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Mädels und Frauen treffen oft genauer

Jugendliche bei „Faszination Sportschießen“

Ob Sportschießen fasziniert, konnten Jugendliche am Samstagnachmittag beim Schützenverein Hirrlingen herausfinden. Beim bundesweiten „Wochenende der Schützenvereine“ boten die Hirrlinger ein Programm für Kinder und Jugendliche an.

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Yvonne Arras

Hirrlingen. Florian Huber hat am Samstag zum vierten Mal probiert, die Kugel aus dem Luftdruckgewehr auf ein Stecknadelkopf großes Ziel zu schießen. Der Zwölfjährige hat es sich auf einer von elf bettgestellartigen Liegen offenbar bequem gemacht. „Im Liegen geht es leichter für die Jugendlichen“, erklärt Volker Bailer vom Schützenverein.

Jugendliche probieren Luftdruckwaffen beim Schützenverein Hirrlingen. Bild: Faden Jugendliche probieren Luftdruckwaffen beim Schützenverein Hirrlingen. Bild: Faden

Unter dem rechten Arm hält der Nachwuchsschütze das 5,5 Kilogramm schwere Gewehr und zielt auf den computergesteuerten Messrahmen, der die mit 340 Meter pro Sekunde eintreffenden Kugeln misst. „Das ist neueste Technik, die wir haben“, sagt Bailer. Denn das Schützenhaus sei erst 2005 gebaut worden.

Zehn Meter Entfernung liegen zwischen Florian Huber und dem Ziel. Ob er getroffen hat, zeigt ihm ein rechts neben der Abschusslinie installierter Bildschirm an. Florian setzt erneut an. Zum Schnuppertag kam er, weil ihn die Technik der Waffen fasziniert. Wollen Kinder, die jünger sind als zwölf, in den Verein eintreten, müssen sie ein psychologisches und ärztliches Attest vorlegen.

In Hirrlingen wird weder mit Klein- noch mit Großkalibern geschossen, sondern mit Luftdruckwaffen. Deren Geschosse sind „eigentlich keine Kugeln, sondern sie heißen Diabolos“, sagt Bailer und zeigt eines der winzigen hohlen Bleiteilchen, die tatsächlich aussehen wie Diabolos. Bei Klein- oder Großkalibern wird hingegen mit Bleipatronen geschossen, die mit Schwarzpulver gefüllt sind. Im Unterschied zu den Kaliberwaffen müssen die Luftdruckwaffen nach jedem Schuss neu geladen werden. „Man kann mit den Waffen also nicht reihenweise ballern“, sagt Bailer.

Ihm ist die Problematik des Waffengebrauchs bei Jugendlichen bewusst. Immerhin sind auch die Diabolos, obwohl sie nur etwa vier Millimeter durchmessen, gefährlich. Nach einer Entfernung von zehn Metern hinterlassen sie in den Schießscheiben exakt ausgestanzte, kreisrunde Löcher. In seinem Verein sei Waffenmissbrauch bisher überhaupt kein Problem gewesen, erklärt Bailer. Es gebe aber Vereine, die den „militärischen Stil“ fördern. Die benutzten dann aber auch Kaliberwaffen. In Hirrlingen sei das nicht der Fall. Es geht laut Bailer um das präzise Zielen auf den Punkt.

Dafür braucht ein Sportschütze neben Konzentration die richtige Kleidung. Sie erst ermögliche eine perfekte Standposition. Bailer zeigt eine ausgesteifte Jacke, die aus Leinen und Leder gemacht ist. Wird sie angezogen, steht der Schütze kerzengerade auf dem Boden. Die rund 3000 Euro teure Waffe liege dann „fast wie von selbst“ im Anschlag, erklärt der Sportschütze, der einen Titel als Deutscher meister hat. Rutschfeste Schuhe und Unterkleidung gehören ebenfalls zur Ausrüstung.

Unterdessen sind weitere neugierige Jugendliche in die Schießhalle spaziert. Über den Nachmittag verteilt war es etwa ein Dutzend Kinder und Jugendliche. Einige von ihnen sind schon Mitglied im Hirrlinger Schützenverein.

Die Hirrlinger sind bei Meisterschaften über alle Altersgruppen hinweg zahlenmäßig „immer vorne mit dabei“, sagt Bailer. Auch bei den Schützinnen. „Wir haben fast gleich viel Mädchen wie Jungs bei den Jugendlichen“ – und die Mädchen seien sehr gut. Tatsächlich hätten Frauen in der Weltspitze der Sportschützen die Nase vorn.

Gestern ging das Wochenende der Sportschützen mit einem Programm für Erwachsene weiter. Aktive Schützen stellten Schieß-Disziplinen und ihre Waffen vor; Erwachsene durften probeschießen. Auch die meisten anderen Schützenvereine im Kreis nutzten den Tag, um für sich zu werben.

08.10.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 08.10.2012 - 14:07 Uhr

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