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Abschied in Hirrlingen

Über 300 Menschen kamen zum Trauergottesdienst für die Unfallopfer von Weiler

Der schlimme Verkehrsunfall, bei dem vorigen Samstag in Weiler drei Menschen starben, bewegt viele. Am Donnerstag kamen mehr als 300 Trauernde zum Gottesdienst in Hirrlingen – darunter viele junge Erwachsene.

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Vincent Meissner

Hirrlingen. Die bedrückte Stimmung bei den wartenden Menschen vor dem Trauergottesdienst unterbrachen nur die Kirchenglocken. Sprechen mochten die meisten nicht, da der Schmerz zu groß war. Der Schmerz über den Tod von drei jungen Menschen, zwei von ihnen gerade 18 Jahre, der dritte 19 Jahre alt. Thomas Beuter, Timo Bosch und Michael Stang waren Lehrlinge im selben Handwerks-Familienbetrieb in Hirrlingen.

Nach dem Geschäfts-Weihnachtsessen in Rottenburg wollten sie die Feier im Betrieb in Hirrlingen fortsetzen. Auf reifglatter Fahrbahn kam das Auto an der Ortseinfahrt von Weiler von der Straße ab. Die drei waren sofort tot. Der vierte Insasse überlebte schwerverletzt. Kerzen, Blumen und Karten von Angehörigen und Freunden erinnern an der Unfallstelle an das Unglück.

Wie groß die Anteilnahme an dem schrecklichen Unfall ist, zeigten gestern die zahlreichen Menschen, die zum Trauergottesdienst in die Hirrlinger St.-Martinus-Kirche gekommen waren. Auch viele junge Erwachsene – Freunde und Bekannte der Verunglückten – erwiesen den Dreien die letzte Ehre. Der Platz im Innern der Kirche reichte nicht aus für die Trauergemeinde. Einige mussten in der Vorhalle der Kirche stehen, knapp 50 überwiegend jüngere Besucher verfolgten den Gottesdienst auf dem Kirchplatz im Nieselregen über einen Lautsprecher.

Diakon Godehard König versuchte, den Trauernden in seiner Predigt Trost zu spenden. „Wir sind erschüttert und tief betroffen. Wir möchten etwas sagen, finden aber keine Worte.“ Diakon König kannte Thomas Beuter noch als Ministrant. Mit sechs Jahren wurde Beuter Mitglied bei den Original Hirrlinger Schlosshexen. „Er war ein Mensch, der viel mit seinen Freunden unterwegs war“, sagte Diakon König. Beuter habe den Showtanz geliebt und sei auch ein leidenschaftlicher Auto-Schrauber gewesen.

Michael Stang wurde von König als humorvoller und charmanter Mensch charakterisiert. „So hat er viele Herzen gewonnen.“ Er sei ein „Lausbub“ gewesen, dem es auch mal Spaß machte, die Oma zu erschrecken. Timo Bosch stammte aus Hechingen-Beuren. Für ihn findet eine separate Trauerfeier in seinem Heimatort statt.

Sogar noch mehr Menschen als zum Trauergottesdienst kamen anschließend auf den Hirrlinger Friedhof. Dort wurde Thomas Beuter beigesetzt. Der Leichnam von Michael Stang soll eingeäschert werden.

Jürgen Kessler, der Vorsitzende der Original Hirrlinger Schlosshexen, fasste in seiner Grabrede die Gefühle vieler zusammen: „Nicht nur der heutige Tag ist ein Trauertag.“ Für Kessler war es eine besonders schmerzhafte Erfahrung. Gestern auf den Tag genau vor 26 Jahren starben nämlich schon einmal bei einem tödlichen Autounfall drei junge Menschen. Sie stammten aus Hirrlingen, Schwalldorf und Frommenhausen.

Auch damals waren die Opfer 18 und 19 Jahre alt, auch damals starb ein Mitglied der Original Hirrlinger Schlosshexen. Und auch damals sprach Kessler auf dem Hirrlinger Friedhof am Grab eines Verstorbenen. „Da hoffte ich, dass ich so etwas nie wieder erleben muss.“ Doch leider passierten solche Dinge im Leben viel zu oft. „Deshalb“, sagte Kessler, „wünsche ich mir von allen, die heute anwesend sind: Passt gut auf euch und andere auf. Egal was ihr tut. Denn die Zeit heilt nicht immer alle Wunden.“

24.12.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 25.12.2011 - 10:54 Uhr

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