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Jetzt doch auf der Schließungsliste

Die Schlecker-Märkte in Hirrlingen und Bierlingen gehören zu den Filialen, die vermutlich dichtgemacht werden

Irritiert reagierten die Bürgermeister von Hirrlingen und Starzach gestern auf die Nachricht, dass die Schlecker-Filialen in Hirrlingen und Bierlingen auf einer vorläufigen Schließungsliste stehen.

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hete henning

Hirrlingen/Bierlingen. Sowohl der Hirrlinger Bürgermeister Manfred Hofelich als auch sein Starzacher Kollege Thomas Noé waren bislang davon ausgegangen, dass die Schlecker-Filialen in Hirrlingen respektive Bierlingen nicht gefährdet seien. Er sei davon ausgegangen, dass es in dem Laden an der Hechinger Straße gegenüber dem Bonus-Markt läuft, „dass die ordentliche Umsätze machen“, sagte Hofelich gestern auf Anfrage des TAGBLATTs. Das jedenfalls sei sein „letzter Kenntnisstand“ gewesen. Schultes Noé hatte im Januar im Bürgermeister-Wahlkampf versichert, dass die 2002 eröffnete Bierlinger Filiale der Drogeriemarktkette nicht gefährdet sei. Dabei berief er sich auf eine Zusicherung aus der Konzernzentrale, wo er nach eigener Auskunft „einen Kontaktmann“ hatte.

Artikelbild: Die Schlecker-Märkte in Hirrlingen und Bierlingen gehören zu den Filialen, die vermutlich dichtgemacht werden

Verwundert sind die beiden Bürgermeister nicht nur, weil ihre örtlichen Filialen trotz guter Umsätze auf der Schließungsliste stehen. Auch die gestern in den Medien zu vernehmende Auskunft, dass vor allem in den Ballungsräumen an Filialschließungen gedacht sei und die ländlichen Gebiete zur Sicherung der Nahversorgung geschont werden sollten, empfinden sie als irreführend. „Wir sind kein Ballungsraum“, sagt Thomas Noé und findet es zudem „schlichtweg nicht gut, wenn man als Standortgemeinde nicht informiert wird.“

Viel Handlungsspielraum bleibt den beiden Bürgermeistern nicht. Manfred Hofelich kündigte gestern an, er wolle versuchen, die tatsächlichen Zahlen zu organisieren („Umsatz und Ertrag sind ja nicht das gleiche“) und dann „zu versuchen, jemanden zu erreichen, mit dem man reden kann“. Seiner Ansicht nach können die bundesweit 5400 Schlecker-Filialen aus Zeitgründen noch gar nicht alle auf ihre Umsatzstärke durchgeprüft worden sein.

Dass es gar nicht so einfach ist, den vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zu erreichen, erfuhr Bürgermeister Noé gestern, als er wegen der vorläufigen Schließungsliste Kontakt mit ihm aufnehmen wollte. Starzacher Bürger hatten ihn bereits am Sonntag darauf angesprochen, dass „der Schlecker“ schließe – „die Personalvertretung war schon am Donnerstag informiert worden, da war das offenbar schon zu einigen Kunden durchgesickert“. Sein Telefonanruf bei Geiwitz, sagt Noé, sei schließlich zur Firma Schlecker durchgestellt worden. Dort habe es geheißen, dass es eine endgültige Liste noch nicht gebe. Noch gestern Abend wollte Noé an den Insolvenzverwalter noch „einen kurzen Schriftsatz absetzen“, in der Hoffnung, von Geiwitz wenigstens eine schriftliche Aussage zu bekommen.

Der Starzacher Bürgermeister hofft nun, dass die vorläufige Liste mit den zu schließenden Schlecker-Filialen nochmals überarbeitet wird. Hirrlingens Bürgermeister Hofelich hat da wenig Zuversicht: „Wenn diese Liste nicht endgültig wäre“, sagt er, „könnte ich mir nicht vorstellen, dass sie in dieser Weise veröffentlicht wird.“

Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen
Die Schlecker-Filialen in Rottenburg und Rangendingen stehen nicht auf der vorläufigen Liste von 283 Läden in Baden-Württemberg und 2300 im ganzen Bundesgebiet, die geschlossen werden sollen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte diese Liste nach Informationen der „Allgemeinen Zeitung Mainz“ der Gewerkschaft Verdi und den Betriebsräten übergeben. Wie der SWR meldet, will Geiwitz bei 400 der zur Schließung vorgesehenen Filialen prüfen lassen, ob sie nicht doch erhalten werden können.


14.03.2012 - 08:30 Uhr

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