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Vorerst im grünen Bereich

Die Härtengemeinde sieht sich für die Kinderbetreuungs-Garantie gut vorbereitet

Kusterdingen gehört zu den Gemeinden im Kreis Tübingen, denen der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab August 2013 wenig Sorgen macht. Die Gemeinde sieht sich mit ihrer Kindergartenbedarfsplanung „bestens vorbereitet“.

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Ulrike Pfeil

Kusterdingen. „Die spannende und noch offene Frage ist: Wie viele Eltern werden den neuen Rechtsanspruch ab einem Jahr für ihr Kind wahrnehmen?“ sagt die Kusterdinger Hauptamtsleiterin Christine Falkenberg, die für die Bedarfsplanung zuständig ist. 2011 lag die Betreuungsquote bei Unter-Dreijährigen inBaden-Württemberg bei knapp 21 Prozent. Aber: Sie ist in den letzten Jahren rasant angestiegen.

Eine Stütze der Kusterdinger Kinderbetreuung für Kinder von anderthalb Jahren an sind die Angebote ... Eine Stütze der Kusterdinger Kinderbetreuung für Kinder von anderthalb Jahren an sind die Angebote des Vereins Kindergruppe. Sie bietet 30 Plätze, davon zehn mit ganztägiger Betreuung an fünf Tagen der Woche.Archivbild: Metz

Den ab 2013 errechneten „statistischen Bedarf“ von 34 Prozent Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige wird Kusterdingen spätestens mit der Fertigstellung der Kinderkrippe Jettenburg im Mai kommenden Jahres (dann zehn Plätze) deutlich übererfüllen. „Wir erfüllen die Quote jetzt schon“, sagt Christine Falkenberg. „Aber der Anspruch ab 2013 gilt für 100 Prozent.“

Verschleppung des Problems, wie sie andernorts beklagt wird, kann man der Verwaltung und dem Gemeinderat hier nicht vorwerfen. Seit 2008 werden die Kinderbetreuungsplätze kontinuierlich auf den Rechtsanspruch hin ausgebaut: 379 Plätze stehen im kommenden Jahr in den fünf Teilorten teils in kirchlichen, teils in gemeindeeigenen, teils in privaten, von Eltern organisierten Einrichtungen (wie dem Waldkindergarten) zur Verfügung, davon 115 (ganztags 60) für Unter-Dreijährige. Aus dem Krippen-Investitionsprogramm des Bundes wurden mehr als 300 000 Euro in Anspruch genommen. 26 Kinder sind bei Tageseltern untergebracht, nicht alle in Kusterdingen.

Und dennoch zeigt sich weiterer Bedarf: Falkenberg stellt ihn besonders im Teilort Kusterdingen selbst fest, „für Kinder ab einem Jahr und sogar darunter“. Die Kindergruppe Kusterdingen, ein aus einer Elterninitiative erwachsener Verein, kann die Nachfrage mit ihren Spielclubs und Betreuungsgruppen nicht alleine stemmen. „Alle Betreuungsplätze im Dorf sind belegt“, sagt Falkenberg, man werde nicht darum herumkommen, neue Räume zu schaffen. 32 Kinder stehen in Kusterdingen auf der Warteliste, vier von außerhalb der Gemeinde. „Je früher die Kinder angemeldet werden“, rät Falkenberg den Eltern, „desto größer die Wahrscheinlichkeit, zum Wunschtermin einen Platz zu bekommen.“ Und desto besser die Planungssicherheit für die Gemeinde.

Fast überall zeigt sich dieser Trend: Es wird mehr Betreuung für Unter-Dreijährige gewünscht, und im Kindergartenalter immer mehr Ganztagesbetreuung (außer in Jettenburg). Andererseits lag die Zahl der Geburten in der Gemeinde in den letzten Jahren insgesamt etwas unter der statistischen Prognose.

Im laufenden Kindergartenjahr hat sich Falkenberg vorgenommen, die Schließtage der Gemeinde-Kindereinrichtungen (bisher 23 Tage im Jahr) denen der kirchlichen Träger (30 bis 33,5 Schließtage) anzunähern. Argumente dafür sind der relativ hohe Krankenstand in den Einrichtungen und die aktuelle Schwierigkeit, auf dem Arbeitsmarkt überhaupt Personal zu finden.

Die Eltern werden sich, wie Falkenberg kürzlich bei der Vorstellung der Kindergartenplanung im Gemeinderat vortrug, im neuen Jahr auf hö here („angepasste“) Gebühren einstellen müssen. Das gilt dann für alle Träger.


10.11.2012 - 08:30 Uhr

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