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Showdown unter Sportsfreunden

Dußlingens Rathaus-Chef als waschechter Schlägertyp

Was haben ein ukrainischer Boxweltmeister und ein Rathauschef aus dem Steinlachtal gemeinsam? Nichts!

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Kathrin Löffler

Im Gegenteil. Letzterer hat Ersterem sogar einiges voraus: Vitali Klitschko wollte mal Bürgermeister von Kiew werden. Hat nicht geklappt. Deshalb muss er jetzt wieder Jabs und Haken verteilen. Aktuell versucht er sich bei den ukrainischen Parlamentswahlen.

Hoch konzentriert, den Gegner scharf fixiert, den Schläger fest umschlossen: Schultes Thomas Hölsch ... Hoch konzentriert, den Gegner scharf fixiert, den Schläger fest umschlossen: Schultes Thomas Hölsch auf dem Dußlinger Centre-Court. Bild: Rippmann

Thomas Hölsch dagegen sitzt als Dußlingens Gemeindeoberhaupt fest im Sattel. Und lebt vor: Politik und Leibesertüchtigung – das funktioniert sehr wohl auch komplementär. Dass sich zur Schultes-Karriere locker nebenbei noch eine steile Profi-Laufbahn als Sportler addieren wird, ist spätestens seit vergangenem Samstag bar jeglichen Zweifels. Da machte Hölsch sein Talent auf dem roten Sand publik.

Anlass: Die Tennisabteilung der Sportfreunde Dußlingen ist 25 Jahre alt geworden und lud zu Schau-Matches. Harry Eiche, Vorstand des Gesamt-Vereins, hat jüngst seine Center Court-Ambitionen entdeckt und stand als erster Spieler für die Jubiläums-Konkurrenz bereit. Weil er noch ein Pendant brauchte, ließ Abteilungsleiter Peter Herr seine Kontakte ins Rathaus spielen. Mit Erfolg.

Nachdem sich die Gründungsmitglieder der Abteilung am Samstag bereits eine Stunde lang kleine gelbe Bälle um die Ohren gehauen hatten, war es so weit: Showdown der Giganten in der sengenden Dußlinger Nachmittagssonne. Zwei schlagfertige Teams. Hölsch und Peter Herr. Eiche und Gustl Ambacher, Tennis-Senior und von Anfang an dabei.

Rasch war klar: Alles, was die Herren im Vorfeld hatten verlauten lassen („Ich gewinne nach dir“, „Dabeisein ist alles“, „Es wird um den Spaß gespielt“, „Man muss auch die anderen gewinnen lassen, sonst verlieren die die Lust“) – alles nur Geplänkel. Wohldosiertes Understatement.

15 Minuten Einweisungstraining

Auf dem Spielfeld war dann Schluss mit lustig. Dynamisch wurde nach dem Ball gehechtet. Fürs die Teamchemie wurde der Partner gehätschelt („Schön!“), mit wertvollen Technik-Infos versorgt („Nicht zu schnell!“) und mit modernsten Motivationsmethoden angespornt („Hasch du!“). Nach misslungenen Aktionen pflegte man den vorhandenen Ehrgeiz unzweideutig verbal nachzuweisen: Einer der vier (Name ist dem TAGBLATT bekannt) gab Äußerungen zu Protokoll, die sich schwer nach „Heilandsack!“ anhörten. Zaungäste sahen Schweißperlen fließen und fliegen.

Das Tennis-Debüt des Rathaus-Chefs, dem ein viertelstündiges Einweisungstraining genügen musste, war vielversprechend: Handballer-Vergangenheit und Läufer-Gegenwart garantierten physische Grundlagen. Die Motorik sei okay und an der Konstitution gebe es nichts zu meckern – bescheinigten Cracks am Spielfeldrand.

12.09.2012 - 08:30 Uhr

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