Am Freitag öffnete sich Gomaringen wieder für „Rock without Limits“. Die „Halle für alle“ und das Gelände drumherum wurden zum Schauplatz für das christlich inspirierte Musikfestival, das auf drei Bühnen Menschen versammelte, die zum Lobpreis Gottes musizierten, was die Stimmbänder zuließen.
Gomaringen. Schön laut. International besetzt. Gut organisiert. Mehr als 3000 Besucher waren am Freitagabend in der Gomaringer Kultur- und Sporthalle zu Gast. Von 17 Uhr bis Mitternacht ließ „Rock without Limits“ Gruppen und Solosänger auftreten, in verschiedenen Stilrichtungen, aber immer „christ-centered“.
Der Gitarrist von „Pillar“ als Medusa: Beim Rockfestival in Gomaringen ließen die Musiker christliche Botschaften ins Publikum hinab. Bild: Rippmann
Teilweise von weit her waren viele Fans angereist, umvölkerten die drei Bühnen. Die kleinere im Vereinssaal war als „Unplugged Stage“ für den Stehlampenrock gedacht. In der Turnhalle mit der „Alterna Stage“ spielten Metalcore-Gruppen wie „Becoming the Archetype“ und „Theocracy“ mit Progressive Metal. Von der „Mainstage“ im großen Rock-Festzelt donnerten „Kutless“ und „Pillar“, Stars im Segment „christlicher Rock“, ihre Botschaft herunter.
Zwischen diesen Orten vollzog sich ein ständiges Kommen und Gehen, die Fangemeinden zog es in Strömen zu ihren bevorzugten Gruppen, immer wieder wurde der Standort gewechselt. „Die Geschmäcker sind verschieden“, sagte Martin Schenk, Vorsitzender des CVJM in Gomaringen, der gemeinsam mit Musik-Veranstalter Johannes Rathke das Festival auf den Weg gebracht hatte. Den harten Kern der Organisatoren bildeten etwa 15 Leute, rund 200 Helfer aus der ganzen Umgebung hatten sie am Freitag zur Seite. Alles ehrenamtlich, was die Kosten senkte.
Die Fans wurden mit Schupfnudeln, Schokoriegeln, Baguettes, Hotdogs und Flammkuchen versorgt, Flüssiges war nur ohne Alkohol erhältlich, ein Umstand, auf den Bernd Stocker und Roland Rempfer vom örtlichen Polizeiposten die entspannte Atmosphäre zurückführten. „Man sieht wohl welche zu den Autos gehen, um sich zu versorgen“, aber das fiel nicht ins Ungleichgewicht. Auch die Feuerwehr und das DRK waren vorsorglich vor Ort, hatten aber wenig bis nichts zu tun.
Dafür waren die Fans umsomehr zugange. Vor den Bühnen wurde auf- und abgetanzt, der Sänger von „D:Projekt“, Deutschrockern aus Dresden, rief ins Zugabe fordernde Publikum: „Man könnte fast denken, ihr hättet Spaß!“ Der war wohl von Anfang dabei, schon als die „Under Control“-Rocker, die „Sacrety“-Hardcore-Musiker und „A roses diary“ um 17 Uhr loslegten.
Das Niveau auf den Bühnen gehe parallel nach oben, je später der Abend werde, sagte Schenk. Hier machte die blonde Sängerin der finnischen „Symphonic Metal“-Band „HB“ nicht nur den Moderatoren „Schmetterlinge im Bauch“. Gemeinsam mit ihren Leuten, die ordentlich hämmerten, verwandelte sie den Raum vor der Bühne in eine Headbanging-Hüpfburg. Sprach auch, mit einem Gebet, Gott direkt an, dankte, dass er so bereitwillig alle Sünden von den Anwesenden nehme, gab „a worship Song“ als Zugabe, „for you alone, my father“. Danach „Theocracy“, in wirbeliger Lichtschau, geradlinig am „Metal“ arbeitend. Derweil wurde auf der kleinen Bühne die Frage geklärt: Was tut sich musikalisch in Mössingen? Naja, „Sprinx goes worship“, um dabei „Gott voll in den Mittelpunkt des Geschehens“ zu rücken. Fünf Männer mit „Melodic Grunge Rock.“ Danach unterrichtete Claas P. Jambor mit seinen Songs über Trennungsschmerzen, fabulierte boshaft: „Verlassen werden, ist ein großer Haufen Biodünger.“
Zum Schluss trat hier Steve Savage vor die Menge, bekannt als Songwriter, der musikalisch Lebensfreude rüberbringt. Auf der „Mainstage“ ging derweilen die Himmelspost ab. Mit dem eher gefühlvollen Paul Colman. Lautstark mit „Mojo“. Die harten Kerle von „Pillar“ holten ihre Fans ab, um sie mitzunehmen. Die meisten natürlich „Kutless“, die Gruppe aus Portland, die, vielumjubelt, mit ihren kräftigen Rocksongs den Schluss machte. Für den nächste November ist übrigens die Halle bereits gebucht, wenn das nächste „Rock without Limits“ startet.