Vom ersten kleinen Sprung hin zum lässigen Flickflack: Die Turnshow des TSV Kusterdingen gestern in der Härten-Turnhalle zeigte die Entwicklung junger Turner. Es war ein Fest der Bewegung und beeindruckender Körperbeherrschung.
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Fabian Ziehe
Kusterdingen. „Cold as Ice“ von der Rock-Band Foreigner dröhnt aus den Boxen, eine Schar Kinder stapfte in dicker Wintermontur mit Bommelmütze und Handschuhen in die Halle. „Kalt wie Eis“? Von wegen: Schnee gab es lediglich draußen vor der Halle. Drinnen war es warm. Derweil die gut 120 Zuschauer mit dem verlockenden Duft von Waffeln und Kuchen oben auf der Tribüne zu kämpfen hatten, schälten sich die neun- bis zehnjährigen Kinder unten aus ihrer dicken Montur. Längst schall der Ohrwurm „Ba-Ba-Ba, Barbaran“ aus den Boxen: In Badeanzügen ging es nun wirbelnd über Trampoline und Matten.
Sympathisches Gewusel und mutige Sprünge
„So schnell kommt der Sommer nach Kusterdingen, wer hätte das gedacht“, kommentierte Petra Ott das Geschehen. Die Abteilungsleiterin Turnen beim TSV moderierte die anderthalbstündige Show ihrer rund 120 jungen Sportler. Seit dem Sommer hatten die Übungsleiter geplant, mehrere Wochen gingen fürs Einstudieren der Choreografie drauf. Nun waren die Kinder und Jugendlichen ganz scharf darauf, ihr Turn-Können zu zeigen.
Fast wie im Zirkus: Eine Show am Trapez zeigten gestern die acht- bis zehnjährigen Mädchen des TSV Kusterdingen.Bild: Faden
Etwa die Jüngsten vom Eltern-Kind-Turnen. Die Kleinsten waren zweieinhalb, die Ältesten vier Jahre alt – da war ein sympathisches Gewusel in der Halle programmiert. Bänke dienten als Rampe und auch als Brücke von Kasten zu Kasten. Am Ende durften die Kinder springen oder rutschen. So stürzte sich ein Junge in schwarzem Dress unerschrocken Mal um Mal vom Kasten herunter in die Weichmatte – was großes Hallo in den Zuschauerrängen hervorrief. Die Kleineren wagten den Sprung an der Hand von Mutter oder Vater. So beginnen die Kinder ganz klein, sich an die Höhe zu gewöhnen.
Spagat und Sprünge – da geht es einmal hin
Bereits allein für sich bewegten sich die Vier- bis Fünfjährigen über Balken und Trampolin. Die acht- bis zehnjährigen Mädels hatten mit der Höhe gar keine Probleme mehr: Sie sprangen, balancierten und drehten auf dem gerade mal fußbreiten Schwebebalken. Und den Abgang erledigten sie mit Handstand-Überschlag. Die Übungsleiterin der Gruppe zeigte zudem, wohin es an dem Gerät künftig gehen wird – mit schweren Sprüngen und einem Spagat auf dem Balken.
Körperbeherrschung, die auch die Jugendlichen bis 17 Jahre bewiesen, die schon bei Wettkämpfen antreten: Sie schwangen sich am Stufenbarren von Holm zu Holm, zeigten Handstände und Überschläge auf der Matte, meisterten ihre Übungen am Sprungtisch und rundeten den Nachmittag mit einer James-Bond-Showeinlage ab. Oben auf der Bühne gab es dafür viel Anerkennung und Klatschen.
Mit Engelsflügeln hinauf ans Trapez
Dass Turnen nicht nur ein Mädchen-Ding ist, zeigten die Jungs zwischen sieben und elf Jahren. Sie waren „besonders scharf“ auf ihren Auftritt, hatte Ott erklärt, da sie seltener als die Mädchen bei Wettkämpfen ihr Können zeigen können. In der Härten-Turnhalle boten sie eine wilde Show mit Kästen.
Das erste Mal mit Übungen an einem Wettkampfgerät präsentierten sich die Mädchen zwischen acht und zehn Jahren. Mit weißen Flügeln am Rücken ging’s mit Hilfe der Übungsleiter hinauf ans Trapez. Das ist eine Höhe, wo einem mulmig werden kann. Schon das Umgreifen und das Herablassen mittels einer Rolle war für Einzelne eine Herausforderung. Wenn es geschafft war, war der Applaus groß. Auch das war die Turnshow: Sie bot kleine große Erfolge, die Mut zum Weiterturnen machen.
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