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Donnerstags und samstags

Fahrender Kaufmann bringt Fleisch und Wurst

Als Silke Knoblich ihren kleinen Dorfladen Ende Februar schloss, sah’s für die Jettenburger ziemlich düster aus. Für Lebensmittel des täglichen Bedarfs mussten sie fortan ins zwei Kilometer entfernte Kusterdingen, ins Industriegebiet Betzingen oder gar nach Reutlingen oder Tübingen fahren. Der lebensmittellose Zustand dauerte jedoch nicht allzu lange.

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Jettenburg. Bald darauf stellte sich samstags ein Bäcker aus Betzingen mit seinem Verkaufswagen neben die Bushaltestelle am Brunnenplatz, und seit drei Monaten fährt ein fahrender Wurst- und Fleischwarenverkäufer den Ort auf den Härten stets donnerstags an. Dort verkauft er von 8.30 Uhr bis 18 Uhr seine Waren, die er von Metzgern aus der Region bezieht. Dabei war es reiner Zufall, dass Peter Gora aus Pfalzgrafenweiler auf den kleinen Härtenort aufmerksam wurde.

Artikelbild: Fahrender Kaufmann bringt Fleisch und Wurst

Er war im Auto unterwegs, hörte Radio und bekam mit, dass die Jettenburger keinen Lebensmittelladen mehr haben. Sofort rief er Ortsvorsteher Günter Brucklacher an, und bald war das Geschäft perfekt. Anfangs verkaufte Gora nur halbtags, bald dehnte er seinen Jettenburger Verkauf auf den gesamten Donnerstag, nach ein paar Wochen sogar auf den Samstag von 6 bis 13 Uhr aus. Da stellt er sich am Brunnenplatz neben den Bäckereiwagen. So gibt es zum Wochenende inzwischen einen Mini-Markt – nur Obst und Gemüse fehlen freilich noch. Die Jettenburger jedenfalls nehmen das Angebot gerne an. Insbesondere ältere Dorfbewohner schätzen den wohnortnahen Einkauf, sie bestellen ihre Wurst und ihr Fleisch bei Gora auch telefonisch vor. Und der Umgang ist längst vertraulich geworden, der kleine Schwatz über die Ladentheke hinweg gehört mittlerweile zum Einkauf dazu. ede / Bild: Hantke

08.12.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 08.12.2012 - 08:51 Uhr

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