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Regisseurin und Bürgermeister lesen heute TAGBLATT-Gutenachtgeschichten

Wenn schöne Frauen recht haben

Es ist die letzte TAGBLATT-Gutenachtgeschichte im Steinlachtal – zumindest in diesem Jahr. Heute Abend parkt unser Ohrensessel bei der Scheune der Familie Raff in der Nehrener Luppachstraße 10. Um 19 Uhr beginnt der Leseabend.

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susanne wiedmann

Nehren. Schöne Frauen haben immer recht. Und es ist unmöglich, aus der Geschichte Lehren zu ziehen. Dem Schriftsteller war keine Alltagsbeobachtung zu klein und keine Menschheitsfrage zu mächtig, um sie nicht in der Literatur zu behandeln.

Susanne Schneider Susanne Schneider

Aus einem Buch des 2006 verstorbenen Autors, der auch als Maler und Zeichner arbeitete, liest die Regisseurin, Drehbuchautorin und Grimme-Preisträgerin Susanne Schneider heute Abend vor. Zum Einen. Und zum Zweiten hat sie einen weiteren Autor ausgewählt, der – wie sie findet – „zu Unrecht ein bisschen vergessen ist“. Er war auch nicht ausschließlich Schriftsteller. Im Gegenteil: Bekannt ist er vor allem als Werbegrafiker und Künstler, der ein dadaistisches „Gesamtweltbild“ entwickelte. Mehr soll hier nicht verraten werden.

Egon Betz Egon Betz

Es ist nicht so, dass Susanne Schneider, die in Nehren lebt, jedes Buch mit dem Hintergedanken liest, ob es sich womöglich als Grundlage für einen Film eignen würde. „Ich lese genauso unbefangen wie jeder andere auch“, sagt sie. Überhaupt hat sie für die Literatur viel zu wenig Zeit, weil sie vorwiegend mit Drehbüchern beschäftigt ist.

Artikelbild: TAGBLATT-Gutenachtgeschichte wird im Steinlachtal gelesen

Mit dem Familiendrama „Es kommt der Tag“ über eine Frau, die von ihrer Vergangenheit als militante Revolutionärin eingeholt und von Iris Berben gespielt wird, hatte Susanne Schneider übrigens 2009 ihr Kinodebüt als Regisseurin.

Verfilmt wurde auch der skandinavische Roman, aus dem Egon Betz vorliest. „Er ist klasse“, sagt der Nehrener Bürgermeister begeistert. „Lustig, spannend, anrührend.“ Schauplatz ist ein kleines Dorf im Norden Schwedens, an der Grenze zu Finnland, in den wilden sechziger Jahren: Matti und sein Freund Niila träumen und suchen den Weg in die Welt hinaus.

Egon Betz mag die Literatur skandinavischer Schriftsteller. „Sie haben eine so schöne Sprache und schreiben so schön schräg“, schwärmt er. „Manchmal kommen mir Tränen. Wenn ich es schier nicht mehr aushalte.“

Er hat wenig Zeit zum Lesen. Wenn er liest, meist im Urlaub und etappenweise – dann aber nicht nur Romane, auch Sachbücher zur Geschichte. Manchmal „verschlinge“ er in zwei Nächten ein Buch. Als Vorleser ist er bereits geübt. Bei den TAGBLATT-Gutenachtgeschichten war er schon öfters dabei. „Und ab und zu lesen wir uns auch zu Hause vor. Aber nicht regelmäßig.“

Gemeinsam mit dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT veranstaltet das Nehrener Kulturforum die Gutenachtgeschichte, dessen Mitglieder auch bewirten. In der Lesepause spielen Jutta Fauser und Heide Obertreis Klavier und Violine – unter anderem Stücke von Irwin Levine und Max Houliston. Ein Heimspiel ist es für Moderator Jürgen Jonas. Wenn es regnet, wird nicht vor, sondern in der Scheune gelesen.

Info: Der Lesesessel zieht weiter. Die nächste Gutenachtgeschichte wird am kommenden Dienstag, 21. August, um 19 Uhr vor dem Bürgerhaus in Weiler gelesen.

15.08.2012 - 08:00 Uhr | geändert: 04.03.2013 - 17:27 Uhr

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