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Erste Neustetter Gewerbeschau erfolgreich

Angebotsmischung lockte reichlich Besucher an

Zum Familiensonntag, hier wuselig, dort bodenständig, entwickelte sich die erste Neustetter Gewerbeschau gestern. Der Ausstellungssamstag war etwas ruhiger.

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Gert Fleischer

Remmingsheim. Die Landtechnik-Firma Martin Wandel hätte eine Hausmesse gemacht. Als die Gemeindeverwaltung im örtlichen Mitteilungsblatt umfragte, wer Interesse hätte an einer Leistungsschau, kamen drei Dutzend Meldungen zusammen, so dass die Gemeinde den Schritt wagte. Zumindest diese erste Schau nahm sie in ihre Regie und bezahlte auch die Vorbereitung. Sie bediente sich dabei der Hilfe eines erfahrenen Messe-Machers: Dörr & Koltes.

Erste Neustetter Gewerbeschau in Remmingsheim. Die Landmaschinen bei Firma Martin Wandel ... Erste Neustetter Gewerbeschau in Remmingsheim. Die Landmaschinen bei Firma Martin Wandel faszinierten große und kleine Männer.Bilder: Fleischer

So war offensichtlich an alles Wesentliche gedacht. Bei der Zufahrt zum Gewerbegebiet „Hauser Feld“ waren die Wiesen gemäht, damit die gestern sehr zahlreichen Gäste ihre Autos dort parken konnten . An mehreren Stellen gab es zu essen und zu trinken, bei Wandel und bei der Zimmerei Steck spielte Musik dazu.

Das Ultraleichtflugzeug von Markus Stumpp stand bei Haug+Albus. Ein/e Messebesucher/in wird einen ... Das Ultraleichtflugzeug von Markus Stumpp stand bei Haug+Albus. Ein/e Messebesucher/in wird einen Rundflug gewinnen.

Steck war der erste Betrieb, wenn man den Weg von der Straße nach Wolfenhausen aus nahm. Ein Meister, zwei Gesellen, einen Lehrling und einen Helfer hat das Unternehmen, und die hatten im Hof einen Dachstuhl aufgebaut, der kommende Woche auf ein Haus aufgesetzt wird. Daneben stand ein Zwiebelturm, eine mit Kupferblech verkleidete Nachbildung. Zimmergeselle Timo Schaarschmidt, 19, hielt sprach einen Richtspruch und zerschmetterte das Weinglas.

Nicht nur Dächer macht der Holzbaubetrieb, sondern auch Carports, Gartenhäuser, Treppen, Terrassenböden, Eckbänke oder Tische. Gestern wurde nicht gesägt oder gehobelt, stattdessen spielte die Partyband Forever zum Verzehr von Bier und Pizza.

Am Rand des Gewerbegebiets hat die Haug + Albus GmbH ihre Werkstatt und Verkaufsräume. Draußen auf der Freifläche stand gestern eine stattliche Auswahl an Motorrädern und Quads. Die hartnäckigsten Fragesteller aber hatte Markus Stumpp, der sein leuchtend gelb lackiertes Ultraleichtflugzeug bei Haug + Albus stehen hatte. 254 Kilo wiegt es, es hat 100 PS, fliegt bis 185 Kilometer schnell und verbraucht dabei 12 bis 15 Liter Sprit pro Stunde.

„Ist das so einer, mit dem man noch landen kann, wenn der Motor ausfällt?“, fragte ein Besucher. „Genau“, sagte Stumpp. Mit dem helikopter-ähnlich, allerdings als zweisitzigem Cabrio gebauten Flieger macht Stumpp Rundflüge, Fotoflüge, Kurierflüge.

Bei Wandel Landtechnik waren die Besucher zwar groß an Zahl, aber klein im Vergleich zu den riesigen Schleppern. Mancher Traktor hat Hinterreifen, die einen groß gewachsenen Mann überragen. Trotzdem waren sie beliebtes Erkundungsobjekt nicht nur von Erwachsenen, sondern noch mehr fast von Kindern, sobald sie nur laufen konnten. Manche Mutter hatte zu tun, ihr Kleinkind wieder aus dem einen oder anderen landwirtschaftlichen Gerät zu lotsen – zu spannend waren diese technischen Wunderwerke, die so ungewöhnlich aussehen und in kindgerechten Farben lackiert sind.

Bei Wandel begann der Tag gestern mit dem Gottesdienst, danach bewirtete der Remmingsheimer Posaunenchor mit großer Besetzung. In der Firmenhalle spielten die Burroländer Musikanten aus Obernau. Vor der Wandel-Halle stand Monika Bisinger mit ihrem Bauernhof-Eis und einem Hinweis auf Wolfenhauser Kartoffeln.

Rotes Kreuz und Feuerwehr zeigten sich und ihre Ausrüstung. Den Platz vorm Eingang zur Stäblehalle belegten andere Firmen, die damit etwas näher an den Publikumsstrom rückten. Auch die Agentur für Klimaschutz des Landkreises war da.

Die Halle war innen gut bestellt mit kleineren Anbietern. Von der trockenen Materie Versicherung oder Krankenkasse bis zur Kostprobe des örtlichen Schimpf-Bieres ging das Spektrum, vom Gsälz bis zu dem schon der Bezeichnung wegen erklärungsbedürftigen „System-Pufferspeicher mit Brauchwasser-Wärmetauscher und zwei Glattrohr-Wärmetauschern für Solaranbindung mit Rücklaufschichtrohr“. Er stand bei der Firma Fritz Heizungsbau.

Eher ungewöhnlich die „Praxis für Elternfragen“. Monika Kittel, Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Psychotherapie, betreibt sie in Nellingsheim. Auf der anderen Seite des Ganges präsentierten sich einige örtliche Vereine. Brigitte und Rudi Maier buchten beim Männergesangverein gerade ihre Mitreise im Juli nach Oberbobritzsch, dessen Männerchor 90 Jahre alt wird. Und was sagt Rudi Maier als langjähriger ehemaliger Bürgermeister zur Gewerbeschau? „Gut, sehr gut! Ich bin ganz überrascht! Ich muss sagen, dass ich manche Firma bis jetzt noch gar nicht gekannt habe.“

30.04.2012 - 08:52 Uhr | geändert: 30.04.2012 - 08:55 Uhr

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