Tempo 30 flächendeckend. Die Nehrener Gemeinderäte wollen von ihrer Forderung danach nicht abgehen. Dies unterstrichen sie jetzt auchin ihrer jüngsten Sitzung.
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Jürgen Jonas
Nehren. Tempo 30 für Hauchlinger Straße, Hauptstraße, Kappelstraße, Luppachstraße, Bahnhofstraße. Der Antrag der Alternativen Liste, gestellt am 17. Mai, war von allen Fraktionen beschlossen worden. Einstimmig. Wegen der Verkehrssicherheit. Defensives Fahrverhalten wäre die Folge, die Bremswege würden verkürzt, die Schulwege sicherer.
Oft schneller als 50 durch den Ort
Nehren lässt sich gut umfahren, die eiligen Streckenabkürzer in Richtung Mössingen wären um ihren Zeitgewinn betrogen. Verdeckte Messungen des Landratsamts am Fußgängerüberweg in der Hauptstraße hatten ergeben, dass die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern von den Fahrern oftmals überschritten wird.
Die Landratsamtsabteilung Verkehr und Straßen teilte jetzt schriftlich mit, „dass verkehrsrechtlich die Einrichtung von Tempo 30-Zonen auf Kreisstraßen nicht zulässig ist. Die beantragten Maßnahmen würden die Ortsdurchfahrt ihrer Funktion als Kreisstraße berauben.“
„Damit lassen wir uns nicht abspeisen.“ Rief Gerhard Ziersch (ALN) in der Sitzung. Die lapidare Zurückweisung der Abteilung Verkehr und Straßen erweckt bei den Räten das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Das Schreiben lag zudem seit 28. Juni im Rathaus vor, wurde dem Rat aber nicht bekanntgemacht. Werner Nill (CDU/Bürgerliche) machte deshalb der Verwaltung deutlich, „was nicht geht!“ Der Informationsfluss müsse gewährleistet sein, das Gremium, das Aufträge erteilt und Anträge stellt, müsse sofort über solche Vorgänge informiert werden. Umgehend. „Basta!“
„Neues Denken wäre für die Behörde nicht verkehrt“, im Beharren auf der Straßenverkehrsordnung sieht Ziersch verstaubte Paragraphenreiterei am Werk. „In Hagelloch geht es auch“, so Ziersch, dort hatte das Innenministerium eine Kreisstraßen-Ortsdurchfahrt mit Tempo 30 genehmigt.
Er erinnerte an den tödlichen Verkehrsunfall an der Landstraße 384 bei der Einmündung zur Kappelstraße, nach dem vor anderthalb Jahrzehnten erst eine Unterschriftenliste, die 900 Nehrener unterschrieben, die Aufstellung einer Ampel erzwang.