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Neue Aufgaben für Rot-Kreuz-Helfer

Engagement im Pflegebereich wird immer wichtiger

Bei der Versammlung des Kreisverbands Tübingen des Roten Kreuzes billigten am Samstag in Hirrlingen die 112 Delegierten in Vertretung der 12.000 Mitglieder einhellig den Aufbau innovativer Tätigkeitsfelder im Bereich der Pflege.

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Fred Keicher

Hirrlingen. Die Grußworte lagen der Versammlung praktischerweise schriftlich vor. Nur Landrat Joachim Walter sprach sein „herzliches Dankeschön“ für die Arbeit des Roten Kreuzes frei. Hirrlingens Bürgermeister Manfred Hofelich sprach bei seinem Willkommen ein zentrales Anliegen an: „Rettungstechnisch ist Hirrlingen eine Herausforderung.“ Die den Planungen zugrunde gelegte 15-minütige Rettungsfrist sei für Verletzte zu lang und für Helfer nicht einzuhalten.

Der Rettungsdienst sei „gut und qualitätvoll“, sagte Eberhard Schwerdtner, der Vize-Präsident des DRK-Landesverbandes. Es gelte aber die „Hilfekette“ weiter zu stärken. Dazu gehöre zum einen das ehrenamtliche Engagement, hin zu einem umfassenden Bevölkerungsschutz. Zum anderen gehörten Änderungen in der Notfallsanitäterausbildung dazu. Sanitäter sollten auch Aufgaben übernehmen können, die bisher Ärzten vorbehalten sind. „Notfallrettung ist nicht bloß Transport, sondern vorklinische Versorgung.“

Das waren Steilvorlagen für den Tätigkeitsbericht der Kreisverbandsvorsitzenden Lisa Federle. Ein Notfall sei ein „Ausnahmezustand“. Jede Sekunde Wartens sei für Patienten und Familie zu lange. Die ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“ könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten. 97 Rotkreuzler gehören zu diesen Teams, 2011 hatten sie 1637 Einsätze, im Schnitt viereinhalb jeden Tag.

Auch im professionellen Rettungsdienst ist die Zahl der Notarzteinsätze weiter angestiegen: 2010 waren es 4572, vergangenes Jahr 4912 – jeden Tag mehr als 13.

Intern hat sich der Kreisverband neu aufgestellt. Eine neue, vierköpfige Kreisbereitschaftsleitung wird die Arbeit der 14 Bereitschaften im Kreis koordinieren.

„Einen großen Schritt haben wir vor allem mit dem erfolgreichen Einstieg in die Pflege gemacht“, sagte Federle zufrieden. Die Gründung und der Aufbau der DRK-Pflegedienste im Kreis geht vor allem auf das Konto von Bruno Groß, der seit zweieinhalb Jahren Kreisgeschäftsführer ist.

Im Dezember 2011 wurde der DRK Pflegedienst als gemeinnützige GmbH und hundertprozentige Tochter des Kreisverbands gegründet. Im März dieses Jahres wurde das „Haus Ceres“ in Mössingen übernommen. Hier werden sechs Wachkoma-Patienten betreut.

Ganz neu ist im Kreisverband das Projekt „Wohnen mit Hilfe“, das eine Art Wohngemeinschaft zwischen Alten und Jungen vermittelt. Den Älteren bringt es Hilfe im Alltag, den jüngeren eine günstige Wohnung.

Seit Herbst 2010 hat der Kreisverband einen „Überbrückungsdienst“ eingerichtet, der bundesweit einzigartig ist. Oft bleiben bei einem Notfall Kinder und Pflegebedürftige unversorgt zurück. Bis hier professionelle Angebote greifen, springen ehrenamtliche DRKler ein. Die kommen auch zum „aktivierenden Hausbesuch“ und machen mit alten Leuten Übungen. „Und sie reden auch mal eine halbe Stunde mit ihnen“, sagte Federle.

Mit den Rahmenbedingungen hadert die Vorsitzende: „Es gibt kein tragfähiges Gesundheitskonzept, so dass die Finanzierung viel zu oft einer Flickschusterei gleicht.“ Auch ihr Kreisverband ist auf Spenden angewiesen und wird wieder eine Aktion zur Gewinnung von Fördermitgliedern starten.

Ehrungen fürs ehrenamtliche Engagement
Das Herz des Roten Kreuzes sei das Ehrenamt, sagte der stellvertretende Landesverbandvorsitzende Eberhard Schwerdtner. Geehrt wurden für 40 Jahre Engagement Hans-Dieter Wizemann, Thomas Jäger, Hans-Peter Schneck (alle Tübingen), Christian Schlaich (Dußlingen), Gertrud Hämmerle (Kirchentellinsfurt), Margot Pfeiffer (Mössingen). 50 Jahre dabei ist Karl Kuttler (Neustetten). 55 Jahre: Manfred Schierle ( Tübingen), Robert Schlaich (Dußlingen). Wiltraud Manz und Robert Manz (Tübingen) arbeiteten noch im Tübinger Kornhaus für das Rote Kreuz. Großen Applaus gab es für Willi Neuscheler (Nehren-Gomaringen). Er ist 50 Jahre dabei und erhielt die Verdienstmedaille des DRK-Landesverbands.


26.11.2012 - 08:00 Uhr | geändert: 28.11.2012 - 00:10 Uhr

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