Wenn Mütter im Schichtdienst arbeiten, wie zum Beispiel in Pflegeberufen, ist es schwierig, eine passende Kinderbetreuung zu finden. Die Arche Regenbogen in Mähringen eröffnete deshalb eine Betriebskindergruppe.
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Ulrike Pfeil
Bei der Einrichtung des Spielzimmers für die Kleinkindbetreuung von Mitarbeiterinnen der Arche Regenbogen half der Förderverein Star Care, auf dem Foto vertreten durch Gabriele Stauch (zweite von links). Im Hintergrund „hütet“ Gruppenleiterin Melanie Hiller eines der Kleinkinder; vorne links freut sich Arche-Geschäftsführerin Christiane Miarka-Mauthe über die neue Kinderbetreuungsmöglichkeit in dem Intensivpflege-Haus für Kinder und Jugendliche mit Dauerbeatmung in Mähringen.Privatbild
Mähringen. Die Arche Regenbogen in Mähringen ist eine Einrichtung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren, die intensivmedizinische Behandlungspflege brauchen; die meisten müssen künstlich dauerbeatmet werden. In der Einrichtung, die als gemeinnützige GmbH organisiert ist, wird im Drei-Schicht-System rund um die Uhr an allen Tagen der Woche gearbeitet – unvereinbar mit den Öffnungszeiten kommunaler Kinderhäuser. Seit Anfang August gibt es nun in der Arche-Regenbogen eine integrative Kleinkindgruppe mit dem Namen „Unterm Regenbogen“.
Die Kinderbetreuung ist für Kinder der Mitarbeiterinnen, aber auch für Geschwisterkinder der kleinen Patienten geöffnet. Außerdem können Arche-Kinder in Begleitung von Pflegepersonal stundenweise die Kleinkindgruppe besuchen.
„Wir möchten vor allem Müttern einen schnelleren Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglichen“, sagt Christiane Miarka-Mauthe, die Initiatorin der Arche Regenbogen, die selbst Fachkinderkrankenschwester und Mutter ist. Der Pflegepersonalnotstand veranlasste die Gesellschafterinnen der Arche dazu, die betriebseigene Kleinkindgruppe aufzumachen. Sie deckt mit ihren Öffnungszeiten die Frühschicht von 7 bis 14.30 Uhr und die Nachmittagsschicht von 14 bis 19 Uhr ab. Damit, das ist Miarka-Mauthe besonders wichtig, könnten auch stillende Mütter bei der Arche arbeiten. Außerdem macht die hauseigene Kindergruppe nie Ferien; es gibt keine Schließtage.
Sabine Vaihinger, Elternberaterin der Arche Regenbogen, begrüßt auch die Entlastung der Familienangehörigen intensivpflegebedürftiger Kinder. Dass Eltern Geschwisterkinder ihres erkrankten Kindes in die Kleinkindgruppe bringen können, entlaste sie vor allem dann, „wenn ihr krankes Kind die ganze Zuwendung in Krisensituationen braucht“. Auch Beratungsgespräche könnten so besser wahrgenommen werden.
Kusterdingens Bürgermeister Jürgen Soltau lobt das Engagement als eine Ergänzung der kommunalen Bemühungen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Die Gemeinde war beratend bei der Organisationsform der Kita behilflich. Sie ist vom Tübinger Tageselternverein als „Kindertagespflege in geeigneten Räumen“ zugelassen. Die beiden hauptamtlichen Betreuerinnen mussten sich beim Verein zusätzlich als Tagesmütter qualifizieren.
Die ersten Kinder – vier Kleinkinder im Alter von etwas über einem Jahr und zwei Dreijährige – hat die Kleinkindgruppe inzwischen aufgenommen. Da die Mütter überwiegend in Teilzeit arbeiten, oft aber in anderen Gemeinden wohnen, bringen sie die Kinder nur an den Tagen, an denen sie selbst arbeiten.
Finanziell wurde die Einrichtung der Kindergruppe durch den Förderverein Star Care unterstützt, eine Kinderhilfe-Organisation von Daimler-Mitarbeitern. Sie ermöglichte die Anschaffung von Spielsachen und einem Wickeltisch mit einer Spende von knapp 7000 Euro. Die Star-Care-Vorsitzende Gabriele Stauch unterstrich den integrativen Ansatz des Kindergartens: Behinderte und nichtbehinderte Kinder könnten hier viel voneinander profitieren, sagte sie.