Als Hausherr weiß man gern, wer Zugang zu seinem Eigentum hat. So geht es auch der Gemeinde Dettenhausen. Doch dort hat man längst den Überblick verloren, wer welchen Schlüssel für welche Tür hat. Wer also zum Beispiel in der Mehrzweckhalle oder der Schule ein und aus geht.
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Uschi Hahn
So könne es nicht weitergehen, fand man bereits 2011 und ermittelte die Kosten für eine Erneuerung der Schließanlage. Doch Anfang dieses Jahres stellte der Gemeinderat das Projekt erstmal zurück. Im September besann man sich eines Besseren, beschloss die Ausschreibung für eine moderne elektronische Schließanlage, bei der endlich klar sein sollte, wer die Schlüsselgewalt im Ort hat. Das Ergebnis lag am Dienstag vor: Gut 82.000 Euro kostet die Investition in mehr Sicherheit, inklusive ergänzender Amoksicherungen in der Schönbuchschule.
Erst einmal sah es so aus, als ob die Sache glatt durchgehe. „Augen zu und durch“, gab CDU-Rat Reinhold Halder als Devise aus. Und auch Armin Löffler von der FWV konnte sich mit dem Gedanken an die Ausgabe anfreunden. Schließlich könne man ja bei der Versicherung vorfühlen, ob die Investition in mehr Sicherheit nicht eine Beitragssenkung möglich mache.
Doch dann kam alles ganz anders. Sicherheit hin, Schutz vor Amokläufern her. Eine neue Schließanlage sei ein „Nice-to-have-Ding“, erklärte Georg Eckert. Etwas also, von dem es zwar nett wäre, es zu haben, das aber nicht zwingend nötig ist. Ihm fehlten, sagte Eckert, „zugkräftige und wesentliche Argumente, weshalb wir mit der unkomfortablen Lage nicht weiterleben sollen“.
Nicht nur sein Listenkollege Matthias Groß sprang Eckert bei, auch Löffler („Ich wehre mich innerlich gegen das Ding“) und Halder ruderten in der Schlüsselfrage schnell zurück. Und Uwe Zimmermann (FWV) befand bündig, es handele sich einfach um „zu viel Geld“.
Da half es auch nicht, dass Dettenhausens ehemaliger Feuerwehrkommandant Walter Pfeifer, der die Gemeinde in Sicherheitsfragen berät, dem öffentlichen Schließsystem in Dettenhausen ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellte: „Völlig außer Kontrolle“ sei die Situation. Außer im Rathaus und im Haus im Park kenne er „kein Gebäude, das in Ordnung ist“, so Pfeiffer. „Wir wissen nicht, wer wie viel Schlüssel für welches Gebäude hat.“
Der Rat indes blieb dabei: Man will keine 85.000 Euro ausgeben, „um ein Risiko auszuschalten, das wir die letzten Jahre nicht hatten“, wie Eckert es formulierte.
Manfred Aberle (FWV) schließlich beendete die Schlüsseldebatte. Sein Antrag, den Punkt abzusetzen wurde bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme seitens des Bürgermeisters Thomas Engesser angenommen. Vor einer neuen Befassung mit der Sicherheitslage soll die Gemeindeverwaltung jetzt erst einmal eine Bestandsaufnahme der genauen Schlüsselsituation vorlegen und Vorschläge machen, wo am dringendsten Handlungsbedarf ist.
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