Schauübung der Wehr und des Deutschen Roten Kreuzes
Erschreckendes Bild in Dettenhausen: Ein Zug fährt in ein Auto, das mitten auf den Schienen feststeckt. Feuerwehr und Sanitäter müssen elf Verletzte befreien. Für eine Puppe kommt bei der Schauübung am Samstag alle Hilfe zu spät.
Anzeige
Sascha Geldermann
Während ihre Kollegen die Verletzten im Zug über eine Rampe retteten, kümmerten sich diese Feuerwehrleute um die beiden Personen im Auto. Bild: Geldermann
Dettenhausen. Mit Sirenen und Blaulicht erreichten vier Feuerwehrfahrzeuge den Parkplatz in der Nähe des Bahnhofes. Die Feuerwehrmänner erwartete dort ein schwieriges Szenario: Ein Ford war von der Straße abgekommen und genau dann auf die Schienen geraten, als ein Zug der Württembergischen Eisenbahngesellschaft kam. Der Lokführer konnte zwar noch bremsen, aber nicht mehr verhindern, dass das Auto gerammt wurde. „Die größte Schwierigkeit ist die Höhe der Türen, die ohne Bahnsteig nicht so einfach zu erreichen sind“, erklärte Kommandant Walter Pfeiffer von der Freiwilligen Feuerwehr Dettenhausen und Einsatzleiter bei dieser Schauübung.
Die Feuerwehr fand schnell eine Lösung für das Problem mit den Türen. Sie bediente sich einfach an Materialien einer in der Nähe befindlichen Baustelle und baute sich damit eine Rampe aus Holz. Darüber gelangten die Einsatzkräfte dann in den Zug und befreiten die zehn Personen, die am Samstag freiwillig die Rolle der Verletzten einnahmen.
Gleichzeitig kümmerte sich ein anderer Trupp um das Auto. Die Fenster wurden von der Feuerwehr eingeschlagen und die Beifahrertür aufgeschnitten. Mittlerweile waren auch die Ortsgruppen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Dettenhausen und Weil im Schönbuch angekommen, die sich um die Verletzten kümmerten. Für den Fahrer des Autos kam allerdings alle Hilfe zu spät. „Wir konnten nur noch den Tod dieser Puppe feststellen“, sagte Klaus Gawellek, Bereitschaftsleiter des DRK Dettenhausen.
Insgesamt verlief die Übung glatt. „Wir sind mit dem ganzen Ablauf und der Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr zufrieden“, sagte Walter Pfeiffer nach dem Einsatz. Auch das Abschirmen der vielen Schaulustigen, die an diesem Tag als Zuschauer ausdrücklich eingeladen waren, habe gut funktioniert.
Koordinator Eberhard Bauer dokumentierte den ganzen Einsatz akribisch, damit dieser später ausgewertet werden kann. „Dann zeigen sich bestimmt noch ein paar Probleme, die wir im Ernstfall besser machen können“, sagte Einsatzleiter Pfeiffer. Bisher blieb der Feuerwehr Dettenhausen ein Ernstfall auf der Strecke der Schönbuchbahn erspart.
Auch so eine Übung hatte es bisher noch nicht gegeben. Dafür gibt es sonst zu viel Verkehr auf der Strecke. „Zurzeit fahren hier aber keine Züge, weil die Schienen ausgebessert werden“, erklärte Gawellek. Dadurch wurde die Schauübung überhaupt erst möglich, die im Ernstfall Leben retten könnte.