Mehr als tausend Besucher beim Freundeskreis Mensch
Volles Haus am Samstag beim Freundeskreis Mensch: Zum traditionellen vorweihnachtlichen Basar und dem Tag der offenen Tür füllten über tausend Besucher das Werkstattzentrum.
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Kathrin Löffler
Die Trommelgruppe fegte im wilden Pferdegalopp durchs Obergeschoss der Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Gomaringen – und das Publikum war begeistert.Bild: Rippmann
Gomaringen. Eher rasant statt weihnachtlich gediegen, jedoch zweifellos ein Highlight des Tages: das Pferderennen. Mit Sprüngen und Wassergräben. Ort des Geschehens war das Obergeschoss der Werkstatt. Zugegeben: Lebende Vierbeiner fegten nicht durchs Gebäude. Aber die Galoppsimulation der auf der Bühne sitzenden Trommelgruppe war ein würdiger Ersatz.
Und das Publikum gab durch entsprechende lautmalerische Äußerungen die Sprünge, Gräben, kreischenden Frauen und staunenden Männer. Regelmäßig trifft sich die Trommelgruppe im Förder- und Betreuungsbereich des Freundeskreises, um zu üben – am Samstag sorgten sie für Stimmung zwischen Kerzen, Christbaumkugeln und lila Glitzersternen.
Das tat auch, in der noch exotischeren Variante, die von Sabine Giunta-Gührs geleitete Hula-Gruppe aus Balingen.
2012 feiert der Freundeskreis 40-jähriges Bestehen. Den Basar und Tag der offenen Tür gibt es immer im Advent, schon über drei Jahrzehnte lang. Das sei zum wichtigen Begegnungsort geworden, sagt der Freundeskreis-Vorsitzende Horst Gessert – in Verbindung mit dem Weihnachtseinkauf. Der Verein hat 300 Mitglieder. Am Samstag kamen im Tagesverlauf rund tausend Besucher. Hauptsächlich handelte es sich dabei um Eltern der in den Werkstätten Beschäftigten. „Die treffen sich dann in den Speisesälen zum Mittagessen und Schwätzen“, so Gessert, „für die ist es wie ein Familienfest.“
Das Besondere am Basar sind die Produkte: Die sind alle selber gemacht. Rund 50 Eltern arbeiten das ganze Jahr daran, beginnen bereits im Januar, sägen Holz aus und bemalen es. Es gibt welche, die das Jahr über töpfern, eine Frauengruppe dagegen hat wieder 180 Adventsgestecke gefertigt. „Die sind schon Kult“, weiß der Vorsitzende. Auch für den Bürgermeister. Manfred Schmiderer komme nämlich jedes Jahr und hole sich seinen Kranz. Spielsachen, Kerzen, Dinge aus Holz, selbstgemachter Essig, Öle: All das gab es auch noch im Vorweihnachts-Shopping zu erwerben. Das habe auch symbolischen Charakter: Trotz aller Größe sei der Verein auch einer, in dem die Leute sich betätigten, sagt Gessert.
Beim Tag der offenen Tür wollen die Werkstatt-Mitarbeiter über ihre Arbeit informieren. Rund 40 Menschen mit Behinderung waren am Samstag in die Werkstatt gekommen, um mitzuhelfen und einen Eindruck von ihrem Arbeitsalltag zu vermitteln. Sie zeigten, wie sie das ganze Jahr über Montage- und Verpackungsarbeiten vollbringen. „Sie sind stolz darauf, dass sie selbstständig arbeiten können und möchten mit den Besuchern ins Gespräch kommen“, sagte Horst Gessert.