Junge Co-Working-Gemeinschaft in Wankheim stellt sich mit Kunst vor
Immer mehr Menschen gehen zum Arbeiten nicht mehr ins Büro, in die Firma oder ins Geschäft. Sie setzen sich stattdessen einfach an den heimischen Schreibtisch und klappen ihren Laptop auf.
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axel habermehl
Noch kräftig am Werkeln und Einrichten: Vorne die Co-Worker Christopher Schmid und Dagmar Engels. Auf der Leiter die Künstlerin Karen Seekamp-Schnieder.Bild: Sommer
Wankheim. Wer freiberuflich oder selbstständig tätig ist, der braucht nicht zwingend ein Büro. Viele benötigen nur einen Computer mit Internetzugang, höchstens noch Telefon und Fax, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Trotzdem schätzen einige die Trennung zwischen Arbeits- und Wohnraum.
Auch der selbstständige IT-Dienstleister Christopher Schmidhofer ist von zuhause aus ins Berufsleben gestartet. Nach einer Weile ging dem Informatiker die Einsamkeit der eigenen Paderborner vier Wände aber auf die Nerven. Da stieß er auf eine Idee, die ihn begeisterte: Co-Working. Gemeint ist nicht zusammenarbeiten, sondern nebeneinander. Ein Co-Working-Space ist eine Bürogemeinschaft, in der sich Kurzentschlossene oder Dauernutzer einen Arbeitsraum teilen. Man mietet einen Arbeitsplatz, also Schreibtisch, Stuhl, Internetzugang und Telefon. Gratis dazu gibt es die Atmosphäre des Arbeitsamen, ein bisschen Gewusel und Menschen, mit denen man auch mal eine Kaffeepause machen und ein bisschen quatschen kann.
„Es geht beim Co-Working nicht nur ums Finanzielle“, erzählt Schmidhofer, „sondern um die gegenseitige Inspiration“. Man profitiere automatisch voneinander. In seiner Paderborner Bürogemeinschaft, in der Vertreter ganz unterschiedlicher Berufsgruppen nebeneinander arbeiteten, habe man sich gegenseitig nicht nur geholfen, beispielsweise, wenn jemand an einem Projekt nicht weiter kam, sondern sich sogar gegenseitig Aufträge zugeschanzt.
Als der 29-Jährige zusammen mit seiner Freundin Dagmar Engels ins Schwäbische zog, weil diese eine Stelle an einer Tübinger Schule bekommen hatte, war für Schmidhofer schnell klar, dass er das Konzept übernehmen und auch in seiner neuen Umgebung Co-Worken wollte. Da die beiden in Tübingen keine Wohnung fanden, die ihnen gefiel, zogen sie nach Wankheim. Für die Lehrerin Engels ist es kein Problem, morgens mit dem Auto in die Schule zu fahren. „Außerdem kommen wir vom Dorf und wohnen gerne auf dem Dorf“, erklärt die 29-Jährige.
Da auch Engels das Konzept der modernen Arbeitsgemeinschaft toll findet, importierten die beiden die Idee auf die Härten. Sie mieteten ein leerstehendes Büro in der Wankheimer Hauptstraße an und hoffen jetzt auf Interessierte. Eine Physiotherapeutin, die an einem bis zwei Abenden in der Woche Kurse für Rückentraining und Kindertanz geben will, ist schon mit im Boot. Weitere sollen folgen.
„Wir hoffen eher auf Leute aus den Dörfern rund um Kusterdingen, aber auch Interessierte aus Tübingen oder Reutlingen sind willkommen“, sagt Schmidhofer. Ein Platz kostet im Monat 250 Euro, aber auch Tagesnutzung (15 Euro) ist machbar. „Noch fünf oder sechs Leute wären super. Ob es passt, ob man Co-Worken kann oder nicht, ergibt sich schnell“, erklärt Schmidhofer.
Info: Heute lädt die junge Bürogemeinschaft ab 14 Uhr zum Tag der
offenen Tür. Auf dem Programm
stehen eine Vernissage mit
Bildern von Karen Seekamp-Schnieder, eine Lumpenkapelle und ein Quiz. Vor allem sollen sich
Interessierte ein Bild vom Büro in der Hauptstraße 16 und ihren