Gemeinderat macht Kehrtwende wegen Sondermüll-Anlage
Nachdem der Gemeinderat den Antrag für eine Sondermüll-Mischanlage in Dußlingen erst passieren ließ, haut er nun die Bremse rein und fordert eine Sondersitzung.
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In der ehemaligen Rottehalle (links) im Industriegebiet „Steinig“ soll künftig Streusalz gelagert werden, in der Sortieranlage (rechts) werden Baustoffe gemischt. Bild: Franke
Dußlingen. Die Berichte über die Pläne der SWS Steinwerk Schelklingen hätten in der Bevölkerung große Verunsicherung und Ängste ausgelöst – so steht es im gemeinsamen Antrag aller Ratsfraktionen zur Einberufung eine Sondersitzung. Seit Tagen würden Gemeinderäte mit Fragen besorgter Bürgerinnen und Bürger konfrontiert, „die wir – Stand heute – nicht beantworten können“.
Obwohl noch kein Pachtvertrag abgeschlossen sei und kein Genehmigungsverfahren eingeleitet worden, sehe man das Nutzungskonzept der SWS inzwischen nach selbst durchgeführten Recherchen und direkt übermittelten Informationen äußerst kritisch. Es bestehe der Eindruck, „dass in Dußlingen ein Vorhaben durchgesetzt werden soll, das in anderen Raumschaften unter anderem am erbitterten Widerstand der Bevölkerung gescheitert ist“. Dies wolle und könne man politisch nicht verantworten.
Nach Informationen von Renate Schelling (SPD) soll die Wacker Chemie AG, Betreiber des Salzbergwerks in Haigerloch-Stetten, nicht nur in fünf baden-württembergischen Kommunen über Partner versucht haben, eine solche Anlage anzusiedeln, sondern auch in Mönchweiler in Thüringen. Dort wurde der Antrag auf Bau einer so genannten Feststoffkonditionierungsanlage am 17. Juni überraschend zurückgezogen, nachdem die Initiative Pro Mönchweiler 1600 Unterschriften gesammelt und sich der Gemeinderat dagegen ausgesprochen hatte.
CDU, DWV, FWV und SPD fordern nun eine Sondersitzung des Gemeinderats, zu der auch die Landräte Joachim Walter (Tübingen), Thomas Reumann (Reutlingen) und ZAV-Geschäftsführer Thomas Meyer-Knufinke eingeladen werden sollen.ele