Vor fünfzig Jahren gründete Johannes Zug seine Schreinerei, die heute Sohn Werner führt. Der produziert Möbel in Sonderanfertigung.
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Frank Rumpel
Zwei Generationen, ein Betrieb: An der CNC-Maschine stehen (von links) Juniorchef Werner Zug, Helmut Zug, Seniorchef Johannes Zug, Norbert Noll, der seit 25 Jahren hier schafft, und Alexander Deile, Mitarbeiter seit 10 Jahren. Bild: Mozer
Hirrlingen. Am Samstag auf den Tag genau vor 50 Jahren meldete Johannes Zug seine Schreinerei bei der Handwerkskammer an. Nach seiner Ausbildung zum Schreiner, die er 1949 als 17-jähriger abschloss, hatte er elf Jahre lang in einer Möbelfabrik in Frommern gearbeitet, 1957 den Meister gemacht und schließlich beschlossen, sich selbständig zu machen – und zwar im heimischen Hirrlingen. „Ich wollte nicht ein Leben lang auswärts zum Schaffen gehen“, sagt er.
Diese Entscheidung hat Zug senior bis heute nicht bereut, zumal ihm die Arbeit mit Holz von Anfang an Spaß gemacht hat. Er arbeitet noch immer gern und ist häufig in der Werkstatt, schneidet Furniere zu oder erledigt kleine Polsterarbeiten. „Ich mache da halt den Handlanger“, sagt er lachend.
Angefangen hat Johannes Zug zusammen mit seiner Frau Maria in einem 60 Quadratmeter großen „Werkstättle“ in der Bietenhauser Straße. In den ersten Jahren half auch sein Vater Johannes, ein gelernter Zimmermann, noch tatkräftig mit. Zunächst stellte die Firma vor allem Parkett her. Erst nach und nach kam die Möbelproduktion dazu, vor allem Eckbänke, später ganze Esszimmereinrichtungen und Küchen. „Damals gab es einfach noch nicht so viele Möbelhäuser. Da hat man die Sachen noch beim Schreiner bestellt“, sagt Zug.
1972 vergrößerte er die Werkstatt auf gut 200 Quadratmeter, 1993 nochmals auf die heutigen 560 Quadratmeter. Mitte der siebziger Jahre entschieden sich die beiden Söhne Helmut und Werner fürs Schreinerhandwerk, begannen eine Ausbildung bei ihrem Vater, arbeiteten anschließend im elterlichen Betrieb mit und machten beide Mitte der achtziger Jahre ihren Meister. 1999 übernahm Werner Zug die Schreinerei.
War die Schreinerei zunächst noch reichlich Handarbeit, wird heute viel von Maschinen erledigt. Das freilich ist auch nötig, um größere Mengen konkurrenzfähig produzieren zu können. Mittlerweile stellt Zug vor allem Tische, Stühle, Schränke oder Betten für Firmen her, die deutschlandweit Einrichtungen für behinderte Menschen mit Möbeln beliefern. „Bei den Esszimmern und Küchen konnten wir, als die Möbelhäuser immer mehr wurden, preislich einfach nicht mehr mithalten“, sagt Werner Zug. Deshalb hat er sich mit den Sonderanfertigungen auch für Privatleute eine passende Nische gesucht und gefunden.