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Vogelkunde um vier Uhr früh

50 Jahre Hirrlinger Interessengemeinschaft Vogelschutz

Am kommenden Sonntag feiert die Interessengemeinschaft Vogelschutz ihr 50-jähriges Jubiläum, unter anderem mit der Einweihung eines Naturkundepfades.

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frank rumpel
Fünf Gründungsmitglieder bei der 25-Jahr-Feier der Interessengemeinschaft Vogelschutz: stehend ... Fünf Gründungsmitglieder bei der 25-Jahr-Feier der Interessengemeinschaft Vogelschutz: stehend Karl Zug (links) und Valentin Noll, vorne von links Michael Beuter, Matthias Zug und Franz-Pius Ströbele. Bild: Privat

Hirrlingen. Eine Flurbereinigung gab den Ausschlag. Weil damals Flächen zusammen gelegt, Hecken gerodet und damit die Lebensräume für Vögel kleiner wurden oder gar verschwanden, luden sieben „Idealisten“, wie es der erste Schriftführer notierte, am 9. April 1960 ins Hirrlinger Gasthaus Waldhorn, um dort eine Interessengemeinschaft Vogelschutz zu gründen. Als Vorbild diente ein Verein in Dettingen, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, „unsere heimische Vogelwelt zu schützen und zu hegen“. Etliche Interessierte folgten der Einladung, 42 trugen sich in die Mitgliedsliste ein. Erster Vorsitzender wurde Matthias Zug und das blieb er mit kurzen Unterbrechungen bis 1997. Der Jahresbeitrag lag seinerzeit bei vier Mark.

Die Männer bauten Nistkästen und hängten sie im Wald auf, kontrollierten sie regelmäßig, reinigten, besserten sie aus. Das ist bis heute ein Schwerpunkt der Interessengemeinschaft Vogelschutz (IGV), die laut Vorstand Josef Bartel aktuell rund 550 Kästen im Wald um Hirrlingen hängen hat. Sie erlauben zumindest eine Art Bestandsaufnahme der heimischen Vogelarten, indem man regelmäßig zählt, wie viel Kästen von welchen Vögeln belegt sind.

Daneben bot die IGV vogelkundliche Wanderungen an, in der Regel sonntags ab vier Uhr früh. Solche Wanderungen macht der Verein bis heute. Allerdings, sagt Bartel, „gehen wir nicht mehr ganz so früh los und machen etwas mehr Werbung“. Bartel schätzt das Engagement seiner Vorgänger. „Ich finde das toll, dass die sich damals schon über die Natur Gedanken gemacht und was auf die Beine gestellt haben.“

1997 übernahm Adolf Zug den Vorsitz der Interessengemeinschaft und sorgte 2001 für eine Eintragung ins Vereinsregister. Zudem ebnete er zum Ende seiner Amtszeit den Weg für eine jüngere Vorstandschaft. Bartel übernahm den Vorsitz 2005. Mittlerweile zählt der Verein 150 Mitglieder. Allein in den vergangenen zehn Jahren kamen 50 neu dazu, wobei etwa 15 Leute zum aktiven „harten Kern“ zählen. Die IGV hat ihre Aktivitäten um pflanzenkundliche Ausfahrten ergänzt. Heuer boten die Naturfreunde erstmals eine Orchideenwanderung an und seit einigen Jahren ist der Verein auch beim Hirrlinger Sommerferienprogramm dabei, um beim Nachwuchs, wie Bartel sagt, spielerisch „Verständnis und Interesse für die heimische Natur zu wecken“.

Das will der IGV auch mit dem Naturkundepfad, dem größten Projekt in der Vereinsgeschichte. Drei Jahre haben aktive Mitglieder zusammen mit der Gemeindeverwaltung, aber auch den Jägern, Fischern oder dem Arbeitskreis Ortsgeschichte daran gearbeitet. Sie gestalteten in über 200 ehrenamtlich geleisteten Stunden einen 16 Kilometer langen Rundweg um Hirrlingen, auf dem 20 Tafeln über so ganz verschiedene Themen, wie den Verlauf der Römerstraße, Lebensweise und Schutz von Waldameisen, die Bedeutung von Streuobstwiesen und alten Obstsorten, über Fledermäuse oder Vogelschutzgehölze informieren.

Auf dem Weg findet sich auch ein so genanntes Hotel für Wildbienen und eine begehbare Sonnenuhr mit einem Durchmesser von zwölf Metern. Die Hirrlinger Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule hat dafür ihren Waldlehrpfad neu hergerichtet. Der ist jetzt in den Naturkundepfad integriert. Auch wenn der Pfad am kommenden Sonntag offiziell eröffnet wird: Ganz fertig ist er laut Bartel noch nicht. „Wir wollen den nach und nach weiter ausbauen und im nächsten Jahr erst mal einen Rastplatz im Wald anlegen.“

Wanderung zur begehbaren Sonnenuhr

Die IGV feiert am kommenden Sonntag, 13. Juni, im und rund ums Hirrlinger Bürgerhaus. Ab 11 Uhr gibt es dort Speis und Trank, Kaffee und Kuchen; geboten sind auch Spiel und Spaß zum Thema Natur und Umwelt, zum Beispiel ein Barfußpfad.

Um 14 Uhr beginnt beim Bürgerhaus eine Wanderung auf dem neuen Naturkundepfad. Die Teilnehmer müssen aber nicht sämtliche 16 Kilometer ablaufen. Ziel sind nur drei Stationen, darunter die begehbare Sonnenuhr.

11.06.2010 - 08:30 Uhr
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