Bau- und Umweltausschuss debattierte über Rathaus und Schloss-Scheuer
Die Freien Wähler und die SPD hätte gern einen großen zentralen Sitzungssaal; nach Nordwesten hin orientieren sich die CDU und die Grüne Liste. Noch ist aber alles offen. Vor allem gibt es bisher keine Rückmeldung vom Landesdenkmalamt – ohne diese können die Architekten an der Kindler’schen Fabrik nur begrenzt planen.
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Gabi Schweizer
In diesem Raum standen früher Nähmaschinen: Nun soll die ehemalige Kindler’sche Fabrik zum Dienstleistungszetrum mit Rathaus werden. Archivbild: Franke
Gomaringen. Der Sitzungssaal im zentrum: Diese Idee gefiel sowohl den Freien Wählern als auch den Sozialdemokraten. „Variante 1“ des Vorentwurfs sieht einen 140 Quadratmeter großen Raum im Obergeschoss vor, der, mit verschiebbaren Wänden ausgestattet, nach drei Seiten hin geöffnet werden kann und Platz bietet für große Veranstaltungen.
Die CDU hingegen tendierte „aus planerischen und wirtschaftlichen Gründen“ zu Variante 3. Darin ist der Sitzungssaal mit 128 Metern am kleinsten (aber immer noch um rund 30 Quadratmeter größer als der jetzige) – er läge am nordwestlichen Ende des Obergeschosses. Er und seine Fraktionskollegen, so erklärte Roland Kälberer, hätte auch an den künftigen Bürgermeister oder die Bürgermeisterin gedacht – für diese Person solle der schönste Raum am Ende des Geschosses reserviert sein, mit Blick auf den Albtrauf. Bei Variante 2 läge dort ein (größerer) Sitzungssaal.
Auch die Grüne Liste tendierte zum Vorentwurf Nummer 3 – aber aus rein wirtschaftlichen Gründen. Erst in der Bau- und Umweltausschuss-Sitzung erfuhren die Räte, dass die Kostenunterschiede wahrscheinlich nicht gravierend sind. Gleichwohl bleibt bei Variante 3 am meisten Platz für die Büros. Und große Säle, so argumentierte Susanne Horn, habe die Gemeinde ja genügend – vor wenigen Jahren erst wurde die neue Sport- und Kulturhalle fertig.
Noch ist unklar, was das Landesdenkmalamt zu den Plänen sagt – Termine dort seien schwer zu bekommen, erklärten die Architekten Hans Bühler und Thorismut Gaiser vom Büro Riehle und Assoziierte. Vor einem ähnlichen Problem stehen die Kollegen von der Tübinger Architektengemeinschaft Haefele. Ihr Projekt soll als erstes verwirklicht werden, vor allem die Bibliothek soll dort unterkommen, eventuell auch die Sofienpflege – für die aber auch in der Kindler’schen Fabrik Platz wäre. Im Erdgeschoss möchte die Gemeindeverwaltung gern einen Ausweich-Raum fürs Schloss vorhalten. Dort werde der Platz sehr eng, begründete dies Bürgermeister Manfred Schmiderer.
Das zweite Dachgeschoss, das nicht benötigt wird, möchte der Bau- und Umweltausschuss aus Kostengründen nicht mit ausbauen. Offen ist sowieso, ob das Landesdenkmalamt die Dachgauben wie geplant genehmigt. Dass beide Projekte konkreter werden, liegt daran, dass die Gemeinde belastbare Zahlen braucht, um Zuschüsse für die Ortsmitte III beantragen zu können. Schmiderer betonte dies ausdrücklich, um dem Verdacht vorzubeugen, er wolle sich hier in den letzten Monaten seiner Amtszeit noch ein Denkmal setzen. Eigentlich sollten am Dienstag auch Anregungen der Bürger berücksichtigt werden. Das allerdings ging nicht: Seit der Infoveranstaltung sind keine neuen eingegangen. Die alten hat die Verwaltung überprüft: Der höhere Verkehr – etwa 50 Autos pro Tag – sei vernachlässigbar. Auf einen zweiten Aufzug in der Kindler’schen Fabrik will der Ausschuss aus Kostengründen verzichten.