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Mehr Platz zum Parken

Das Gasthaus „Kompf“ läuft so gut, dass die Autos im Ort zum Problem werden

Das „Kompf“, vergangenen Sommer in Jettenburg eröffnet, hat gut eingeschlagen. Das Speiselokal ist so gut besucht, dass sich jetzt ein Problem auftut: Wo sollen die Autos der Gäste parken?

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Ulrike Pfeil
Selbst an einem ganz normalen Montag, als dieses Bild entstand, sind die Parkplätze beim Gasthof ... Selbst an einem ganz normalen Montag, als dieses Bild entstand, sind die Parkplätze beim Gasthof Kompf in Jettenburg gut besetzt. An Wochenenden, wenn das Lokal ausgebucht ist, müssen Autofahrer zum Parken in die Dorfstraßen ausweichen. Bild: Sommer

Jettenburg. Matthias Bader kann es sich kaum besser wünschen: „Es ist eingetreten, was wir uns erträumt haben“, sagt der Jettenburger Unternehmer und Geschäftsführer der Braun Möbelcenter, dem das Landgasthaus nahe der B 28 gehört. Bader ließ es an der Stelle des früheren „Café Sonneck“ bauen und erfüllte damit einen Traum, den schon sein verstorbener Vater, der Firmengründer und begeisterte Heimathistoriker Karl Bader gehegt hatte.

Seit seiner Eröffnung im Juli 2011 wird das Lokal samt großem Biergarten sehr gut angenommen. Es sei „fast immer ausgebucht“, berichtet Bader. Vor allem in der Vorweihnachtszeit, als es auch für Weihnachtsfeiern angefragt wurde, sei oft nicht einmal für zwei Personen ohne Vorbestellung Platz gewesen. Auch viele Stammgäste und einige Stammtische hat das „Kompf“ bereits gewonnen, das seinen merkwürdigen Namen einem landwirtschaftlichen Gerät verdankt: „Kompf“ nannten die Bauern früher den Behälter, in dem sie den Wetzstein zum Schärfen ihrer Sicheln und Sensen aufbewahrten.

Nicht nur das historisierende Ambiente mit echtem altem Gebälk und vielen musealen ländlichen Utensilien aus der großen Sammlung von Karl Bader wird von den Gästen geschätzt (wie man zum Beispiel einigen Internet-Kommentaren entnehmen kann). Den Erfolg des neuen Lokals hält Matthias Bader nicht zuletzt dem Pächter Dietmar Bechtle zugute: „Er lebt das Konzept“, sagt Bader, der selbst regelmäßig ins „Kompf“ essen geht.

Mit dem Gewinn einer gut gehenden Wirtschaft bekam Jettenburg allerdings auch ein Parkplatzproblem. Die 20 Parkplätze unmittelbar bei dem Lokal, das innen 160 Gäste bewirten kann und sommers etwa ebenso viele im Außenbereich, reichen bei weitem nicht aus. Die Autos der Gäste parken also regelmäßig die Straßenränder in Jettenburg zu.

Viele Beschwerden hat Ortsvorsteher Günter Brucklacher wegen der Parksituation bisher nicht bekommen. „Die Jettenburger sind sehr geduldig“, sagt er. „Sie sehen natürlich auch, dass so ein Lokal den ganzen Ort attraktiv macht.“ Einzelne Klagen gebe es jedoch, wenn Garagen- oder Hofeinfahrten zugeparkt werden. Auch der Linienbus hatte, wenn das „Kompf“ brummte, schon Schwierigkeiten mit der Durchfahrt.

Baugrundstück soll

Parkplatz werden

Matthias Bader will nun von sich aus etwas gegen die Parkplatznot unternehmen. Bei ihm hätten sich zwar noch keine Anwohner beschwert, sagt er, aber „man sieht ja, dass alles zugeparkt ist“. Deshalb hat er ein Baugrundstück in etwa 50 Metern Entfernung erworben, auf dem er „freiwillig“ weitere 15 Parkplätze einrichten möchte.

Das Problem dabei ist, dass auf dem schmalen Grundstück sechs der neuen Parkplätze jenseits der Baugrenze liegen würden. Das Grundstück grenzt auf einer Seite an eine Doppelhaushälfte (die, wenn es bebaut würde, dort ergänzt werden sollte), auf der anderen an einen noch unbebauten Bauplatz.

In der von Anliegern gut besuchten Sitzung des Jettenburger Ortschaftsrats am Montag gab es für Baders Bauvoranfrage mit der notwendigen Ausnahmegenehmigung nur ein sehr zurückhaltendes Votum: zwei Stimmen dafür, zwei dagegen, zwei Enthaltungen. Abgesehen von der befürchteten Lärmbelästigung für Anwohner wurde auch der grundsätzliche Einwand erhoben, man solle Bauland nicht für einen Parkplatz nutzen.

Einstimmig beauftragte der Ortschaftsrat den Ortsvorsteher, mit Bader nach einer Alternativlösung zu suchen, die womöglich auf dem „Kompf“-Gelände selbst liegen könnte. Am heutigen Mittwoch befasst sich der Bauausschuss des Härten-Gemeinderats auf seiner Sitzung im Mähringer Rathaus (20 Uhr) mit der Bauvoranfrage für das Parkplatz-Projekt.

01.02.2012 - 08:30 Uhr

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