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Nehren ist ganz nah am Netz

Telekom will Spenden: Die Deckungslücke von 115 000 Euro fast erreicht

Heute läuft die Frist ab: Nehrener Gewerbetreibende, Bürger und Vereine hatten Stand gestern Abend Spenden in Höhe von 113 200 Euro verbindlich zugesagt – im Vergleich dazu erscheinen die noch fehlenden 1800 Euro (fast) wie ein Klacks.

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Gabi Schweizer
Bald wird‘s ernst: Der Vertrag mit der Telekom ist noch nicht unterzeichnet, aber es sieht gut ... Bald wird‘s ernst: Der Vertrag mit der Telekom ist noch nicht unterzeichnet, aber es sieht gut aus. Bild: Fotolia

Nehren. Ein paar Spenden noch, dann ist es geschafft: Lange hat die Gemeinde Nehren auf schnelles Internet gewartet, nun hat sie Unterstützung von der Frauenhoffer-Stiftung bekommen, die sich für die Breitbandversorgung im ländlichen Raum einsetzt: Franz und Regine Frauenhoffer teilen ihre Erfahrungen, holten Angebote von Firmen ein, werden in Kürze aller Voraussicht nach den Vertrag mit der Telekom unterschreiben und die zugesagten Spenden verwalten. Dass die Stiftung bei Geschäftsleuten einen guten Ruf hat, ist dabei sehr hilfreich, betont Egon Betz, von Beruf Bürgermeister der Gemeinde, aber im speziellen Fall als Privatmann engagiert, zusammen mit Andreas Wagner und Herbert Nemeczek, der sich seit Jahren um ein besseres Netz in der Steinlachgemeinde bemüht. Wenn eine Stiftung im Spiel ist, dürfen nämlich keine kommunalen Gelder fließen. Also hat Betz sich als Nehrener Bürger der Initiative „Schnelles Internet für Nehren“ angeschlossen.

Innerhalb weniger Wochen kamen 113 200 Euro zusammen, etwas mehr als zwei Drittel stellten Firmen bereit. Nun hofft Betz, dass bis heute Mittag noch ein paar Kurzentschlossene spenden – gern auch Kleinbeträge. Sollte die Summe am Ende knapp über den 115 000 Euro liegen, soll der Überschuss an die Frauenhoffer-Stiftung gehen. Das hatten die 300 Nehrener bei einer Bürgerversammlung auch für gut befunden. Bislang bekam Franz Frauenhoffer nicht einmal seine Reisekosten erstattet.

Momentan haben etwa zwei Drittel der Nehrener Haushalte einen (schnellen) Kabel-BW-Anschluss. Die real anfallenden Kosten dafür mussten sie aber selbst bezahlen. Je nach Wohnlage konnte das teuer werden. Etwa 300 Haushalte gingen bislang leer aus – die bereits Versorgten können sich in Zukunft überlegen, ob sie zur Telekom wechseln möchten. In Deutschland gibt es – im Unterschied etwa zur Schweiz – keinen Rechtsanspruch auf Breitbandversorgung. Alle Anbieter sind mittlerweile private Unternehmen.

Bei dem Angebot, das die Kabel BW der Stiftung machte, wären nicht alle Haushalte versorgt gewesen, erklärt Betz. Die Neckarcom, eine Tochter der EnBW, wollte vorab rund 1000 Verträge: utopisch. Die Telekom, die nun unter Vertrag genommen werden soll, möchte ihre Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von 115 000 Euro bezahlt bekommen. Dann liefert sie – je nach Lage – fünf bis 50 Megabit pro Sekunde. Selbst die niedrigste Übertragungsrate ist deutlich schneller als ein ISDN-Anschluss.

Um das zu erreichen, will das Unternehmen Glasfaserkabel von Mössingen nach Nehren legen und diese zu sieben Kabelverteilern im ganzen Ort führen. Diese wiederum werden mit sogenannten Outdoor-DSlams verbunden. Zwei der Verteiler müssen erst neu geschaffen werden – das macht die Sache teuer. Die nötige Infrastruktur, so sieht es der Vertrag vor, schafft die Telekom dann innerhalb von 12 Monaten. Für die Nehrener Bürger hieße dies: Ihre Weihnachtsmails 2012 könnten sie blitzschnell verschicken.

18.11.2011 - 08:30 Uhr

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