gruß in Richtung Bürgermeister Gunter Schmid.
Unter den Augen von Kreisbrandmeister Karl Hermann hieß es dann aber: Atemmasken aufsetzen, Tragen ausladen, Schläuche ausrollen. Während die Nellingsheimer den Hydrant vor Ort nutzten, fuhren die Remmingsheimer erst einmal Wasser holen. „Das Besondere hier in Nellingsheim ist der Löschteich mit 60 000 Litern Wasser“, erklärte Kommandant Hans Jörg Bubeck.
Nachdem wenig später auch die Wolfenhausener Einsatzkräfte und das DRK angerückt waren, holten die Feuerwehrleute einen „Bewusstlosen“ aus der Scheune und fixierten ihn auf einer Trage. Auf das Kommando „Wasser Marsch“ richteten die Feuerwehrmänner einen Schlauch auf das Dach. Zur Freude der Zuschauer zauberten sie mit dem Wasserstrahl einen Regenbogen über das rauchende Haus.
Währenddessen holten ihre Kollegen einen weiteren „Verletzten“ aus der Scheune. Diagnose: Nasenbeinbruch, Fraktur am Arm und Orientierungslosigkeit. Unter Wehklagen und von beiden Seiten gestützt, schleppte sich der Verletzte Richtung DRK-Fahrzeug. Wenig später konnten die acht Rotkreuzler auch den dritten „Verletzten“ behandeln, der mit einer Rauchvergiftung aus der Scheune geholt wurde.
Nachdem die Feuerwehr den Brandherd von innen und außen gewässert hatte, traten die rund 70 Einsatzkräfte zur Schlussbesprechung an. Kommandant Bubeck hatte nur Kleinigkeiten zu bemängeln. „In einer Scheune kann Öl oder Diesel lagern. Da heißt es ganz genau aufpassen.“ Zum Schutz vor Hitze und Rauch hätte der Ersttrupp außerdem in gebückter Haltung einrücken müssen. Alles in allem sei er aber „hochzufrieden“.
Am Ende bedankte sich Bubeck bei Elfriede Schrade, die ihr Anwesen für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. Die Hausherrin revanchierte sich hochprozentig: Für die Einsatzkräfte spendierte sie eine Runde Schnaps.