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Ein fließender Übergang

Doriana Tchakarova übernimmt von Hermann Liske das Kulturprogramm

„Ooh l‘eau“, oh das Wasser, so anspielungsreich ist das morgige Konzert im Kusterdinger Gemeindepflegehaus (19 Uhr) überschrieben. Alles fließt. Nach 15 Jahren als Allein- Impresario holt sich Hermann Liske die Pianistin Doriana Tchakarova ins Boot.

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Fred Keicher

Kusterdingen. Es soll kein Abschiedskonzert werden, sagt Hermann Liske, sondern ein Übergangskonzert. Er wird beim Kulturprogramm im Gemeindepflegehaus auch weiterhin mitarbeiten, wird die Gestaltung der Programme und Plakate übernehmen (unterstützt von seiner Frau Monika), die Abrechnung mit der Gema. Den Schreibkram halt. Und in der Programmgestaltung des Klosterhofs ist er nach wie vor aktiv.

Freude über das Programm: Doriana Tchakarova und Hermann Liske. Bild: Keicher Freude über das Programm: Doriana Tchakarova und Hermann Liske. Bild: Keicher

Aber aus gesundheitlichen Gründen muss der 71-Jährige kürzertreten. Nicht weniger wichtig sind ihm die zwei „süßen Enkel“, die ihm letztes Jahr geschenkt worden sind. Werder-Bremen-Fan ist der 71-Jährige immer noch. Obwohl er schon in den siebziger Jahren von seinem Heimatort zum Studium nach Tübingen kam. Der Pfarrerssohn studierte Theologie und wurde Lehrer. Ein Musikstudium stellte der begeisterte Querflötist hintenan. Absolvierte aber, als er schon im Schuldienst in Wendlingen war, in Trossingen eine Zusatzausbildung als Musiklehrer.

Zur Einweihung des Gemeindepflegehauses 1997 spielte Liske Querflöte. Prompt äußerte Pfarrer i. R. Fritz Mybes „Mehr davon“ – und die Geburtsstunde der Konzertreihe hatte geschlagen. Regelmäßig fanden Konzerte der Reihe „Jugend musiziert“ statt, die Stummfilmreihe kam sehr gut an, ebenso die Stücke von Mascha Kalecko. Aber auch Jazz und eher Schräges wie der Tango-Komplott.

Bei allem war Liske der Mann für alles, nur fürs Stühle schleppen hatte er in den letzten Jahren Hilfe.

Die Programmplanung übernimmt jetzt Doriana Tchakarova. Das morgige Konzert trägt schon ihre Handschrift mit seiner Mischung aus Ernst und Witz, klassischer Musik und leichter Muse. Sie hat allerhand zum Thema Wasser versammelt, musikalisch reicht es von Vivaldi bis Satie, literarisch von Goethe bis Heinz Erhardt.

Die Gedichte wird Michael Stülpnagel rezitieren. Darunter wird auch das Melodram „Das Schloss am Meer“ sein, eine Ballade von Ludwig Uhland, die Richard Strauß vertont hat. Mit der Sopranistin Patrizia Piras, dem Flötisten Sugiyama Tsubasa (er spielt anstelle der erkrankten Julie Stewart), dem Cellisten Urial Stülpnagel und Doriana Tchakarova wird es ein großer Abend werden.

Aufgewachsen ist die 38-jährige Tchakarova im bulgarischen Varna am Schwarzen Meer. Vor zwanzig Jahren kam sie nach Deutschland und studierte Klavier bei Friedemann Rieger in Stuttgart. Sie arbeitet als Dozentin, Korrepetitorin und Klavierlehrerin. „Man kann mit einer solchen Konzertreihe doch nicht einfach aufhören“, sagt sie. Jungen Künstlern, die am Anfang ihrer Karriere stehen, möchte sie eine Chance geben. Sechs Konzerte wird es 2013 geben.

15.12.2012 - 08:30 Uhr

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