Das sanierte Kloster Hirrlingen wird seiner neuen Bestimmung übergeben
Nach über zweijähriger Sanierungsdauer wird am morgigen Sonntag das ehemalige Hirrlinger Dominikanerinnenkloster offiziell seiner neuen Bestimmung übergeben: Im den Obergeschossen befinden sich elf Betreute Wohnungen, im Erdgeschoss ist ein Café.
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hete henning
Ganz im hinteren Eck im Erdgeschoss, auf dem Weg zum Heizraum, findet sich ein alter Sandsteinbrunnen aus dem 14. Jahrhundert. Beim Wiederaufbau des Klosters im 18. Jahrhundert wurde er in die neue Außenwand integriert.
Hirrlingen. Besucher können sich morgen, am Tag der Gewerbeschau, von 11 bis 17 Uhr in aller Ruhe in dem für 3,4 Millionen Euro sanierten Gebäude umschauen. Die Wohnungen, die zum Teil über aufwändig restaurierte Stuckdecken verfügen, sind alle noch nicht bezogen und deshalb frei zugänglich. Der offizielle Übergabeakt ist für 13 Uhr angesetzt: Nach Ansprachen von Bürgermeister Manfred Hofelich und Landrat Joachim Walter werden Vikar Hansjörg Häuptle und Pfarrerin Monika Schnaitmann das ehemalige Klostergebäude neben der Hirrlinger Kirche weihen.
Urkunden zufolge wurde das Domonikanerinnenkloster 1358 gegründet. Nur noch wenige Spuren sind aus dieser Zeit erhalten, denn nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges war das Gebäude so baufällig, dass es 1741 abgerissen und in der Folge neu und deutlich größer wieder aufgebaut wurde. Erhalten ist ein alter Brunnen aus Sandstein, der im Zuge der Sanierung restauriert wurde und im Erdgeschoss an der südöstlichen Außenwand auf dem Weg zum Heizraum zu finden ist. Nach Auffassung des Denkmalamtes stand dieser Brunnen ursprünglich im Freien und wurde erst beim Wiederaufbau des Klosters Mitte des 18. Jahrhunderts in das Gebäude integriert.
Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgehoben, ging zunächst in den Besitz eines dänischen Gesandten über und wurde später in mehreren Teilen weiterveräußert. Der östliche Teil des Gebäudes beherbergte zeitweilig unter anderem Lehrerwohnungen und Schulräume, eine Schwesternstation. Der Westteil, der 1955 und 1956 bei drei Bränden stark beschädigt wurde, wurde von den Vorfahren des im September 2010 verstorbenen Albin Stumpp bewohnt. Dieser hatte sich 2006 bereit erklärt, seinen Anteil am Kloster der Gemeinde zu überlassen, um die jetzt erfolgte ganzheitliche Sanierung zu ermöglichen.
Im Erdgeschoss richtete die Gemeindeverwaltungs ein „Klostercafé“ mit Freibereich und Garten ein, das nach derzeitigem Stand der Dinge bis 18 Uhr geöffnet hat. Spätestens um 22 Uhr, so die Vereinbarung mit den Pächtern Marion Braun und Thomas Koch, soll abends Schluss sein, um die Bewohner im ersten und zweiten Obergeschoss nicht zu stören. Dort entstanden elf Betreute Wohnungen mit einer Grundfläche von 33 bis 57 Quadratmetern, die für ein oder zwei Bewohner/innen ausgelegt sind und zum Teil auch für Dreier-Wohngemeinschaften geeignet sind. Drei dieser Wohnungen sind laut Bürgermeister Hofelich bereits vermietet. Die Verwaltung übernimmt, wie bereits bei den Betreuten Wohnungen in der Hirschstraße, die Körperbehindertenförderung Neckar-Alb, KBF.