per eMail empfehlen


   

Arbeitskreis Jugend und Familie

Lob für Betreuung der Kleinen, Kritik an Wodkaflaschen der Großen

Für Unter-Dreijährige richtet Gomaringen eben eine weitere Kleinkindgruppe in der Hauffstraße ein. Bei der Sitzung des Arbeitskreises Jugend und Familie wurde aber auch klar, dass die Älteren nicht aus dem Fokus geraten sollten. Wo können sie hin? Was tun, wenn vor der Schule Feier-Reste liegen bleiben?

Anzeige


Gabi Schweizer

Gomaringen. Das gastgebende neue Kinderhaus, das nach einem Jahr Betrieb gar nicht mehr so neu ist, ist fast voll, auch die Kleinkindgruppen: 18 von 20 Plätzen sind belegt, die zwei übrigen jeweils einer Familie zugesagt, so dass es gerade heißen müsste: Rien ne va plus – nichts geht mehr. Aber das stimmt ja nicht, denn im Frühjahr richtet der Kindergarten Hauffstraße eine altersgemischte Gruppe für Kinder ab zwei Jahren ein, eventuell auch für Jüngere: „Wir müssen sehen, ob der Bedarf für Kinder ab einem Jahr gegeben ist“, erklärte Bürgermeister Steffen Heß. Damit gebe es dann auch ein Angebot in Hinterweiler.

Daniela Bauer vom Tageselternverein lobte das Betreuungsangebot in Gomaringen: Wohl deshalb bekomme ihr Verein sehr wenige Anfragen, obwohl es mittlerweile keine Preisunterschiede zwischen Tageseltern und Kindertagesstätte mehr gibt: „Zum ersten Mal ist es so, dass Eltern eine echte Wahlfreiheit haben.“ Allerdings nicht in den – entsprechend häufiger nachgefragten – Randzeiten.

Im Ortskern ist der Zwergenkindi, die älteste, aber private, Einrichtung für Kleinkinder, gerade heftig am Umbauen – vor allem innen, die Räume sollen behindertenfreundlich werden. Der Garten kommt später dran. Bereits jetzt ist ein engmaschiger Zaun ums Gelände gezogen worden, damit die Kinder ihr Sandkastenspielzeug im Eifer des Gefechts nicht mehr in die Wiesaz werfen.

A propos Zeug wegwerfen: Im Fall der Älteren ist es der neue Gemeindevollzugsdienst, also ein kommunaler Angestellter, der nachts durchs Dorf laufen und Jugendliche verscheuchen soll, falls sie Lärm machen und Müll hinterlassen: „Da sind wir schon länger dran“, erzählte Heß, der noch am selben Tag die Bewerbungsgespräche geführt hatte. Auf dem Schulhof ist das kein großes Thema mehr, schilderte Rektor Joachim Allgaier. Der nächtliche Jugendtreff habe sich in der Zwischenzeit nach Hinterweiler verlagert, vors dortige Schulhaus. Wenn sich direkt vor dem Eingang der Müll türmt, dann kontaktiere man derzeit noch die Polizei, erklärte der Bürgermeister.

Das fand CDU-Gemeinderätin Gudrun Bühler doch ein wenig befremdlich, zumal neben Rektor Allgaier dessen Schulsozialarbeiter Dirk Steurer saß und die beiden zuvor noch über die Soziale Gruppenarbeit berichtet hatten, die sie im Ort gern einrichten möchten – unterstützt durch einen weiteren Sozialpädagogen oder eine -pädagogin in Teilzeit. „Die meisten sind nicht Schüler der Schloss-Schule“, erfuhr Bühler. Im Gegenteil: Steurer erlebt gerade die Schloss-Schüler als sehr „umgänglich“, wenn sie sich auf dem Schulhof treffen. Prinzipiell möchte Allgaier dies gar nicht verbieten – aber wenn Grundschüler morgens über leere Wodkaflaschen stolpern, findet er das nicht mehr lustig.

Wo können Jugendliche denn überhaupt hin? Wo gibt es einen Ort, an dem sie sich gut aufgehoben fühlen? Inwiefern sind die Eltern gefordert? Marliese Burkhardt, Leiterin des Kinderhauses, hakte nach. Sie hat drei Töchter großgezogen und ihr Zuhause stets für deren Freunde geöffnet, äußerte aber auch Verständnis für jene, bei denen das nicht geht: „Klar, wenn man eine Dreizimmerwohnung hat...“ Esther Jaißle vom Jugendbüro notierte das Thema mal – möglicherweise kommt es beim Elternforum intensiver zur Sprache. Alternativ könnte es um jenes gehen, das Monika Hicke aus dem Team für Kernzeitbetreuung und Schülerhort vorschlug: „Eltern stärken“. Oft hat sie gerade in den vergangenen Jahren Mütter und Väter getroffen, die fix und fertig waren, weil sie mit ihren (kleinen) Kindern nicht mehr klarkamen. „Sie möchten alles richtig machen und laufen Gefahr, gar nichts zu machen.“

Kurz notiert: die neuesten Entwicklungen
Der Deutschunterricht für ausländische Frauen im Kinderhaus pausiert: Die Lehrerin ist in Rente gegangen, eine Nachfolgerin noch nicht gefunden.
Der CVJM plant eine Church Night am 31. Oktober sowie die jährliche Orangenaktion, bei der die Früchte für einen guten Zweck verkauft werden. Und zwei Familien möchten am Heiligabend mit jenen feiern, die sonst allein wären.
Die katholische Kirche – das Gemeindegebiet reicht bis nach Mössingen und Bodelshausen – ist gerade hauptsächlich am Bauen.
Auch im Aufbau: die Jugendarbeit der Hundefreunde.
Karin Larsen, Erste Vorsitzende des Turn- und Sportvereins, ist froh, dass der TSV alle Trainer fürs kommende Jahr beisammen hat: 18 sind es allein für die Fußballjugendmannschaften.
Beim Förderverein Leichtathletik geht es nicht nur um Sport: Kirsten Gaiser-Dölker berichtete erfreut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung habe den Verein wegen seines Engagements gegen Alkohol ausgezeichnet. Die TSV-Kinderweihnachtsfeier geht dieses Jahr übrigens komplett ohne Alkohol vonstatten – darum habe es heuer gar keine Diskussionen gegeben.
80 Kinder besuchen die Kernzeitbetreuung und den Schülerhort – etwa so viele wie auch im Vorjahr. „Alles im grünen Bereich“, meldete Monika Hicke: „Wenn’s Alte gut läuft, bin ich froh, wenn nichts Neues kommt.“
Die Bibliothek organisiert Lesungen und Schüler-Besuche wie eh und je – aber besonders bequem ist es gerade nicht: Weil der Hort ins Erdgeschoss einzog, muss sich die Bücherei nun mit dem Obergeschoss begnügen. Noch diesen Monat allerdings will die Gemeinde die Förderanträge für die Schloss-Scheuer abschicken, die zur Bibliothek umgebaut werden soll. Wenn alles nach Plan läuft, ist 2013 Baubeginn.
Die Mountainbike-Abteilung des Radfahrerverein möchte den Bikepark in den Ferien künftig auch für Jugendliche öffnen, die einfach mal fahren wollen.


26.10.2012 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

Die drei Lieblingsorte der Kirchentellinsfurter Bürgermeisterkandidaten: Bernd Haug

Die drei Lieblingsorte der Bürgermeisterkandidaten: Petra Kriegeskorte

TV Derendingen schlägt SV03 Tübingen 4:1 Millipay Micropayment

Ammerbucher Fliegerfest 2014

Stadtfest in Mössingen: Erst feucht, dann fröhlich

Horst Raichle, Bürgermeisterkandidat Kirchentellinsfurt

Trailer zum Poltringer Fliegerfest 2014

SV Seebronn schlägt SV Hailfingen 5:1 Millipay Micropayment

Die Dirndlknacker in Hirrlingen

Walter Tigers präsentieren das neue Team

SSC Tübingen schlägt TSG II mit 5:1 Millipay Micropayment

Toter und Totalschäden: Ein Massencrash zum Üben

Friedrichstraße feiert ihr neues Gesicht

Rallye von Rottenburg in den Orient

Die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Kirchentellinsfurt | Christine Falkenberg

Adebar ist wieder da: Störche sammeln sich im Kreis

Kreisliga A: Altingen schlägt Lustnau 3:2 Millipay Micropayment

Beachparty in Oberndorf: Bei 15 Grad in den Heuballen-Pool

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Ein Versuchsaffe hat sich den Schädel blutig gekratzt.Bild: Soko Tierschutz/BUAV

Wissen, was war

Die Woche vom 6. bis 12. September: Betreuerin stürzt am Lichtenstein in den Tod, Mann vergeht sich an Stute, Kritik an Affenversuchen

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse
Anton Schäfle in Uniform. Das Bild entstand Anfang Februar 1917.

„Ich habe nämlich erbärmlich Hunger“

Der 18-jährige Musketier Anton Schäfle hat seinen Eltern seit seiner Ausbildung zum Soldaten im November 1916 bis zu seinem Fronteinsatz im Juni 1917 Briefe und Feldpostkarten geschickt. Die Wannweilerin Claudia Treutlein hat die Texte entziffert, fehlende Informationen recherchiert, alles dem TAGBLATT für die Veröffentlichung überlassen. Briefe und Karten sind ein Zeugnis des Hungers, den die Soldaten im Ersten Weltkrieg an der Front erleiden mussten. Nicht nur deshalb konnte sich Anton Schäfle für den Ersten Weltkrieg nicht begeistern; der Hof daheim war ihm viel wichtiger.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion